11 Februar 2007

von Isabel am 11.2.: Glück, die Zweite ...

Hallo und Guten Morgen!

Ich sitz wieder einmal bei der Arbeit, weil ich den Jahresabschluss irgendwie nicht schaffe innerhalb der Regelarbeitszeit - wahrscheinlich bin ich doch etwas langsam und geschwächt vom Semesterstress *gg
Und daher versuche ich heute, noch den Rest zu schaffen, wenn alles ruhig ist und still und niemand stört und niemand unterbricht und die Kaffeemaschine ganz alleine mir gehört.

;-)

aber zuerst schreibe ich euch, diese Prioritätenliste möchte ich doch bitte nicht durcheinander bringen, um noch einmal vom Glück als solches zu berichten und auch eine Diskussion wagen? Ja klar, doch zuerst Missverständnisse ausräumen:

denn was ich schrieb, das ging als erstes an @matilda. Ihre Aufforderung an den Herrn in der Badehose - ob halb im Scherz gesprochen oder nicht - hätte ich als sehr ernst aufgefasst und dachte und denke tatsächlich noch immer, dass für dich, @matilda es eine Form von Glück sein könnte, einen beständigen Partner zu finden, der auch familientauglich ist.

Dabei ging es mir nicht ums Neu-Verlieben, sondern darum, dass das Suchen endlich ein Ende hätte. Sich ein Nest zu bauen, hat etwas Endgültiges, etwas von Ankommen, von Nach-Hause-Kommen.
So habe ich deine Sehnsüchte interpretiert, @matilda und ich weiß nicht, ob ich völlig falsch damit liege oder nicht. Das kannst nur du richtig stellen, wenn du es möchtest, oder auch nicht.

Doch hätte ich gleichzeitig schreiben sollen, dass das NICHT meine Version von Glück ist? Das wagte ich nicht, es klingt so abgeklärt.
Wenn ich versuche, deine Wünsche und Sehnsüchte zu verstehen und gleichzeitig sage, für mich ist das nichts, ich hab das schon hinter mir? Klingt es nicht zu sehr geringschätzig und herablassend, wenn ich erkläre, auf diesem Weg war ich schon mal, jetzt bin ich auf dem Rückweg und sage dir - dort wo du hin willst, findest du nicht das, was du dir wünschst?

Es wäre doch so niemals wahr, sondern nur was mir begegnete. Doch gibt es so viele Biographien, die wunderbar verlaufen, man sollte an seinen Wünschen festhalten, auch wenn sie anderen als nicht wünschenswert erscheinen.
Daher bemühe ich mich um Verständnis, auch für die Dinge, die für mich nicht in Frage kommen.

Denn tatsächlich hab ich solche Wünsche für mich ausgeschlossen. Meine Biographie verlief so ganz anders: ich war ja schon mal verheiratet, viele lange Jahre.
Es war eine komplizierte Verbindung, schwierig und problembehaftet, das man sich fragt, was denn nur der Grund wäre, dass man so lange an schwierigen Beziehungen festhält?

Und welcher Grund es auch immer war, ich hielt eben daran fest, wahrscheinlich hätte ich es von mir aus nie beendet, egal wie kompliziert und schwierig und problembehaftet es noch geworden wäre.
Ich sah es wie eine Herausforderung, eine Aufgabe an, die mir auferlegt wurde: das sollte ich lösen, das sollte ich meistern - auf dem Weg zur Problemlösungskompetenz?

Na wie auch immer, es ist vorbei. Er hat mir die Entscheidung abgenommen, und ich sollte wirklich mehr dankbar dafür sein.
Aber es bezeichnet etwas Entscheidendes für mich: Partnerschaften sind nicht etwas, das ich mit GLÜCK in einem Satz nennen würde. Und sogar das Verliebtsein assoziiere ich nicht mit einem endgültigen Glücklichsein.

Aber darf man das sagen, wenn es andere gibt, die noch so sehr hoffen und auf der Suche sind? Im Forum würde ich das nicht und hier war es @matilda, derentwegen ich es bisher nicht so direkt sagte.

Es liegt eben nur an meinen individuellen Erfahrungen: Beziehungen kenne ich NUR als kompliziert und jetzt bin ich einfach nicht bereit für Komplikationen - daher habe ich keins davon: weder Beziehung noch Komplikation.

Ja, es greift wohl zu kurz, das so einfach zu verbinden, aber es ist die Grundlage für meine Definition von Glück:

dass du glück als "abwesenheit von unglück" definierst, ist deine definition und ich persönlich empfinde sie als falsch.

Das dachte ich mir schon, @sine, dass dir das nicht richtig erscheint -
und für mich gilt es nur deswegen und auch nur für den Moment, weil es keine Erwartungen enthält, keine Wünsche und keine Hoffnungen.

Das ist zwar dauerhaft wohl nicht wirklich das, was gemeinhin unter Glück verstanden wird, aber es trägt wunderbar dazu bei, sich auf sich selbst und auf den Moment zu besinnen und zu konzentrieren, die kleinen Dinge wertschätzen zu lernen und diese Sprüche über das Glück nicht zu verachten, sondern versuchen zu verstehen.
Wenn es mir gelingen kann.

Mein Leben läuft zurzeit wahrhaft wie ein langer, ruhiger Fluss: es gibt keine Höhepunkte und keine Überraschungen, keine Abgründe und keine beängstigende Situationen.
Es ist für mich der einzige Weg aus der permanenten Angst vor dem nächsten Tag.

Heute ist es so, dass ich gern aufstehe und gern zur Arbeit gehe, gern meine Bücher lese und mich auch gern unterhalte mit den wenigen Menschen, mit denen ich Kontakt pflege - so wie mit euch.
Ich tue nur noch, was Freude macht. Mein Leben wird tatsächlich täglich schöner.

Und wenn ich heute noch mein vorgenommenes Pensum schaffe, dann hab ich auch ein wenig Ferien und kann wieder etwas Anderes lesen als die Bilanzzahlen aus dem Vorjahr.
Dann stürze ich mich voller Freude auf eure Lektüre - von sine bis coelho ;-) und meld mich wieder!


Liebe Grüße von Isabel!

10 Februar 2007

von Matilda am 10.2.: *autsch

liebe sine,

du hast schon recht, coelho ist plump, und trotzdem finde ich mich von zeit zu zeit mit einem seiner bücher in der hand wieder. meine ausgabe vom alchimisten zum beispiel ist vollkommen zerfleddert, weil sie mich schon so lange begleitet: weil er oft meine gedanken und vor allem meine gefühle zum ausdruck bringt.
das hier z.b.:
Ich bin einem Mann begegnet und habe mich in ihn verliebt. Ich habe es aus einem einfachen Grund zugelassen: Ich erhoffe mir nichts. [...] Im allgemeinen ereignen sich diese Begegnungen, wenn wir an eine Grenze gelangen, wenn wir emotional sterben und wiedergeboren werden müssen. Die Begegnungen warten auf uns - aber meistens versuchen wir zu verhindern, dass sie sich ereignen. Wenn wir verzweifelt sind und nichts mehr zu verlieren haben oder wenn wir begeistert sind, dann manifestiert sich das Unbekannte, und unser Universum ändert seine Wegrichtung.
kommt mir total bekannt vor: in meinem leben ist es rückblickend schon mehrmals so gewesen.

*hm

hast schon recht, @sine (und musst dich nicht entschuldigen, du hast nicht in der wunde gebohrt, deine worte waren im gegenteil balsam auf meiner seele): er hat mir nicht gesagt, welche entscheidung er an dem morgen getroffen hatte. als wir am abend noch kurz telefonierten, klang er so wie immer. seither habe ich nix mehr von ihm gehört.
ich bin, vielleicht aus selbstschutz, davon ausgegangen, dass er sich gegen mich entschieden hatte. er hat seine freundin erst an diesem wochenende wieder gesehen, weil sie ziemlich weit weg von seinem arbeitsplatz wohnt.

@isabel meint, zu recht natürlich, er hätte sich als potentieller partner und vater längst disqualifiziert. daran hat mein hirn keinen zweifel. bloss scheint die verbindung von meinem hirn zu meinem herzen mal wieder gekappt zu sein.

@ sine, woher weisst du, dass ich, wie du schreibst, eigentlich wohlauf bin? du hast mir mal wieder aus der seele gesprochen hiermit:
ich denke, dich drängt ja auch, dass du nicht so die unisone einsamkeit erlebst, während du bei dem badehosenmann ja dein herz sehr weit geöffnet hast. matilda!!! sieh doch die zeit, die du jetzt HAST, als die zeit an, die DU auch brauchst!
genau so mache ich es und ich denke nicht so viel daran, was er wohl denkt, sondern versuche mich zu verstehen, warum habe ich das gesagt, fühle, denke ich es wirklich? mein therapeut meinte gestern, es käme ihm so vor, als hätte ich irgendwo eine "entzündete" stelle, die keiner bemerkt, so lange sie unberührt bleibt, nicht mal ich spüre mehr als ein lästiges ziehen hin und wieder, das ich nicht genau lokalisieren und beschreiben kann. aber wenn dann jemand mit dem finger genau in diese entzündete stelle piekt, dann reagiere ich so vehement, dass der andere vollkommen erschreckt. weil eine berührung mit einem finger meine reaktion nicht rechtfertigt, der schmerz hingegen, die dieser finger in einer entzündeten wunde auslöst, sehr wohl.
rückblickend gesehen ist mir so etwas ähnliches schon mehrmals passiert, und zwar immer dann, wenn ich unbewusst an meine grenzen gestossen war und eine veränderung herbeiführen wollte/musste, um nicht stehen zu bleiben und in der alltagsroutine zu ersticken. meistens hat es nach diesen episoden noch ein paar monate gedauert und die heilsamen veränderungen haben sich fast von alleine ergeben. als erprobte fatalistin warte ich vertrauensvoll ab, dass es auch dieses mal so kommen wird. denn:
wenn der damm bricht, kann man nur noch schwimmen.
danke dass ihr da seid, eine wertvolle konstante in einer spannenden zeit.
matilda

p.s. wer mir die schöne situation beschert hat, @sine?
schade dass du nicht geraten hast, hättest bestimmt richtig gelegen. ich hab' sie natürlich frei haus geliefert bekommen... ;-)

09 Februar 2007

paulo coelho

hi nochmal...

ich bin ja vor ein paar tagen über den satz gestolpert, den du, isabel, gepostet hattest:

Isabel wrote:
Die ungelebten Leben - das was wäre wenn?


ich denke auch, dass es viele leben gibt, die wir ins uns irgendwie angelegt zu haben scheinen.

in dem buch, was mir gerade die langeweile und hoffentlich auch meine erkältung vertreibt, steht folgendes zu dem thema drin:

S. 64 f.:
"Ich gehe durch die Strassen, schaue die Leute an, um zu sehen, ob sie ein Leben führen, das sie selbst gewählt haben. Oder ob sie das Schicksal gewähren lassen. Eine Hausfrau, die davon träumt, Model zu werden, ein Bankangestellter, der eigentlich Musiker werden wollte, ein Zahnarzt, der heimlich ein Buch geschrieben hat und lieber Schriftsteller wäre, das Mädchen, das davon geträumt hat [...].

