17 November 2006

von Matilda am 16.11.: vom ernst des lebens

da ist es wieder: das phänomen des "sich-selbst-viel-zu-ernst-nehmens", perfektes thema einer sozialstudie auch in meinem umfeld (in wessen nicht?) und erklärung für so viele unschöne facetten des täglichen lebens. neid, u.a., kommt doch davon: was du mir von deiner kollegin anlässlich der beförderung eines anderen kollegen erzählst, ist ein beispiel, wie es treffender nicht sein könnte.

glücklicherweise gibt es dann aber auch leute wie dich, die das leben mit einem augenzwinkern betrachten. du hast völlig recht, finde ich, wenn du sagst: irgendwo steckt immer der witz, echte probleme natürlich ausgenommen.

soso, du bist also ein selbstkontrollfreak?

*hm

man merkt es mir heute nicht mehr an, aber ich war jahrelang so was ähnliches. eigentlich mein ganzes erwachsenenleben lang bis vor relativ kurzer zeit. ich fühlte mich dauernd auf dem prüfstand, so als würden alle nur darauf warten, dass ich versage, und versuchte demzufolge pausenlos zu beweisen, dass ich alles alleine schaffen kann. wie verrückt habe ich immer darauf geachtet, dass nur ja nichts, und niemand, mich schwächt, bremst, beeinträchtigt, was auch immer. natürlich ist mir das nicht gelungen. derjenige, zu dem ich mühsam vertrauen aufgebaut hatte, hinterging mich schamlos.

bis alles anders wurde. und darüber bin ich sehr, sehr froh. weil ich den menschen anders entgegen gehe, sie anders kennen lerne, mich endlich so zeige, wie ich nun mal bin, und nicht so, wie ich glaube, dass mich die anderen sehen sollten. mein leben ist echter geworden. und ich habe weniger oft, vor allem aber vor anderen dingen, angst im vergleich zu früher.

ob ich deshalb freier bin? möglich. wenn man freiheit als abwesenheit von angst definiert.

matilda - die gestern abend am ende doch mit einem buch ins bett ist und nicht mit einem geheimnisvollen unbekannten ;-)

...

von Isabel am 16.11.: Ängste

Na, das ist schon ok @matilda, so war’s ja auch gar nicht gemeint ;-)

Es gab in meiner Vergangenheit oft seltsame Menschen in meinem Umfeld - manche nannte ich sogar Freunde, um dann zu erkennen, wie wenig diese Definition auf sie passte.

Naja, wie auch immer.

Eigentlich mache ich mich ja selber lustig über solche Themen. Ich versuche, so gut es geht, den Dingen, die andere sehr ernst nehmen, den Ernst zu nehmen und sie mit einem Augenzwinkern zu betrachten.
Das geht zwar nicht bei allen Themen, aber bei manchen funktioniert das ganz gut.

zB gestern, als sich eine Kollegin fürchterlich über die Beförderung eines (ihrer Meinung nach völlig inkompetenten) Kollegen aufregen konnte.
Es gibt eben nicht nur brillante Wissenschafter in meinem Umfeld.

Daraufhin erzählte ich vom Peter-Prinzip *gg*
Sie fand es nicht lustig, ich hab mich aber sehr amüsiert.

So versuche ich es eben mit allen Lebenslagen: irgendwo steckt immer der Witz und nichts wird so heiß gegessen und so weiter.
Es ist ein Möglichkeit zu überleben, wenn man sich - so wie ich wohl bin, jedenfalls im Vergleich zu dir, @matilda - permanent im Zustand der Selbstkontrolle befindet. Man kann zum Kontrollfreak werden - Mr. Paranoia lässt grüßen - oder man lässt locker und sieht das Leben wie ein Spiel.

Das funktioniert im Alltag oft, es funktioniert aber nicht bei S.e.x…..

Denn so wie du dein Liebesleben schilderst, @matilda, versetzt mich das - zugegeben - in Erstaunen. Wenn ich mir vorstelle, dass mir jemand (zu) nahe käme, den ich nicht wirklich gut kenne und vieles von ihm weiß, dann läufts mir kalt über den Rücken (was jetzt aber kein erotisierendes Schaudern sein soll).

Damit wäre das Gegenteil vom lustvollen, instinktiven und spontanem Leben geklärt. Das Gegenteil von Freiheit: ist offensichtlich Angst.
Angst vor den Folgen, wenn man Nähe zulässt. Angst vor Kontrollverlust, den Überblick, den Weitblick zu verlieren. Fiktive Ängste vor fiktiven Handlungen.