[...] Ich hatte viele Möglichkeiten, dennoch habe ich das Schicksal für mich entscheiden lassen, welchen Weg ich einschlug. Ich stehe nicht allein da [...] bei der Suche nach dem Glück ergeht es uns allen gleich - [...] keiner von uns ist glücklich."


Zitiert aus: Paulo Coelho, "Elf Minuten" (--> Rezension)

ich möchte es so stehen lassen... unkommentiert. kunst ist bekanntlich dazu da, dass sie jeder so rezipiert und versteht, wie er meint.

^^

noch mehr aus dem buch!!! hier:

S. 176:
"Jeden Tag wähle ich aufs neue die Wahrheit, mit der ich leben will. Ich versuche, praktisch zu sein, effizient, professionell. Aber wenn ich könnte, würde ich immer meine Wünsche und meine Begehren zu Gefährten wählen, Nicht aus Notwendigkeit und auch nicht, um nicht einsam zu sein, sondern einfach nur, weil es mir gut tut, weil es gut ist."


und

S. 151 f.:
"Ich bin einem Mann begegnet und habe mich in ihn verliebt. Ich habe es aus einem einfachen Grund zugelassen: Ich erhoffe mir nichts. [...] Im allgemeinen ereignen sich diese Begegnungen, wenn wir an eine Grenze gelangen, wenn wir emotional sterben und wiedergeboren werden müssen. Die Begegnungen warten auf uns - aber meistens versuchen wir zu verhindern, dass sie sich ereignen. Wenn wir verzweifelt sind und nichts mehr zu verlieren haben oder wenn wir begeistert sind, dann manifestiert sich das Unbekannte, und unser Universum ändert seine Wegrichtung. Alle können lieben, denn sie wurden mit dieser Gabe geboren. Einige Menschen lieben von Anfang an richtig, aber die meisten müssen es erst wieder lernen, müssen sich daran erinnern, wie man liebt, und ausnahmslos alle müssen auf dem Scheiterhaufen ihrer vergangenen Gefühle brennen und Freuden und Schmerzen, Höhen und Tiefen wiedererleben, bis sie den roten Faden erkennen, der unsere Begegnungen miteinander verknüpft; ja, es gibt diesen roten Faden."


Coelho spricht etwas an, was mich auch beschäftigt.

ich habe gerade gelesen (unter dem link, den ich oben unter dem begriff "rezensionen" gepostet habe), dass coelho nicht gerade der hit ist aus literatursicht. ganz meiner ansicht - bisher finde ich ihn etwas plump. er legt der protagonistin diese aussagen in den mund, und zuerst lässt er den leser darüber lachen. er behauptet nämlich, dass ihr ihr geschriebenes (es sind tagebuch-zitate der protagonistin) "sehr klug" erschien - was so klingt, als seien es lächerlichkeiten. solche plumpen anleitungen des lesers, sich eine meinung zu bilden, unterlässt herr coelho später in dem buch zum glück. damit will er vermutlich zeigen, dass er nun wünscht, dass der leser konform geht mit den gedanken des gereiften mädchens *gähn*. doch je mehr man liest, desto unauthentischer ist das, was das mädchen denkt, mit dem charakter, wie ihn coelho darstellt. das kann spannungsreich sein, ja, aber für mich steht fett in großen lettern zwischen den zeilen, dass coelho dem leser weisheiten mitgeben möchte, die sein kreierter charakter nicht besitzt. coelho versteht es nicht, die figur zum leben zu bringen! die formulierungen sind nicht so wirklich tagebuch-like, oder?

naja ich bin seit neuestem ein ungeheuer scharfer kritiker von büchern geworden *grins*... ich frage mich, warum nur. anscheinend tue ich so, als würde ich dauernd korrektur lesen.

naja!!!

einen schönen tag wünsche ich.

gruß

sine

verliebtsein ungleich glück-suchen


hallo!

ich finde, dass du, isabel, mit deinem denken einen schritt in eine ganz neue richtung getan hast. ich verbinde diesen eindruck damit, dass du jetzt deine situation als glücklich beschreibst. du bist nicht mehr der ansicht, dass dich keiner versteht und du dich und deine situation selbst nicht gut beschreiben kannst, du hantierst nicht mehr (nur) mit bruchstücken, wenn du von dir erzählst. sondern du hast jetzt einen richtigen begriff und lotest ihn auch (noch) aus: du bist glücklich.

dass du glück als "abwesenheit von unglück" definierst, ist deine definition und ich persönlich empfinde sie als falsch. schiel-ugly

ich hab große lust, in deine worte einzusteigen, und das wird mal wieder daran liegen, dass ich deine worte auch einmal für mich als richtig empfunden habe. ein stück vergangenheitsbewältigung mal wieder!

und natürlich ist es auch immer (!) ein oder der (!) wichtige anlass schlechthin, der mich bei euren postings reizt, es mal mit einer diskussion zu versuchen: ich frage mich dauernd, wo ich selbst stehe. wie viele hunderte und tausende male bin ich mit energie und kraft in lebenswirklichkeiten gestartet und eigentlich war ALLES in ordnung, aber eine oder zwei sache(n) eben nicht, und an denen ist entweder alles gescheitert (z.b. weil ich unter falschen präsmissen gehandelt hatte und falsche zuordnungen unternommen hatte) oder es wurde eben einfach wieder mal erstens anders und zweitens als man denkt *g*... letzteres ist ja fruchtbar (ja fruchtbar, nicht "furchtbar"), aber dennoch hätte ich in vielen fällen gerne vorher eine kleine ahnung besessen und wäre nicht immer mit dem keulenschlag auf die neue realität aufmerksam geworden.

also!

Isabel hat geschrieben:
Und daher tut es mir auch weh, so etwas zu lesen, was @matilda schrieb, denn es zeigt mir, wie sehr du es dir wünschst: das Glück. Das Finden. Das Finden von Glück.

Wenn ich im lk lese und auch poste, dann vergesse ich es manchmal: dass doch so viele noch immer auf der Suche sind: nach dem Glück, nach dem Partner fürs Leben, mit dem man eine Familie gründen und alt werden kann.

hm also ich weiß nicht, woher das immer und immer wieder kommt, aber "glück" ist doch nicht das suchen nach einem partner (oder das finden eines partners). "glück" ist kein feststehender begriff, isabel... das kannst du doch als allererste unterschreiben, oder nicht? *liebguck*

naja ich hoffe, ich höre mich nicht wie jemand an, der mit erhobenen zeigefinger "redet", aber ich will mal absondern, wofür ICH es halte, wenn man sich mit der frage auseinandersetzt, ob man einen partner in sein leben lässt oder nicht.

ich denke, es gibt nunmal die option im leben, einen partner zu haben. diese option beinhaltet verschiedene versionen des miteinanders, am anfang ist vor allem viel sex im vordergrund (zumindest in meiner wahrnehmung) und viel projektion. am ende gibt es einen fächer voll möglichkeiten, die ich persönlich mit freunden und familie nicht erleben kann: ein lebenspartner ist jemand, der mich kritisiert, der mir etwas von seinem leben zeigt, den ich begleiten darf und der nicht nur mir hilft, sondern für den ich auch sorgen darf. mein partner ist jemand, der mir jeden tag abhanden kommen kann, und wenn er schon nicht weglaufen mag, so verändert sich eine beziehung manchmal unmerklich und nicht nur die beziehung - auch wir menschen als solisten machen veränderungen durch, die uns unsere gegenwart zerstören kann. es ist spannend, ob am nächsten tag wieder dieselbe pflanze "liebe" blüht oder ob es eine neue pflanze ist, und ich schwanke zwischen staunen und nicht über-dramatisieren, dass es jeden tag etwas neues gibt und an keinem einzigen tag die pflanze "liebe" nicht neu erstanden ist. *literarisch werd*

meinem verständnis nach fordert eine beziehung, dass man nicht nur seine lebensträume verwirklicht, sondern eine beziehung fordert, dass man seine lebensträume verwirklicht UND dabei den partner nicht vergisst. ich schreibe bewusst das schlagwort "lebensträume", weil es mich - wie ich oben geschrieben habe - irgendwie nervt, dass jemand ernsthaft seinen lebenstraum an einer beziehung an sich festmacht.

ich weiß, dass in unserem wortschatz diese formulierungen existieren: "ich wünsche mir einen partner", "ich möchte kinder" und und und, aber das sind in meinen augen sehr allgemeine begriffe, die die komplexität und auch die ambivalenz zwischen faktischem erleben und nicht-beeinflussen-können in keiner weise wiederspiegelt. damit will ich sagen, dass es eben ein falscher traum ist, wenn man sich "das glück" wünscht und es dann zu besitzen versucht, ihm hinterherjagt und in wahrheit ja nur vor sich her(ver)scheucht, wenn man an es denkt, statt sich selbst treu zu bleiben und sich selbst etwas gutes zu tun.

nein ich hab respekt vor allen, die sich trauen, trotz ihrer ängste, ihrer kleinen lügen (oder ihrer großen lügen) und ihrer scheinbar undurchdringbaren verhaltensmuster einen neuen menschen zu wollen, selbst wenn die allermeisten ja wie gesagt wohl nur projizieren und nie den übergang zum akzeptieren und erkennen des anderen schaffen.

tja das ist es, um was es meiner meinung nach geht, wenn man über verliebtsein spricht. zum verliebtsein gehören so viele unerwartete situationen und gefühle, es kommt so viel unsicherheit und auch aufregung (und vielleicht auch bereits richtiges glück!) hinzu, dass es tausend gründe gibt, darüber zu sprechen und dennoch keine chance besteht, dass es jemand wirklich versteht. man muss alle situationen gleichzeitig zulassen und für sich akzeptieren, eigentlich fängt trotz der projektionen schon das akzeptieren an; es fängt bei einem selbst an. das verliebtsein ist bestimmt auch trance und rausch, aber es holt auch dinge in einem hervor, die man so sorgsam verwahrt und versteckt hatte... bei mir war es meine kindheit, die plötzlich aus ihrer vakuumverpackung und dem untersten regalfach in meinem seelenhaushalt wieder herausgequollen kam und so präsent war, dass ich am liebsten monsieur zum teufel geschickt hätte. teufel

ok, nun mal zum nächsten dorn im auge *g*:

Isabel hat geschrieben:

Und das Wort "Kinder" ist doch gerade ein so zündendes, eines, das eine ganze Welt als Inhalt haben kann: Beständigkeit, Langjährigkeit, einen Mittelpunkt, einen Ankerplatz, einen Sinn, einen Grund, ein Fundament und ein solides Heim, ein Dach anstelle einer immerwährenden Baustelle …

Warum dieses Wort so manche Männer zum Flüchten animiert?
also die antwort ist ziemlich einfach. sie lautet wohl: weil es etwas gibt, was endgültig ist. zumindest in einer zeitspanne, die das restliche eigene leben abdeckt und hoffentlich auch übersteigt, leistet man sich eine person, zu der man aufgrund des altersunterschiedes und natürlich vor allem aufgrund der abstammung ein vertrauens- und schutzverhältnis hat. entschuldigung, aber in einer welt, in der die großen gefühle im fernsehen in einem rutsch durch mit cola-werbung und den aktienpreisen genannt werden, in einer welt, in der man sich zumeist noch nicht einmal mit seinen besten freunden über ALLES unterhalten kann, in dieser welt will man ein kind haben. wer soll hierfür ratgeber sein, wer gibt uns die kraft, unsere verantwortung die mindestdauer von 18 jahren zu schultern? und was mir schon allein bei dem beginn meiner beziehung (also nicht erst bei einem eventuellen fortpflanzen) aufgefallen ist: es kommt etwas auf, was einem nicht bewusst war, und das ist vielleicht als verunglimpfung als "torschlusspanik" bekannt. für mich bedeutete es, dass ich meine kindheit verlor. mein gott, wie habe ich mich in meinem leben bemüht, erwachsen zu werden, doch wenn du merkst, JETZT durchschreitest du eine pforte, wenn du merkst, eine phase deines lebens könnte jetzt enden, dann hast du sie plötzlich ALLE GERN: die kleinen irrtümer, die abhängigkeiten. allen kummer allen schmerz magst du plötzlich, denn du kennst diese dinge. nichts ist so groß wie das, was man nicht kennt und daher auch nicht vermessen kann!

ich denke, wenn man eine beziehung eingeht - denk auch daran, wieviele leute muffesausen vor dem heiraten haben... -, ist diese endgültigkeit noch erträglich. manche reden sie sich auch kaputt und rechnen von anfang an damit, dass es alles scheitern wird eines tages. aber ein kind, isabel, das "scheitert" nicht. es wird da sein und es wird aus dir etwas hervorlocken, was die meisten menschen sich auch sehr wünschen - unschuldige liebe und natürlich auch den riesenbrocken verantwortung. für die meisten menschen sind kinder der einzige sinn im leben, aber zugleich ein eingeständnis, dass das leben OHNE kinder eigentlich keinen sinn hatte. der abschied von der plötzlich sorglos erscheinenden sinnlosigkeit und auch das eingeständnis, dass man NACH der kindererziehung definitiv ALT sein wird, ist bestimmt eine herausforderung, und ich glaube, nicht wenige mütter sind heilfroh, dass ihr kind ungewollt entstanden ist, denn so ganz und gar kann man es doch gar nicht erfassen, was da alles geschehen wird.

*dramatisier*

tja

Isabel hat geschrieben:
Liebe matilda, vll klingt das jetzt seltsam, aber ich bin froh, dass du deinem Urlaubsflirt diese Gedanken nicht verschwiegen hast und ich bin froh, dass er dich nicht anruft.
naja

das bin ich auch! aber vermutlich aus anderen gründen... also erstmal: MATILDA!!! ich hab gedacht, als er gemeint hat, er hätte eine entscheidung getroffen, dass er heimgefahren ist, um sich von seiner freundin zu trennen!!!

Matilda hat geschrieben:
weil das letzte, was er zu mir gesagt hat war: "ich bin heute morgen aufgewacht und habe eine entscheidung getroffen" -


genau... welche entscheidung, das hat er nicht geschrieben! du selbst hast aber anscheinend verstanden, dass er sich GEGEN dich entschieden hat. dann wird es auch so sein - du bist näher dran, deine gefühle sind lügendetektoren.

aber es musste nicht das bedeuten - deshalb habe ich ihn dir als potentiellen mann beschrieben.

äh

sorry wenn ich da zu sehr in der offenen wunde gebohrt habe bei dir!

*untröstlich*

froh bin ich, weil ich weiß, dass es nunmal so ist mit dem verliebtsein: es zehrt an den nerven, es ist nicht einfach. zeit ist plötzlich ein faktor, der in der einen situation endlos erscheint und in der nächsten situation superkurz.

der junge mann, matilda, ruft dich nicht an - und es ist GENAU SO RICHTIG. glaub doch mal daran!

mach dir keinen kopf, WARUM er sich nicht meldet. du hast keine chance, es wirft dich nur in zweifel und fixe ideen, wenn du herumrätselst. ich würde mich viel lieber damit beschäftigen, wie du dich fühlst. und wenn du jetzt traurig bist, dann nimm es halt zur kenntnis - diese beziehung beginnt TRAURIG. aber ich glaub eher, du bist eigentlich wohlauf! ich denke wie gesagt, dass du halt ungeduldig bist, dass DU deine offenheit gezeigt hast und die antwort zu deiner frage / deinem angebot aussteht. so what!!! wenn du eines tages einmal merkst, dass du eine entscheidung zu treffen hast, die du jahrelang vermieden hast, wirst du auch merken, dass du es nicht so schnell hinbekommst, diese entscheidung dann auch zu realisieren.

ich denke, dich drängt ja auch, dass du nicht so die unisone einsamkeit erlebst, während du bei dem badehosenmann ja dein herz sehr weit geöffnet hast. matilda!!! sieh doch die zeit, die du jetzt HAST, als die zeit an, die DU auch brauchst!

ich weiß, ich klinge wie eine kleine esoterik-tussi. ich kann es aber nicht anders raten! ich weiß nicht, wofür ICH mir in MEINEM LEBEN millionenmal schon die hölle heiß gemacht habe für dinge, die ich nicht wusste und auch nicht wissen konnte. der einzige maßstab ist mein eigener gefühlshaushalt, mehr kann ich nicht tun, als diesen zu pflegen und zu schauen, welche spiegelung die erlebnisse in meinem herzen erfahren. ich sehe dann plötzlich sehr viel gutes, wenn ich in mich selbst hineinschaue, und was ich nicht weiß, blende ich verdammt nochmal eben aus.

nun frage ich mich, WER dir so eine schöne situation beschert hat:

Matilda hat geschrieben:
sein mund berührt meinen hals. erst da merke ich: das ist gar kein traum...


ich hab wieder mal einen rateversuch getan, aber jetzt schreib ich den nicht hin. *grins* erzähl du erstmal!

ich hau euch noch was von dem buch, was ich gerade lese, in den blog. es passt auf unsere aktuellen gedanken wie die faust auf's auge.

gruß


sine

08 Februar 2007

von Isabel am 8.2.: Auf der Suche ...

... nach dem Glück?

Hallo!
Mein Tag ist wehmütig bis konfus und an solchen Tagen bin ich meist hellhöriger und empfindlicher als sonst.
Und daher tut es mir auch weh, so etwas zu lesen, was @matilda schrieb, denn es zeigt mir, wie sehr du es dir wünschst: das Glück. Das Finden. Das Finden von Glück.

Wenn ich im lk lese und auch poste, dann vergesse ich es manchmal: dass doch so viele noch immer auf der Suche sind: nach dem Glück, nach dem Partner fürs Leben, mit dem man eine Familie gründen und alt werden kann.

Und das Wort "Kinder" ist doch gerade ein so zündendes, eines, das eine ganze Welt als Inhalt haben kann: Beständigkeit, Langjährigkeit, einen Mittelpunkt, einen Ankerplatz, einen Sinn, einen Grund, ein Fundament und ein solides Heim, ein Dach anstelle einer immerwährenden Baustelle …

Warum dieses Wort so manche Männer zum Flüchten animiert?
Die Antwort wäre reine Spekulation. Dabei gibt es Männer, die gern Familie um sich haben. Fragt sich nur warum, wer sie sind und warum sie @matilda nicht begegnen.

Liebe matilda, vll klingt das jetzt seltsam, aber ich bin froh, dass du deinem Urlaubsflirt diese Gedanken nicht verschwiegen hast und ich bin froh, dass er dich nicht anruft.
Hat er sich als beständiger, verantwortungsbewusster Familienvater nicht schon längst disqualifiziert?
Du kennst seine Freundin nicht. Vielleicht und nur vielleicht: sitzt sie zu Haus und wartet und hofft, er möge mit Blümchen und Ring vor ihrer Tür stehen und die lang ersehnten Familiengründungsworte sagen, weil sie es sich so sehr wünscht und so sehr hofft - während er von seinem Urlaubsflirt die Worte "heiraten" und "Kinder" hört?