Na, ist ja ganz schön krass.

Wünsch euch einen schönen Freitag!

16 November 2006

von Matilda am 16.11.: kreuzgang

hello again,

gleich ins kloster schicken wollte ich dich bestimmt nicht, isabel, obwohl ich die idee von der eigenen gründung irgendwie ansprechend fand. es muss ja nicht gleich kreuzgang sein, eine schöne villa auf einem hügel am see z.b. würde ich ideal finden für eine kleine gemeinschaft gleichgesinnter - nix anderes ist im grunde ja das kloster...

ich bin in menschlicher annäherung wie in vielen (allen?) anderen dingen vollkommen instinktgesteuert. deswegen auch mein interesse. das vertrauen kommt dann im nächsten schritt und das ist auch was, das meiner meinung nach aufgebaut werden will und nicht von jetzt auf sofort vorhanden ist. zumindest liefen und laufen alle meine beziehungen darauf hinaus. und eine beziehung muss ich ja nicht mit jedem haben, den ich näher an mich herankommen lasse.

klingt reichlich abgeklärt, wer mich und meine herzschmerzkammellen ein bisschen kennt, weiss natürlich, ich bin alles andere als abgeklärt. eher leicht zu begeistern. sagt z.b. meine mutter. alles, was ich im leben sage, tue, erreiche, ist instinktgesteuert. so bin ich eben. und dann kann es schon mal vorkommen, dass ich eben einen duft, ein lachen, einen widerspenstigen haarschopf oder eine glatte haut unwiderstehlich finde. meistens widerstehe ich trotzdem. manchmal halt nicht.

so. zu mehr reicht es im moment nicht: meine gedanken sind jetzt in der s.e.x. schiene mit hochgeschwindigkeit unterwegs, und ganz so als wäre ich ein mann (was ich gott sei dank nicht bin) kann ich an nix anderes mehr denken.

melde mich, wenn ich wieder durchblicke und eine verabredung für heute abend habe.

matilda




...

15 November 2006

von Isabel am 15.11.: Details?

Hallo, mir ist heut auch zum Schreiben zumute, daher auch diese Freizügigkeit,
arme sine … (die das alles liest ;-)

Zum Rassismus wollte ich vor allem sagen:

Wir sind schon so hypersensibel solcher Begrifflichkeiten gegenüber, dass wir uns so ganz selbstverständliche, nachvollziehbare, aus der Situation heraus durchaus berechtigte Kommentare wie

scheisse, geld weg - blöde zigeunerin"

niemals laut sagen trauen würden!

gemeint war: es ist nicht unbedingt ein Problem mit Nationalitäten oder ethnischer Herkunft oder bestimmten Merkmalen, die wir als fremd klassifizieren möchten,
es ist einfach eine Frage des Niveaus.

und zu @matildas

*waaaaahhhhhh*

frage ich mich, soll man das Wort S.e.x. im Blogg vermeiden? Hm… wegen der vielen googelnden Spanner *kicher*

du bist nicht die erste, die das fragt.

Das wirklich Verdammte daran ist, dass es bei mir mit Vertrauen gekoppelt ist.
Scheiß Sozialisation.

Diese eben verfluchte meinte ich übrigens auch mit "die, die es nicht besser wissen". Es gibt tatsächlich Familien jenseits jedes Integrationsgedankens, womit wir wieder beim Niveau wären? Oder doch bei der Sozialisation? Dreh ich mich im Kreis?

Aber wir sprachen ja von @matildas

*waaaaahhhhhh*

Für die, die es mitbekommen, dass ich - na, nennen wir es einmal - sehr zurückgezogen lebe, ist der Spott auch nicht weit.

Der freundlichste Rat war noch, ich sollte doch in ein Kloster übersiedeln (wegen der hinreißenden Architektur oder warum sonst?)

Man muss dazu bedenken, dass ich o.b., also ohne jedes Bekenntnis bin. Was so viel heißt, dass ich meinen eigenen Gott habe, vll sollte ich auch mein eigenes Kloster gründen?

Muss mal drüber nachdenken.