Bitte verzeih, wenn meine Antwort lieblos klingen sollte, tatsächlich fühle ich mit dir und auch was du sonst schreibst, ist mir durchaus bewusst

wir hatten uns fast ein jahr nicht gesehen, aber als er vor mir stand und mir in die augen sah, kam es mir so vor, als hätten wir uns gestern erst getrennt. wisst ihr, wie das ist …

oh ja, ich weiß, wie das ist, ich hab es nur verdrängt, aber nicht besonders erfolgreich.
So wie die Suche nach dem großen Glück?
Auch bei mir bleiben die Augen hängen, wenn ich dieses Wort lese, sei es ein Gedicht, ein Spruch oder ein Buchtitel.
Glücklich ist, wer …

Am wenigsten Beifall fanden bei mir immer diese großkotzigen Sprüche wie, glücklich ist, wer den Tag genießt oder so oder: wer die kleinen Dinge zu schätzen weiß.
Als wenn man auf der Suche nach dem großen Glück das kleine übersieht? Kann man Glück übersehen? Man sieht es doch, wenn es soweit ist, oder?

Heute lebe ich tatsächlich nach dem Motto: mein Glück ist die Abwesenheit von Unglück und es ist nicht so, weil ich so bescheiden bin oder meinen Frieden gefunden hätte oder nach den ultimativen Regeln der Harmonie leben könnte.

Nein, nein.
Der Grund ist die bloße, nackte Angst.

Es ist keine lähmende Angst, kein Schrecken, der blockiert oder einem in den Ausnahmezustand versetzt. Es ist eher dieses Unwohlsein, dieses Misstrauen und diese Lauerstellung nach "Was kommt als nächstes …?“

Es ist keine Angst, vor der ich mich verkriechen möchte. Dieser Angst stelle ich mich und es ist ein Abenteuer, ja. Anders hätte es auch keinen Sinn, man könnte sich genauso gut vor dem Sonnenaufgang fürchten.

Ich hab mich an diese Angst gewöhnt. Das heißt nicht, dass ich sie mag, das wäre zu seltsam. Nein, ich kann sie akzeptieren. Sie ist hier und neben mir wie eine dauernde Warnung. Sie schützt mich vor Unbesonnenheit und auch vor Unzufriedenheit und sie schützt mich vor der Suche. Der Suche nach dem Glück.
Vor dem Hinterherlaufen, vor dem Verrennen?

Und letztendlich schützt sie mich davor:

dass auch ein geistig fitter mensch immer mal in seiner entwicklung an grenzen stößt. diese grenzen zu überschreiten ist immer das totale risiko und muss dennoch sein, denn stillstand ist nicht der sinn des lebens

Sie schützt mich davor, diesem Risiko nicht genügend Respekt entgegenzubringen.
Denn wenn einmal eine Grenze erreicht ist, ist sie auch schnell überschritten. Doch wenn hinter dieser Grenze nur verbrannte Erde wartet, sollte man schon vorher wissen, wie man schmerzlos über glühende Felder laufen kann

....

Lieben Gruß von Isabel.

von Matilda am 8.2.: zwischen träumen

ich liege, in meine rote kuscheldecke gehüllt, vor dem fernseher, und spüre, wie die wärme mich einlullt, und ich langsam abdrifte in diesen schwerelosen raum zwischen träumen, spüre, wie ich lächle... plötzlich scheint alles möglich: eine grosse, starke hand liegt auf meinem bauch, genau auf dem richtigen fleck, der atem an meinem hals geht tief und regelmässig, ich fühle mich wunderbar leicht und lebendig... nur im traum gibt es diese leichtigkeit, nur im traum ist leben so selbstverständlich, so grundrichtig, so sicher und geborgen. mehrmals gleite ich aus dem traum in die wirklichkeit, spüre die wärme, höre das ticken der wanduhr, blinzle kurz in das gedämpfte licht, ehe mich der schlaf mit fester hand zurückholt in diese nische, nach der ich mich so gesehnt hatte, für so lange zeit.
"hey..." - seine stimme ist rauh, seine hand streichelt meinen bauch, sein mund berührt meinen hals. erst da merke ich: das ist gar kein traum...


07 Februar 2007

von Matilda am 7.2.: no choice?!

liebe sine,

tja - schön wär's ja, wenn ich auch nur im weitesten sinne eine wahl hätte... ich habe aber keine und das ist, denke ich, auch der grund, warum ich so viel darüber nachdenke.

ich dachte eigentlich, ich hätte mit dem casanova abgeschlossen, allerdings hatte sich ja schon mehrfach herausgestellt, wie weit entfernt ich davon war, deshalb bin ich jetzt ungeheuer vorsichtig. mir gefällt so vieles an ihm, seine mentalität, seine art, mit menschen um zu gehen, sein ehrgeiz, sein interesse für fremde länder und kulturen, sein interesse für sport, seine lebensfreude, sein karrierebewusstsein, sein lachen und sein talent, andere zum lachen zu bringen, seine augen, seine haut... und mir gefällt eines an ihm nicht, nämlich sein casanova-dasein. ende der fahnenstange.

was den anderen betrifft, auch da habe ich nicht wirklich eine wahl, zwischen uns (abgesehen von seiner freundin) sind weit über tausend kilometer. nachdem ich mal wieder mein herz auf der zunge getragen habe, zweifle ich daran, dass er sich jemals wieder meldet, das heisst, ich sehe ihn erst in den sommerferien wieder, vorausgesetzt, ich fahre wieder dorthin (was ich eigentlich geplant hatte, er hat mir angeboten, ich könne sein haus am meer benutzen). etwas muss er ja an ihr finden, wenn er sie schon nicht verlässt, ich will nicht hard-to-get spielen aber wenn, dann will ich die exklusivrechte und ich habe sehr stark das gefühl, dass er daran nicht im mindesten interessiert ist. sonst würde er mich doch anrufen? mich sehen wollen? an mich denken???

somit hat sich das alles im grunde schon erledigt, matilda ist nicht wirklich zwischen zwei männern, sondern so alleine wie eh und je (wie nie zuvor?)...

aber ich möchte mich bedanken, @sine, für deine aussage:

die kombination aus angst und neugierde wäre es bei mir, die mich zu einem solchen spruch veranlasst hätte. und: der glaube an das glück.

du hast den nagel auf den kopf getroffen damit. es hat keinen sinn, wenn ich mir das hirn zermartere, ob ich damit was kaputt gemacht habe: welchen wert hätte eine beziehung, die an meinem instinktiven echtsein zerbricht? eben. keinen. was habe ich erwartet, dass er mich umarmt und küsst und jubelt?

erwartet nicht.

aber gewünscht hätte ich es mir.

matilda



06 Februar 2007

matilda zwischen zwei männern!

hallo matilda,

sorry trotz redeflashs bin ich nicht mehr zu dir gekommen.

deine geschichte klingt ok

naja deine BEIDEN geschichTEN *g* klingen ok. wenn ich richtig verstanden habe, spürst du enorme zuneigung und attraktivität bei dem herrn casanova, fühlst dich aber noch aus deiner schmerzvollen erfahrung gehemmt und ehrlich gesagt: so ist es auch aus meiner sicht richtig.

problem beim casanova (mal so dahingesagt) ist, dass du rein aus vernunft diese geschichte ja nicht beenden kannst. irgendein weg ist noch nicht zu ende gegangen, irgendetwas ist noch ungeklärt, und anscheinend ist es etwas, an dem du dich weiterentwickeln kannst, sonst könntest du es ja benennen und vielleicht auch einordnen. ich hab das unmittelbare gefühl, dass der casanova dir auch künftig weh machen wird, aber naja

so sehr ich aus loyalität zu dir den wunsch habe, dir wird kein schmerz zugefügt, so weiß ich doch, dass es einen magisch in das jeweilige problemfeld hineinsaugt manchmal und wenn ich daran denke, was ich erlebt habe in meinem leben, so war verdammt nochmal jedes einzelne problem bitter nötig - im guten hab ich meinen weg ja leider auch nicht immer gehen können oder wollen!

ich hab mal wieder in dem buch "furcht vor der freiheit" von herrn fromm herumgelesen (neverending versuch, dieses buch durchzulesen...). dort steht, dass es zum menschen dazugehört, dass er sich auch der tragischen seite des lebens bewusst ist. ich lese daraus, dass auch ein geistig fitter mensch immer mal in seiner entwicklung an grenzen stößt. diese grenzen zu überschreiten ist immer das totale risiko und muss dennoch sein, denn stillstand ist nicht der sinn des lebens - so sagt herr fromm. und so denke ich ja auch.

wegen des spruchs mit dem kindermachen und heiraten denke ich: ja... matilda, ich bin die letzte, die gerade bei solchen weitreichenden entscheidungen einen zeitplan entwirft, voraussetzungen festlegt und somit mit uhr und checkliste durch das leben geht. ich bin im gegenteil jemand, der vor dem kinderkriegen und vor dem heiraten enormen respekt hat, andererseits aber auch die ahnungslosigkeit, wie es denn nun wirklich IST, gern (naja, relativ gern) beenden würde. die kombination aus angst und neugierde wäre es bei mir, die mich zu einem solchen spruch veranlasst hätte.

und: der glaube an das glück.

liebe matilda: es hört sich milliardenmal sinnreicher an, wenn du mit dem badehosen-mann ein kind bekommst als wenn du mit dem casanova eine weitere verhängnisvolle liaison beginnst. ohne zu wissen warum, rate ich jetzt mal: du wirst mit dem casanova eine weitere liaison beginnen und der badehosenmann wird deine wahre liebe sein.

was kann man davon real verwirklichen? wird der casanova dir den badehosenmann zerstören?

du musst durch diesen taumel durch, glaube ich. ich bin mir sicher, du verlierst dich nicht. mach es, du hast liebe ja verdient.

gruß

sine

von matilda am 6.2.: abgründe

leutz,

ich weiss nicht mehr, was ich denken soll: was habe ich gemacht???

*seufz.

matilda

feedback 3: kloaken

hm!

ja matilda... so sehe ich es auch:

Matilda wrote:
menschen sind verschieden. das macht sie so interessant. manche sind innen kloaken. die mag ich nicht um mich haben. manche sind innen wunderschön. von denen lerne ich gerne immer wieder dazu [...].


es gibt ganz viele meinungen, die behaupten, dass menschen ein ganzes sind. also dieses bild einer kloake im INNEREN finden die meisten menschen anscheinend nicht so logisch.

aber für mich ist in meiner aktuellen lebensphase ebenfalls der riesige unterschied von innen und außen das große thema. mein eigener selbstbeschiss, meine eigenen irrtümer, sie lassen mich die anderen einerseits mit argwohn betrachten und ihnen nicht mehr alles glauben, was sie SAGEN.

andererseits habe ich begonnen, in den menschen zu lesen. so kleine tricks hatte @Zitro doch auch immer auf lager... sie trennte zusammengesetzte wörter. z.b. eifersucht --> "eifer" und "sucht", daraus konnte man dann zumindest halb im spaß auch mal andere schlüsse ziehen als die üblichen.

deine worte haben in mir die assoziation eines polypen ausgelöst. *gg* einige menschen sind gefüllt in ihrem inneren. andere sind innen hohl. kloaken... ja jein weiß nicht.

es tut mir irgendwie weh, es so sehen zu wollen. können wir also umformulieren in "manche menschen sind polypen"???

*lach*



Ausschnitt aus dem Foto von herrn nies.

sehen doch nett aus, die polypen... hier noch kurz, was wikipedia dazu schreibt:

Polypen haben eine Körperform, die aus einem hohlen Zylinder besteht (Hohltier) und in einer zentralen, von Tentakeln umgebenen Mundöffnung endet.


ich möchte es klarstellen: mein ganzes denken und handeln steht immerzu in der dichotomie von dem, was ich sehe (kenne, verstehe) und dem, was ich nicht sehe (nicht kenne, noch nicht verstehe).

gott ich hab heute meinen fremdwörter tag!!! *intellektuell fühl*

dichotomie und vorhin reminiszenz

*brain*

mal sehen, was ich noch alles abklappern kann von den tollen sachen, die ihr geschrieben habt... *tipp* tipp

cu

feedback 2: cellulitis

halli hallo, weiter geht's!

*schön ist es, auf der faulen haut zu sitzen zuhause am schreibtisch* ugly_genießt

ähm ja und dann kommen wir zu dem größten übel in meinem persönlichen horrorkabinett der eingebildeten probleme:

Matilda schrieb:
[...] cellulitis war bewusst gewählt: es ist das paradebeispiel des weiblichen komplexes


*zustimm*

oh mann matilda. als ich mit ende 20 meine ersten dellen bekam, dachte ich, das ertrag ich nicht. ich hatte mich vorher ernsthaft IMMER am strand damit beschäftigt, mir frauen daraufhin anzusehen, ob sie diese dellen haben. ich fand ALLES ANDERE erträglich: warzen, quellenden speck, pigmentstörungen, narben. aber cellulitis empfand ich als horror und dachte zudem noch, dass die frauen mal einfach sport treiben müssten, dann wäre es bestimmt bald weg. und wenn nicht, müssten sie halt in sack und asche gehen. nie und nimmer wollte ich so aussehen - ja. nie und nimmer.

ich bin dann tatsächlich die letzten jahre meiner twen-lebenszeit nicht mehr ohne klamotten an den strand gegangen. stimmt. zum glück war und ist es ja modern, der sonne zu entfliehen. uv-strahlung! ozonloch! oioioioi!!! ugly_waaaah

tja wie ging die geschichte mit der cellulitis weiter... es handelt sich um eines meiner gebrechen. ich habe sie, ja, und sie ist bei mir auf der seite der minus-punkte meines ichs.

manchmal frage ich mich, was dieses sichtweise alles nach sich gezogen hat. also erstmal: wie bitte??? nicht mehr in die sonne gegangen wegen cellulitis? wenn man sich schon so schämt, dann muss man doch nicht die totale bestrafung draus machen! aber so ist es eben mit den entschuldigungen, den kleinen rechtfertigungen: irgendwann glaubt man selbst dran und ich hatte dann noch den oberkracher tatsächlich dazubekommen: ich hatte eine SONNENALLERGIE plötzlich!

das fand ich dann unlustig. uncool. nicht so toll!

jetzt war es offiziell: wenn ich im sommer keine langen hosen an hatte oder wenn meine langen hosen in ihrer wahnwitzigkeit ein stück meines beines frei ließen, dann rötete sich die haut für 14 tage und schwoll an, wie man sich halt eine allergie so vorstellt.

da hat es mir schon ein stück weit gereicht: ich gehe aus prinzip in die sonne. natürlich muss ich dann halblang machen, die verdammten 14 tage braucht meine haut halt, um sich abzuregen. aber die kriegt sie und damit basta! ich bleib doch nicht wie ein geist immer nur im schatten!!! *auf den tisch hau*

wenn man dann mit so derart unschönen verfärbungen und in meiner optik auch verquollen erscheinenden gliedmassen seiner sonnenallergie frönt, dann ist es auch schonmal sehr relativ, wenn man dann noch daran denkt, dass man vielleicht ja auch cellulitis hat.

aber...: negativ-denken ist ja nicht so ganz der hit.

so hat es noch lange gedauert, bis ich zusätzlich zu dem gedanken "es-gibt-doch-viel-schlimmeres" den gedanken gefasst habe, der aktuell mein status quo ist.

aktuell denke ich: "tja schade, mich gibt es nur mit diesem körper. manche stehen ja drauf!"

ich hab dann begonnen, meinem hinterteil magische wirkung zuzuschreiben. wenn jetzt mein freund wie so mancher mann auf mein hinterteil abfährt, dann ist das aber für mich mittlerweile nur eine reminiszenz an alte glaubensirrtümer meinerseits. denn mittlerweile denke ich: "es gibt so viele verschiedene gründe, weshalb man jemanden leiden kann, warum sollte ich für mich nicht in anspruch nehmen können, dass man mich leiden kann? ob mit oder ohne bla!!!?"

ich denke also jetzt, dass das ganze eine üble fishing-falle ist wie das fishing-for-compliments. *grins* man wartet auf eine reaktion von außen, und wenn keine kommt, interpretiert man. solange man dem schönheitsideal in einigen punkten entspricht, hält man schweigen für zustimmung (mal bitte abgesehen von den komplimenten einiger sabbernder alter, die man NIE IM LEBEN mit seinem körper hatte anziehen WOLLEN!)

tja ich hab jetzt viel geschrieben. viel zu viel um noch behaupten zu können, dass das problem "cellulitis" für mich eine nebensache geworden ist (oder je war).

ich denke, in der wahrnehmung des eigenen ichs und auch des eigenen körpers hat jeder von uns noch seine hürden zu überwinden... *seufz*. ha und jetzt ein kleines vorurteil am ende: WIR FRAUEN HABEN ES DA BESONDERS SCHWER!!!

*g*

naja in den meisten erörterungen zum thema "psyche" heißt es aber komischerweise, dass frauen psychisch gesünder leben als männer. ja - was denn nun??

das ist übrigens aber trotzdem irgendwie frauenspezifisch mit der optik und der körperprobleme, oder? ich will nicht sagen, es gebe KEINE männer, die das problem nicht auch haben - aber es gibt weniger männliche menschen mit einem problem mit ihrem äußeren als bei den weibliche nmenschen.

ein teil von mir ruft auch immer laut in meinem inneren: EMANZIPATION!!! wenn männer geliebt werden TROTZ ihres äußeren, dann frauen ja wohl auch!

äh ja

womit ich mir wieder einen gedanklichen knoten gestrickt habe und wieder am anfang bin... denn mit dem letzten satz KÜMMERT es mich ja dann doch wieder, auch wenn ich es nur im rahmen einer verneinung anspreche, was ANDERE in mir sehen.

tjach life is weired

gruß

sine

feedback 1: kompliment-fischer

hallo nochmal...

ich möchte gerne dinge loswerden, und bitte bitte lasst ein wunder geschehen und dieses posting übersichtlich bleiben *g*...

also!

heute fang ich mal nicht von hinten an, sondern der reihe nach. da wäre dann zunächst @Deep_Thought, der ein statement für das statement der frau an sich geäußert hat. *g*

diesem statement folgte die weitere disku, ob fishing for compliments "erlaubt" ist oder nicht - to be completed!

Deep_Thought schrieb:
[...] Selbsterniedrigung zum Zwecke des Fishing for Compliments. Das habe ich auch so gemacht, bis Sine es mir gnädigerweise ausgetrieben hat.


du hast es sein lassen, monsieur, richtig. du warst ein großer komplimentfischer, als ich dich kennengelernt hatte! ich habe bei dir denselben "trick" angewendet, wie bei meiner mutter, wenn sie einen scherz macht, der einen jetzt nicht gleich zum spontanen brüllen veranlasst: ich habe geschwiegen und gehofft, dass du weißt, dass ich nicht schweige "um zu", sondern weil ich eben keine andere reaktion habe und eine antwort nur aus höflichkeit gerade bei solchen dingen keine wirklichen antworten sein können.

will sagen: wer etwas so fragiles wie lob und komplimente abfragt, der sollte es nicht überstrapazieren. natürlich hat jeder mal so seine phase, aber dann wird auch anders gefragt als beim berühmten fishing-for-compliments. wer es sich hingegen zur gewohnheit gemacht hat und es dann rechtfertigt mit "isso" oder "bin österreicher" *gacker*, der hat halt etwas, hinter dem er etwas versteckt, was ihm selbst anscheinend nicht so ganz klarwerden möchte und vor dem er sich vielleicht auch fürchtet.

manchmal sind die dinge so einfach, wie man vermutet. ich vermute hier, dass hinter dem fishing-for-compliments WIRKLICH eine hoffnung steckt, dass man akzeptiert wird. das fishing ist für den konkreten menschen WIRKLICH wichtig, denn es verschafft eine erleichterung in dem sonst so drückenden problem, das hinter der spitze des eisberges (meiner sichtweise nach) wohl oft verborgen liegt. da hat jemand sorge, er könnte NICHT gut ankommen!!!!

das ist das problem, und wer mir jetzt sagt, hey, ist doch die idee, dass man "mal" nachfragt, dann hätte ich jetzt gern die logische verbindung: wie löse ich mein problem, dass ich angst vor zurückweisung habe und den eher übergroßen wunsch nach anerkennung, indem ich einfach fishing-for-compliments betreibe?

ich weiß, dass ich selbst als kind UND als teenager wie verrückt auf die inputs von außen angewiesen war. ehrlich gesagt sind die inputs, die damals eigentlich immer negativer natur waren, in dieser zeit auf mich eingeprasselt und man fängt dann halt irgendwie auch an, sich um dieses problem zu kümmern! ohne erfolg, meine sehr verehrten damen und mein herr, OHNE erfolg.

ich habe gelernt, dass ich es nicht beeinflussen kann, wie mich jemand wahrnimmt. diese wahrheit kann man sich eigentlich nicht oft genug vorbeten.

glaubt mir... wenn es etwas gibt, an dem wahrhaftige kritik geäußert wird, dann wird es schon in euren herzen platz greifen und sich entfalten und rumoren, bis man eines tages endlich den verstand gebiert, den eigenen fehler zu verstehen.

sinn des lebens ist es bestimmt nicht, sich stumpf zu machen und taub. im gegenteil - wer das fishing-for-compliments aufgibt, legt auch eine art von formalismus ab. in dem hochbrisanten minenfeld zwischenmenschlicher sympathie und antipathie stellt man sich hin und hat nichtmal ein putziges fishing-for dabei. man sagt einfach "schaun mer mal" und wenn etwas kommt, dann machen wir es wie maria in der bibel: "und sie bewahrte die worte in ihrem herzen".

bumms aus fertig!