Grüß euch!

von Matilda am 15.11.: schneller senf ;-)

hallo isabel:

natürlich wäre ich auf den italienerschnösel ebenso sauer, wenn er mir mein börsel stiehlt. den unterschied macht mein gedankengang. will heissen: "scheisse, geld weg - blöde zigeunerin" gegen "scheisse, geld weg - blöder italiener" - verstehst du, was ich meine? und das war nur eines vieler kleiner, leider alltäglicher beispiele.

ich bin nicht rassistisch, gehöre im gegenteil selbst einer minderheit an, und trotzdem ertappe ich mich manchmal bei derartigen gedanken. ach, und nur so nebenbei glaube ich nicht, dass wer auch immer in die trambahn steigt, um mitfahrende ihres besitzes zu erleichtern, es nicht besser weiss, egal welcher nationalität der betreffende ist. sonnenmädel ja, aber so naiv und gutgläubig dann doch nicht ;-)

das misstrauen, das du beschreibst, und die daraus folgende distanz in sachen "soziale kontakte" hat ein gewisses erstaunen und vor allem eine frage in mir ausgelöst (bitte nicht als kritik verstehen, ist echt nur die neugier von jemandem, der das so nicht kennt!): vermisst du nichts?

*waaaaahhhhhh*

da wird mir grade bewusst, dass ich an nur einem tag zwei beiträge geschrieben habe. nach monatelangem schweigen. huch! ich hab' wohl nachholbedarf!

matilda, die sich doll freut, dass ihr sie ertragt :-)

...

von Isabel am 15.11.: Definitionen

Huhu!
*auch mitreden will*

Das Gefühl einer Ohnmacht, einer Hilflosigkeit, wenn man etwas falsch eingeschätzt hat, kann ich gut nachvollziehen.
Auch die Vorwürfe, die man sich selber macht, die Strenge mit der man sich selbst begegnet, um es nur ja nicht mehr zu wiederholen, die Unsicherheit und das mangelnde Vertrauen in sich selbst …

Viele Vorsichtsmaßnahmen hätte ich gesetzt, um nicht wieder falsch zu schätzen und herausgekommen ist vor allem Misstrauen, aber keine vertrauensbildenden Ergebnisse.

So lebe ich heute vor mich hin: nach außen offen, freundlich, fröhlich, so weit es geht. Nach innen verschlossen, misstrauisch. Die wunderbarsten Menschen kommen mir nicht näher als auf Armlänge, die nettesten Gesten lassen mich zweifeln, soziale Kontakte verlaufen oberflächlich nett ohne jeden Tiefgang und Wunsch auf Wiederholung.

Naja, soviel zu mir.

Jetzt zu @sine:

unsere gesellschaft hat nunmal ein interesse an entindividualisierung (alias: gleichmut und gleichklang der einzelen mitglieder der gesellschaft im sinne friedlicher produktivität), und die freiheitsrechte des einzelnen und die anerkennung des einzelnen als einmaligkeit ist eben etwas, was dem staat zuwiderläuft...

Da muss der Soziologe einwenden! ;-)
Zumindest Staat versus Markt und die Gesellschaft als solche würde ich spontan sehr differenzieren.

Deine erhöhte Sensibilität zum Thema Gesellschaft ist mir natürlich aufgefallen und zu deinem Beitrag hier fällt mir auch wieder der gute Erich Fromm ein, seine Furcht oder Flucht vor der Freiheit (hab es brav gelesen) ist ja angesichts historischer Grauen verfasst.

@ matilda, deine Zeilen

wenn in die ohnehin volle trambahn eine gruppe rom-frauen mit bunten kopftüchern, weinenden kindern und eigenartigem körpergeruch erst einsteigt, ohne jemals ein ticket zu lösen, und dann mit fremden portemonnaies bereichert ein paar haltestellen weiter wieder aussteigt.

ließen mich nachdenken, was Rassismus eigentlich ist und was nicht. Wärst du denn nicht auch sauer, wenn ein gut riechender Italiener mit Zahnpastalächeln einsteigt und sich als Schwarzfahrer / Taschendieb entpuppt?
Würden wir es ihm eher verzeihen oder noch weniger als denen, die es nicht besser wissen?

Fragen, Fragen … ;-)

Lieben Gruß! von Isabel

von Matilda vom 15.11.: was weiss ich!

liebe sine,

ich lese deine schreibe und denke dauernd: "ja, genau" und "mhm, kenn'ich" und "ist mir auch schon so gegangen" und "recht hat sie" ...

in jedem von uns steckt ein bisschen rassismus. das merke ich an mir selber zum beispiel immer dann, wenn in die ohnehin volle trambahn eine gruppe rom-frauen mit bunten kopftüchern, weinenden kindern und eigenartigem körpergeruch erst einsteigt, ohne jemals ein ticket zu lösen, und dann mit fremden portemonnaies bereichert ein paar haltestellen weiter wieder aussteigt.

*hm

ein bekannter von mir hat sich bei näherem hinsehen überraschend (zumindest für mich sonnenmädel) als nazi entpuppt, und das ist dann halt schon was anderes. er fand seine bemerkungen auch noch witzig und meinte, er wolle mich nur ein bisschen (!!) provozieren und zum lachen bringen (??), das sei alles gar nicht ernst gemeint. seine vertrautheit mit diesem gedankengut allerdings war unübersehbar, nachdem mir die schuppen endlich von den augen gefallen waren. da ich selbst einer minderheit angehöre, bin ich in dieser hinsicht extrem sensibel. ich habe den kontakt unverzüglich auf das unvermeidbare minumum reduziert. er findet das kindisch... tja. was ich mit all dem sagen will ist: ich war ein paar mal mit ihm aus ehe ich es geschnallt habe. passiert also nicht nur dir, diese verspätete reaktion. vielleicht ist es manchmal so, dass man dinge, die man extrem abstossend findet und von denen man sich demzufolge fernhält, dass man solche abartigkeiten eben nicht sofort wahrhaben will, vor allem, wenn man an der betreffenden person ein interesse hat.

*örks

themawechsel

ob ich meine gefühle auch nicht genau einordnen kann? weiss nicht. kann schon sein. obwohl es mir im moment nicht so vorkommt. ich mag ihn halt einfach und habe ihn gerne um mich herum. wir sind nicht wirklich ein paar, wie sehen uns etwa einmal in der woche (er hat sich extra von ups in eine andere zone der stadt versetzen lassen, ehe wir anfingen, miteinander fort zu gehen, damit berufliches und privates auch streng auseinander gehalten wird), sind aber täglich in kontakt. immer mal wieder erwische ich ihn dabei, wie er mir irgendetwas erzählt, um meine reaktion zu testen: von irgendeiner freundin, etwa, die ihm ihr herz ausschüttet, oder von seinem besten freund, der verliebt ist in ein mädel, das er nicht kriegen kann, so geschichten halt ;-) - - - was ich wirklich nicht weiss ist, wie er zu mir steht. was er sagt, klingt "cool", überlegt, vorsichtig. was er tut, spricht eine andere sprache. seine hände auf meinem gesicht beim küssen zum beispiel. oder wenn er zum abschied "ganz lieb" umarmt werden will.

manches an ihm mag ich einfach, nach manchem bin ich regelrecht verrückt, manches kenne ich noch nicht und manches finde ich alles andere als berauschend. mal sehen, was daraus wird. verliebtsein fühlt sich für mich anders an.

zum beispiel wie die flugzeuge in meinem bauch, wenn ich am wochenende frühstücken gehe. aber davon mag ich hier nicht erzählen, sonst haltet ihr mich noch alle für vollkommen verrückt, bzw. für noch verrückter als ohnehin schon.

freut mich übrigens sehr, das mit deinem zeugnis. bist halt wirklich gut und das merken auch die anderen.

bussi

matilda

14 November 2006

zickzack-post

hi ho

tja @Matilda, nun weiß ich ja WIEDER NICHT genau, wie du zu dem freundlichen lecker aussehenden mann stehst, der dich heute so aufgemunter hat - denn du bist nicht verliebt, schreibst du?

ach herrje dann kann ich das net einordnen (du vielleicht auch nicht...? ).

hm

so der parsl sörvis.

*g*

ich hab mal überlegt, ob ich paranoid bin mit ei bi aem, aber ich glaube, nichts funktioniert bei uns so gut wie das suchen und finden von mitarbeitern. ja es stimmt, ei ist rieeeeesig, aber wir sind weltweit mit einer art ei-telefonbuch verbunden und dort stehen im intranet absolut alle mitarbeiter drin (von nicht-fachlichem personal wie küche etc. mal abgesehen, obwohl, müsste ich mal nachgucken eigentlich...). mit bild sogar, datenschutz - nein danke. wobei das mit den fotos "freiwillig" ist, und ich hab mich mal drauf eingelassen, hab doch ne neue haarfarbe und was kann mir schon passieren nach dem drama mit dem unsäglichen kand. 1 alias neonazi-knacki-stalker...

herrje ich lese übrigens gerade die autobiografie von hans rosenthal *schnief* und er schreibt auch, dass er nach dem krieg sein leben dafür verwenden wollte, dass nazismus nie wiederkehrt. genau das möchte ich auch.