Isabel schrieb:
aha und soso, das war also Austreibung á la @sine, was Selbstbewusstsein zur Maxime macht?
Wie ging das?


*grins* ja stimmt, DT hat geschrieben, ich hätte es ihm "ausgetrieben". naja...

^^

wenn überhaupt, hat er (!) es sich austreiben LASSEN. also er hat dieses verhalten meinerseits (und vielleicht auch meine erläuterungen dazu... die damals aber vll. anders waren als heute... naja) als anlass genommen, sich darüber gedanken zu machen, und dann hat er halt mal ausprobiert, ob er es auch mal weglassen kann - denk ich mal.

isabel - ich treibe nichts aus. es gibt halt dinge, die laufen bei mir nicht so smooth wie bei anderen leuten. dazu gehört es, komplimente zu machen, die ich nicht auch so meine.

mir ist das komplimente-machen höchst peinlich - anders kann ich es nicht sagen. was ich sage, ist daher am ehesten ein lob. und ein lob, liebe isabel, wird verdient. es fällt nicht vom himmel.

vielleicht also ist es einfach so passiert, dass monsieur auf einen kompliment-sparer getroffen ist und sich dann das für ihn günstige / passende aus dieser situation herausgezogen hat.

so ich würd sagen: ich mach wohl mal MEHR ALS EIN POSTING... nennen wir dieses werk "feedack 1" und hoffen, dass das unwort "praktikanten-feedback", wie ich es bei meiner firma nun leider in einem sehr beschissenen zusammenhang kennengelernt habe, wieder weiss gewaschen wird durch angenehmere verwendung.

bis gleich!

...

die schale ist geklebt

hallo meine tollen blogger!

*dick fett umarm*

ach toll, dass ihr hier ein bissle verbal das fenster aufmacht und dann kann ich mitlesen... oder nachlesen... *g*

ich war die letzte zeit ohnmächtig und müde, glücklich allerdings auch, aber auch verwirrt. der grund ist, dass ich letzte woche mittwoch - also vor 6 tagen - das zweite gespräch mit meinem manager und mit der "bösen chefin" hatte, das sogenannte "praktikanten-feedback", an dem (nach wie vor) immer nur ich teilnehme.

ich war mit einer ruhe ausgestattet, die ich im nachhinein als vorahnung interpretiere. es ist alles gut geworden: sie haben (abstruse) entschuldigungen geäußert, dass sie mich falsch eingeschätzt hätten. sie haben mir versichert, dass ein anständiges zeugnis geschrieben würde. mein manager hat gesagt, ihm hätte es imponiert, dass ich trotz unseres ersten gesprächs dageblieben sei und nun sogar nach einem job gefragt hätte bei dieser firma (ja hab ich... man kann ja mal fragen, dachte ich *g*). meine (böse) chefin hat behauptet, ich hätte mich unentbehrlich gemacht und ohne mich würde das eine arbeitsteam ja "gar nicht mehr" auskommen...

aha

ich habe tagelang nicht gewusst, wie es zu diesem sinneswandel gekommen war und die einzige krücke, die ich hatte, war, dass die anschuldigungen und gemeinheiten unlogisch gewesen waren und dass das lob jetzt eben auch der logik entbehrte. das ist einfach komisch, wenn man KEIN PROBLEM mehr hat - ich hab automatisch den kopf zugemacht und war auch wahnsinnig erleichtert, aber so irgendwie schwimme ich wie auf einer eisscholle über meinen sonst üblichen emotionen. ich war sozusagen nicht fähig, mir einen reim draus zu machen und bin jetzt übrigens auch krank geworden.

die zwangspause zeigt mir, dass ich mich unglaublich angestrengt hatte und dass ich zwar auch ruhepausen und kraftspender gefunden hatte, dass jedoch letzten endes die zeiten rauh waren. jetzt sitz ich zu hause und habe TROTZ.

*g*

aus diesem trotz heraus werde ich morgen mit der krankschreibung bis einschließlich freitag *lol* in der tasche nach berlin reisen und monsieur besuchen. wenn etwas schiefgeht, steh ich da! ich mache solche aktionen normal nicht, bin ein arges schisserle. keine krankenversicherung in der zeit! ich hätte ja am arbeitsort sein müssen! aber ich lebe immer noch auf meiner emotionalen eisscholle ganz oben über dem "meer" und ich schau hinab und wünsche mir, dass ich ein wiedersehen mit monsieur geschenkt bekomme.

sieht doch ganz so aus, als würde das auch klappen!!!

gleich noch mein feedback zu den aktualitäten in eurem leben... leute: nett wirklich nett, euch ein bissle in die seele schauen zu dürfen.

gruß

sine

05 Februar 2007

von Matilda am 5.2.: ohne netz und doppelten boden

ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll.

meine gedanken fahren in meinem müden hirn karussell ohne ende.

du fragst dich, @isabel, wie's wohl war, mein um-die-häuser-ziehen, und ich wünschte, ich hätte eine antwort auf deine frage. eine, nicht tausend, unaufhörlich wechselnde.

eines ist klar: ich hatte mich schon lange nicht so lebendig gefühlt. mir ist, als sei ich 96 stunden lang ununterbrochen achterbahn gefahren. keine ahnung, wie lange es wohl dauern wird, bis ich alle diese eindrücke, emotionen, bilder geordnet habe. meine erwartungen an das wochenende sind, obwohl sehr hoch, bei weitem übertroffen worden.

*hm

das nächste kapitel der unendlichen geschichte, die vielleicht nie angefangen hat, vielleicht nie enden wird, vielleicht nur in meiner fantasie exisitiert, bzw. im lk-forum: der casanova hat sich der süssen matilda wieder einmal gefährlich genähert! manche dinge ändern sich nie. er sieht immer noch lecker aus (wird der mann jemals älter?), er ist immer noch unglaublich charmant (gibt der mann jemals auf?) und zwischen uns ist noch immer etwas, das sich kaum definieren lässt, aber zweifellos mit einer extremen anziehungskraft und einer grossen sympathie zu tun hat. wir hatten uns fast ein jahr nicht gesehen, aber als er vor mir stand und mir in die augen sah, kam es mir so vor, als hätten wir uns gestern erst getrennt. wisst ihr, wie das ist, wenn ihr jemandem in die augen seht, die blicke verankern sich ineinander, ihr lächelt und euch wird heiss und gleichzeitig spürt ihr eine gänsehaut auf dem rücken? so hat es sich angefühlt, und gar nicht, als wären kontinente, ozeane und 50 wochen zwischen uns gewesen. zum abschied hat er mich angelächelt, mich provokativ auf die mundwinkel geküsst, meine hand gehalten und dabei mit dem daumen meine handfläche gestreichelt. eine stunde später hat er mich mit einem anruf aus dem schlaf gerissen, ich hab aber nicht abgenommen, am morgen hat er mich wieder angerufen, und mir mit weicher stimme gesagt, dass ich nicht alleine hätte nach hause gehen sollen, und dass wir uns unbedingt bald wiedersehen müssten, in aller ruhe, am besten ein ganzes wochenende lang, in seinem neuen haus am see...? das ist nun alles schon so lange her (fast zwei jahre seit dem verregneten nachmittag in meiner mansarde) und doch, wenn er dann da ist, kommt es mir so vor, als wären wir uns gestern erst so atemlos nahe gewesen. damals war ich rettungslos verloren, und ich erinnere mich klar und deutlich an den scharfen, nur langsam abebbenden schmerz nach seiner abreise. die bemerkung eines gemeinsamen freundes am rande dieser erneuten begegnung: "du warst immer schon süss aber jetzt bist du unwiderstehlich - pass auf dich auf!"

ehe es zu diesem emotionalen wiedersehen kam, hatte ich schon viel zeit mit dem feschen jüngling aus dem süden verbracht, der mir nach wie vor sehr gefällt und von dem ich nun nicht genau weiss, wie ich ihn sehen soll: als guten freund? nicht wirklich, nachdem wir atemlos entdeckt haben, dass unsere hände perfekt gleich gross sind und es fast unmöglich war, sie nicht staunend aneinander zu halten, nicht, nachdem er mich in den schlaf gewiegt und morgens mit einem kuss geweckt hat. nicht mehr. aber verliebt bin ich wohl auch nicht... jedenfalls fühlt sich das normalerweise anders an... ausserdem hat er eine freundin (die er zwar nicht wirklich liebt, aber auch nicht verlässt, jedenfalls bisher - ich sage ihm schon seit monaten: "eines tages wachst du auf und die zeit ist reif und du triffst eine entscheidung", er guckt dann zweifelnd und meint "na, hoffentlich"). als er mich am nächsten abend zum -zigsten mal gefragt hat: "woher nehme ich nur die entschlossenheit, sie zu verlassen, wie lasse ich die bombe platzen?" habe ich ihm eine vollkommen verrückte antwort gegeben, ich habe keine ahnung, woher die eingebung stammte, aus meinem kopf nicht, denn sie war vollkommen hirnlos, hat ihn erst zum lachen veranlasst und dann, nach einem blick in meine augen, dazu den blick zu senken und meinem für eine ganze weile auszuweichen... ich habe es fertig gebracht, ihm in die augen zu sehen und zu sagen: "du willst eine bombe platzen lassen? kannst du haben: lass uns ein kind zusammen kriegen, und dann heiraten wir!"

wo, bitte, kam das her? warum habe ich es nicht als scherz abgetan, so lange das noch möglich gewesen wäre, sondern ihn davon überzeugt, ich meinte es ernst? warum muss ich dauernd daran denken? und warum, vor allem, sagt mir mein instinkt immer noch, ich hätte das richtige gesagt, obwohl er sich nach diesem outing vollkommen distanziert hat, und sogar die anderen davon überzeugt hat, einen tag früher abzureisen?

vielleicht, weil er mich in dieser nacht zwar nicht berührt hat, aber mit "unserem" lied einschlafen wollte, vielleicht, weil er es auch beim aufwachen hören wollte, vielleicht, weil das letzte, was er zu mir gesagt hat war: "ich bin heute morgen aufgewacht und habe eine entscheidung getroffen" -

matilda


von Isabel am 5.2.: Rollenspiel

Ein Huhu am Montag,

@matilda großzügige Bosse sind ja immer ein Geschenk und so freudige Mitteilungen sind sehr entspannend, das freut mich sehr für dich!

Wie ging’s dir denn nun mit dem Um-die-Häuser-Ziehen? Die ungelebten Leben - das was wäre wenn? - interessiert dich also und mir fallen dazu die vielfältigsten sozialen Rollen ein, die wir täglich (mühsam) auf uns nehmen und somit Bestandteil werden in dem Drama, das die Gesellschaft für uns geschrieben hat.

Eigentlich und überhaupt bin ich ja davon überzeugt, dass wir vor allem hier viel ehrlicher und echter und authentischer sind, als wir es im real life jemals wären. Eben weil wir uns nicht sehen und nicht riechen können *gg und keine Ahnung haben, ob die Bilder in unseren Köpfen irgendetwas gemeinsam haben mit der wahrnehmungsmöglichen Welt.

Also zumindet die, die sich nicht kennen.
So hat jeder von euch seine Rolle hier und sie geht von Spiritualität bis zur Weisheit.

Mein Wochenende allerdings hatte nichts von alledem, es war seltsam bis langweilig.
Ich durfte den Freund einer Freundin kennen lernen (der Bodenlegungsbegabte, wie schon erwähnt :-)) und das war vll der langweiligste Abend seit langem. Der Typ hatte nichts an sich: keine Ausstrahlung, keinen Sex-Appeal, vermutlich nicht einmal eine Aura (?).

Enttäuscht wäre das falsche Wort, war ich schockiert? Tatsächlich hatte ich etwas anderes erwartet, zumindest jemanden, der zu ihr passt. Jetzt denkt man doch, na wenn sich die beiden gut verstehen, ist das doch ok. Den Eindruck hatte ich nicht, sie wirkte einerseits geschmeichelt und andererseits peinlich berührt, aber nicht verliebt.

Aber kann man ihr das sagen? Ungefragt wohl nicht.
Als ich es am Samstag einer Kollegin erzählte - allgemein und ohne Namen, sie kennen sich ja nicht - meinte diese, was weißt du schon, du hast dich ja längst vergeistigt.

Was hab ich?
Ja, du bist ja nicht mehr auf Körperkontakt angewiesen. aha.
Ja, meinte sie. Sie hätte ihren ungeliebten Mann auch schon längst verlassen, wenn sie die Gewissheit hätte, jemand anderen kennen zu lernen. Denn so ganz ohne Bettwärmer zu leben - so wie ich - könne sie sich niemals vorstellen.

Vergeistigt - was für eine Wortschöpfung, sie war mir bisher fremd. Was soll es bedeuten? körperlos? berührungsunempfindlich? oder gar gefühllos?
Da mir heut der Rücken schmerzt, weil ich mir einbildete, nach so viel Frust kann man auch die freie Zeit damit verbringen, die Wohnung gründlich zu putzen, stimmt das wohl nicht so ganz.

Soviel zu sozialen Rollen und den Sanktionsmöglichkeiten der Gesellschaft und ihren Prioritäten und Hierarchien, die scheinbar unantastbar sind.

31 Januar 2007

von Matilda am 31.1.: life is NOW

guten tag auch!

ich habe heute erfahren, dass ich nicht wieder auf der strasse sitze, wenn meine vorgängerin aus dem mutterschaftsurlaub zurück kommt. das ist eine gute nachricht, auch weil mein boss meine arbeitszeit ein bisschen reduziert, mein gehalt aber nicht... anfall von grosszügigkeit? keine ahnung. ich wollte der sache nicht auf den grund gehen, sonst ändert er am ende noch seine meinung, und das wäre ja schade, nicht wahr! ;-)

abgesehen davon gibt es nicht wirklich viel zu berichten, meine freunde aus dem süden kommen schon morgen anstatt, wie angekündigt, am freitag, und das ist gut, weil das bedeutet einen abend, eine nacht mehr für mich, zum um-die-häuser-ziehen mit ihnen, zum essen-trinken-lachen-tanzen in angenehmer gesellschaft, fast so, als wäre ich im urlaub in meiner eigenen stadt. verkehrte welt übrigens: ich bin richtig gespannt, wie der knabe angekleidet aussieht, nachdem ich ihn immer nur in badehosen gesehen habe *gg

ihr haltet mich am ende für viel zu verrucht für euer blogsofa - bitte denkt nicht, ich sei ein unersättliches biest, das immer nur das eine (?) im kopf hat. ich bin viel mehr ein fan ausführlicher sozialstudien: verschiedene berührungspunkte mit verschiedenen eigenschaften verschiedener menschen in verschiedenen lebensumständen bereichern mich, ergeben immer wieder neue ansätze für mein eigenes dasein. ich gehe den menschen gerne auf den grund, ich bringe sie gerne an ihre grenzen, und ich höre gerne zu. daraus ergeben sich oft vollkommen unerwartet neue wendungen in langjährigen beziehungen. und eben auch vollkommen unbeschwerte bekanntschaften.

habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass jeder von uns ganz viele ungelebte leben hat? und dass diese oft viel mehr darüber aussagen, wer wir sind, als das eine, das wir leben?

matilda ist neugierig auf eure ungelebten leben.


30 Januar 2007

von Matilda am 30.1.: ich auch noch mal

also,

das beispiel mit der cellulitis war bewusst gewählt: es ist das paradebeispiel des weiblichen komplexes, glaube ich, und auch der grund dafür, warum so viele mädels in die hungerfalle tappen. ich habe da erst kürzlich irgendwo gelesen: "... um perfekt zu sein, fehlte ihr nur ein kleiner makel" und fand das herrlich treffend.

so viel dazu.

im moment fällt es mir noch eingermassen leicht, in meinem chaos den überblick zu behalten, ich lechze geradezu nach seichter unterhaltung - hatte ich das nicht schon mal erwähnt? *verlegengrins - und insofern ist meine situation im moment durchaus erträglich.

was mich am meisten beschäftigt (abgesehen von meinen "echten" problemen) ist meine freundin mit der beziehungskrise, die sich bei mir ausweint. dazu möchte ich zum einen sagen, dass ich schon ganz gut distanz halten kann, es nimmt mich jetzt schon weniger mit als ganz am anfang, man gewöhnt sich ja dann auch irgendwie an die tragweite einer situation und steckt die eigenbeteiligung ganz gut ab. zum anderen wird die sache immer spannender, sie wacht langsam aus ihren dornröschenschlaf auf und da ist weit und breit kein prinz in sicht, sondern nur ein psychosadistischer vollidiot, der den totalen oberhammer hat und ihr das leben zur hölle macht. am wochende ist traute zweisamkeit, bloss (!!) kein kontakt zu chaotischen freundinnen und friede, freude, eierkuchen, damit alles wieder "so schön wie früher" wird, und während der woche ist dan psychoterror à la "wie takelst du dich denn neuerdings auf", "warum trinkst du mit deinem chef kaffee", "warum hast du die passwörter deiner emailaccounts geändert, hast du was zu verstecken", "hast du dich noch nie gewundert, warum matilda single ist, diese schlampe" usw. usf.

tja - sie sagte gestern wörtlich: "ich halte das nicht mehr aus, was soll ich nur machen, ich liebe ihn und will ihn auf keinen fall verlassen, nach der ganzen mühe, die ich schon mit dieser beziehung hatte..." NO COMMENT.

seht ihr, das ist einer der gründe, warum ich mein chaos so liebe: nix ist kompliziert (nein, im ernst, im grunde wäre ich genervt, wenn der parsel sörwis dauernd dienstbereit wäre, wo bliebe da die herausforderung?). so lange, bis dann der RICHTIGE kommt, gell, @sine. besser alleine als in schlechter begleitung.

menschen sind verschieden. das macht sie so interessant. manche sind innen kloaken. die mag ich nicht um mich haben. manche sind innen wunderschön. von denen lerne ich gerne immer wieder dazu: ihr seid solche. und manche denken, sie seien kloaken, bis sie dann entdecken, dass das gar nicht stimmt. und wenden sich dem leben zu wie die sonnenblumen dem licht, und so fallen die schatten immer hinter sie. so eine bin ich. und ich bin, hoch erhobenen hauptes und mit verlaub, verdammt stolz darauf.

matilda hat euch lieb!
...

von Isabel am 30.1.: Mentalitäten

Huhu nochmal!

:-)

Ja, da ist schon was dran. Dieses "Fishing vor Compliments" sah ich zur Genüge bei meiner Mam.

......

Ich hab’s deshalb mit “Mentalität“ erklärt, weil es dazu ein nettes Geschichtchen eines Kollegen gibt, der in Holland an einem amerikanischen Institut beschäftigt war:

Sobald er es wagte, sich selbst in Frage zu stellen, sahen die anderen ihn an, als ob der Arme nicht so ganz mit dem Schub an Paranoia zurechtkäme. Die Blicke waren mitleidig bis erschrocken.
Er hat ihnen dann zur besseren Erklärung einen Film von Josef Hader gezeigt.
Das hat alles nur noch verschlimmert *gg

Das Raunzen ist hier nicht nur Mode, es ist zur Kunstform stilisiert, man bezeichnet es schlichtweg als Bescheidenheit (als Pendant zur Arroganz, die man dafür allen anderen unterstellt), aber es ist sehr gefährlich, das ist richtig:
Man könnte anfangen zu glauben, dass es vll stimmt, was man sich da selbst erzählt.
Um dem nicht zu verfallen, schlage ich Urlaubsplanung á la @matilda vor.

aha und soso, das war also Austreibung á la @sine, was Selbstbewusstsein zur Maxime macht?
Wie ging das?

*neugierig bin*
(wie immer)

von Deep_Thought am 30.1.: Keine Negativpropaganda! II


Na bei Sine und Mathilda habe ich das sehr spezifisch gemeint, weil sie gerade unangebracht ihr Aussehen bemängelten, ansonsten wars ein allgemein in Eure Richtung drohend erhobener Zeigefinger. Aber auch Du hast ja schon sowas gemacht.

Isabel schrieb:
Dazu gehört auch diese Form der sprachlichen Selbsterniedrigung, glaub ich. So als ob wir dem Gegenüber es unmöglich machen, uns zu erniedrigen, machen wir das selber und möchten dann ein „Nein nein und auf gar keinen Fall und bitte nicht und es ist doch ganz anders" hören oder vll ist es auch ein Haschen nach Feedback, eine dramatische Pause im Erzählen, die das Zuhören sicherstellen soll? Hmm …


Ja, das ist auch Negativpropaganda, nämlich Selbsterniedrigung zum Zwecke des Fishing for Compliments. Das habe ich auch so gemacht, bis Sine es mir gnädigerweise ausgetrieben hat. Dieses "Ich bin so scheiße" in Erwartung eines vehementen "Nicht doch!" bewirkt nämlich genau, daß man sich auch scheiße fühlt. Ganz besonders, wenn das Fishing in die Hose geht und das "Nicht doch!" ausbleibt.

Deshalb möchte ich meinen Zwischenruf nicht nur aufs Aussehen bezogen verstanden wissen, sondern allgemein auf jede Form der Selbsterniedrigung. Das meinte ich auch mit dem hocherhobenen Kopf.

von Isabel am 30.1.: Euphorie und Selbstbewusstsein

Das gilt auch bitteschön für den Rest der Damenwelt.

Also eigentlich dachte ich das gar nicht, ehe du es nicht gesagt hast, @d_t
Eigentlich dachte ich immer, ich WÄRE seeehr hübsch, hmm … bin jetzt verunsichert ...
*grübel*

*gg

Na, Spaß beiseite, ich bin heut euphorisch! Die Prüfung gestern war leicht! *kreisch*

Und ich fahr jetzt das erste Mal seit langem mit leerer Tasche durch die Stadt, sonst schlepp ich immer allerhand Bücher mit mir herum - was ja dämlich ist, weil drei Bücher auf einmal eh keiner lesen kann.

Aber da stehen ja schon wieder allerhand kluge Sachen, die ich kommentieren MUSS:
denn was ist schon Attraktivität?

Jetzt klingt der Satz “Es liegt im Auge des Betrachters“ so banal, man hört ihn täglich und nickt zustimmend - und sieht gar nicht mehr die Bedeutung dahinter.
Wie es so ist mit allgemeinen Sätzen und instinktiven Handlungen.

Was sucht wer und was meint dieser im anderen zu finden?
Ich bin noch mit dieser Projektionsgeschichte beschäftigt: denn ich glaube täglich mehr, dass derjenige, der auf der Suche ist, nur den findet, der sich als Projektionsfläche für seine eigenen Wünsche eignet, unabhängig davon, wie es tatsächlich ist.

Oder anders ausgedrückt: wenn man auf der Suche ist nach dem vermeintlichen Spiegelbild trifft man nicht notwendigerweise jemanden, der auch passt, sondern man glaubt nur, dass er passt.
Glaub ich zumindest, ich kann mich natürlich auch täuschen.

:-)

Was ja alle Zufallsbekanntschaften und Partnerbörsen und Single-Treffen und Aufreißzonen ad absurdum führt? hm hm hm ….

Vll geht’s ja auch nur mir so: dass ich mich nur langsam an Menschen gewöhnen kann. Dass ich sie beobachten, in verschiedenen Situationen erleben muss, ihre spontanen Entscheidungen und ihre alltäglichen (!) sehen und erleben muss - denn in der Spontaneität zeigt sich, was man eigentlich denkt, zeigt sich der wahre Charakter - um zu entscheiden, ob ich Vertrauen fassen oder mich gar verlieben kann.

Komplizierte Sache, das Ganze. Es ist aber sehr schön, wenn man es unkompliziert genießen kann! Und zu @matilda:
Ich hab größte Ehrfurcht vor den Menschen, denen es gelingt, im Chaos den Überblick zu bewahren.

DAS wär nämlich der blanke Horror für mich, den Kontrollierer, na BWLer eben

*augenverdreh*

Wünsch euch was Liebes!

von Matilda am 30.1.: nix für ungut sine ;-)

@sine: sei mir nicht böse, aber für DEN funkspruch hat dein liebster jetzt echt was gut: *matilda_dt_knutscht

ich finde nämlich, er hat in allem recht: du BIST hübsch und wir alle sind schön, und müssen endlich damit aufhören, an uns und unserer optik selbstzerfleischungskritik anzuwenden!

ich hatte doch jahrelang diesen dämlichen cellulitis-figur-komplex, mit dem ich mir sehr erfolgreich mein leben zur (diät- und sport)hölle gemacht habe. ich habe jede einzelne delle an meinem oberschenkel gescrubt-gecremt-gehasst! himmel, war das ätzend! letzten sommer dann bin ich zum ersten mal seit ewig langer zeit ALLEINE ans meer gefahren, und habe mir schlicht gedacht: "ist mir doch egal, was die anderen denken, wer nicht hingucken will, muss ja nicht", mit folgendem ergebnis:

a) ich hatte noch nie vorher in meinem leben im urlaub so viel spass gehabt

b) ich bin nie vorher so schön braun geworden (nix sackmode zwecks dellenverhüllung)

c) einer meiner urlaubsflirts fährt ende dieser woche über 1000km, um mich zu besuchen ;-) sooooo unhübsch bin ich also doch nicht? *wimperklimper

@deep: hast schon recht. und auch @sine hat recht: leben guckt man gerne an.

matilda

...

von Deep_Thought am 30.1.: Keine Negativpropaganda!

Ich muß mal kurz dazwischenfunken hier!

sine schrieb:
Ich bin auch nicht besonders hübsch.


EINSPRUCH! Das stimmt nicht! Du bist sogar sehr hübsch, meine Süße! Dein Lächeln hat mich von Anfang an aus den Latschen gekloppt und in Deinen Augen kann ich nach wie vor ertrinken. Also bitte keine solche Negativpropaganda, ja?
Das gilt auch bitteschön für den Rest der Damenwelt. Wenn ihr anfangt zu glauben, daß ihr nicht gut ausseht, dann wird es auch wahr. Macht Euch nicht klein oder häßlich oder sonstwas, sondern geht erhobenen Hauptes durch diese Welt.

29 Januar 2007

hüpfen vor aufregung oder vor angst

sooo aha! @isabel... ich hab den eindruck, du hast wirklich gemerkt, dass du glücklich bist. komisch, nicht wahr, dass man es manchmal anzweifelt. vielleicht ist es aber auch eine art von glück, die noch "dockingstationen" für anderes hat... vielleicht für abenteuer, oder vielleicht für intellektuelle freuden...

^^

sooo und matilda: du findest chaos gut... gaga

das find ICH gut. ich selbst hatte allerdings bei meiner neigung zum chaos ein kleines minenfeld in mir. also ich will sagen: ich war eh aktiv dabei, um meine kleinen "leichen im keller" drumherum zu hüpfen. sich auf 1.000 bällen zu zeigen und sich treiben zu lassen, war oft bei mir eher nur tarnung, um meine angst vor meinen kleinen tretminen, vor denen ich davonzuhüpfen versucht habe, zu kaschieren.

angst ist übrigens nicht notwendig was negatives.

tjach

aber ich muss auch hinzufügen: nicht viele menschen sind so begehrt. warum nicht? ich weiß es nicht. ich bin auch nicht besonders hübsch. aber ich glaube daran, dass es auf das aussehen eh nicht so ankommt, sondern mehr darauf, ob man in sich ein bedürfnis hat, sex und auch grenzüberschreitungen anzuziehen. ich glaube (und jetzt kommt mal ein schuss ins blaue...), attraktivität hat eben etwas damit zu tun, dass man nicht allzu stabil in sich selbst ruht. man lebt, und nichts ist heißer als ein lebendiger und dennoch authentischer mensch.

*g*

ähm

ja

oder so ähnlich!

einen schönen abend!!

gruß

sine

von Matilda am 29.1.: warum einfach, wenn man es auch kompliziert haben kann?

buona sera,

*matildawillauchlockerflockigham*

ich bin THE QUEEN OF CHAOS und deswegen habe ich auch am kommenden wochenende die bude voller besuch und muss noch entscheiden, mit welchem schönen jüngling ich wann auf welche geile fete zische ;-)

im ernst, ich meine das schon so, wie ich es hingeschrieben habe: warum einfach, wenn man es auch kompliziert haben kann? da kommt einer angereist -immerhin 1042km weit- um mich mit seiner holden gegenwart zu beglücken, nachdem wir uns zuletzt im august am strand gesehen hatten. abgesehen davon, dass ich nicht wirklich erfahren bin im fortsetzen von urlaubsbekanntschaften, freue ich mich doch mal zu gucken ob er angezogen genau so schön ist. ausserdem hat er einen typen im schlepptau, den alle den "tintenfisch" nenne, weil er in gegenwart von mädels plötzlich beliebig viele arme hat. aber ok.

dann erfahre ich kurz nachher, dass ein weiterer jüngling, euch sehr wohl als casanova bekannt, sich am selben wochenende auch auf die reise macht, weil er mich wieder sehen will (??). *hm. auch gut. warum nicht. ist ja schon wieder ein jahr her.

und weil ich zu der sorte "ganz-oder-gar-nicht" gehöre, mischt auch der parsel sörwis nach wie vor mit.

habe ich nicht ein aufregendes leben?

*örks.

@sine: gratulation zum jahrestag. ich liebe tulpen... *seufz... @isabel: ja, irgendwie ähneln sich unsere aussagen, wenn auch die standpunkte unterschiedlich sind (sind sie das?).

sorry. ich kann heut nicht ernst sein.

matilda *drückteuch
...