ich fühle mich ohnmächtig, wenn ich daran denke, dass ich einen neonazi nicht erkannt habe und ich fühle mich umzingelt, wenn ich mir überlege, wie viele menschen so ähnlich sind oder sein können wie mein ex (= kand. 1) und dann denke ich, die welt kippt SO LEICHT ins grausame um, hoffentlich hoffentlich passiert uns ein solches unglück wie der nazismus nicht nochmal.

ein bissi nazi sind wir doch alle, habe ich in meiner anarcho-wg einst gesagt bekommen, und auch wenn ich nach wie vor nicht die fähigkeit erlangt habe, diese eigenschaft auch bei mir selbst zu erkennen (und ich langsam immer ein bissle näher zu annahme gerate, dass ich vielleicht DOCH keine solche eigenschaften in mir trage bzw. dass die anlagen dazu in die richtige richtung gesprossen sind und nicht in den wahnsinn, den eine meiner mitbewohnerinnen hin und wieder auch in mir selbst zu erkennen geglaubt hatte), äh *riesensatz* äh ja also auch wenn ich es bei mir selbst nicht bermerke, so glaube ich (immer schon, auch ohne meine anarcho-wg), dass potentielle nazis in massen herumlaufen. unsere gesellschaft hat nunmal ein interesse an entindividualisierung (alias: gleichmut und gleichklang der einzelen mitglieder der gesellschaft im sinne friedlicher produktivität), und die freiheitsrechte des einzelnen und die anerkennung des einzelnen als einmaligkeit ist eben etwas, was dem staat zuwiderläuft, auch wenn dieser immaterielle wert einer freien gesellschaft schwarz auf weiß in unserer verfassung (*räusper* ich meine: in unserem grundgesetz) steht.

klingt wild? nee klingt nur nach betriebswirtschaftslehre, mehr nicht *augenaufreiß*, denn die bwler diagnostizieren mit der nüchternen distanz eines arztes, dass jeder seinen eigenen interessen folgt und es ist für einen bwler unglaubhaft, wenn jemand behauptet, er setze sich für fremde interessen ein, es sei denn, dieser altruismus wird "finanziert" durch eine ersparnis einer ansonsten erforderlichen ausgabe (mal als beispiel: die ausgaben für einen bürgerkrieg) oder ähnliches.

äh ja

kommen wir zu einem seltsamen thema. @matilda!!! du hast es gesagt und es ist so gekommen: ich hab von meinem direkten chef (der vor 2 jahren auch noch praktikant war wie ich jetzt) gesagt bekommen, dass ich bestimmt ein gutes zeugnis bekomme und er hat mich gefragt, ob ich für meine diplomarbeit (!) wieder nach stuttgart komme. wir waren nämlich alle ein bissle sentimental in meiner kleinen dreier-arbeitsgruppe, weil heute eine e-mail kam, dass unsere aktuelle ausschreibung einen fehler hätte, und diese e-mail wurde erst stunden später korrigiert. bis dahin saßen wir teilweise da wie vom donner gerührt und danach war dann die erleichterung da und halt auch die stimmung, sich mal gegenseitig ein bissle näherzurücken verbal.

ich kann zwar kein diplom mehr machen, sondern nur nen bachelor, aber das meinte er ja genauso. zuvor hatten mir schon meine beiden pausen-kumpaninnen (die beide juristinnen sind *lach*) zur tröstung gesagt, dass ich schon kein schlechtes zeugnis bekommen würde, und nun mit herrn stuggitown's worte - das war irgendwie dann erstaunlich hoffnung-erweckend.

so sorry ich rede durcheinander - ICH WEISS

nun ist es aber schon ganz durcheinander, dieses posting, *haha* dann kann ich ja auch durcheinander weiterschreiben, oder?

*liebguck*

ich wollte dir gerne schreiben, @matilda, wieso ich glaube, dass es "ganz anders" ist mit deinem aktuellen freund als mit dem rothaarigen prinzen. also jetzt weiß ich aber nicht, ob ich eigentlich überhaupt von der richtigen sachlage ausgegangen bin - denn ich hatte gedacht, du bist glücklich liiert (und zwar MIT LIEBE), naja aber nun versteh ich ja nicht so genau, wie du das meinst, dass du in besagten neuen leckeren mann nicht verliebt bist...?

;-)

ich hatte halt gedacht: 'wie ist es denn bei dir selbst gewesen, sine?' und dann wurde mir klar, dass es quatsch ist, was im forum steht und was man manchmal bei freunden hört und vielleicht auch schon selbst erzählt hat: dass man auf bestimmte typen steht und so. nein, liebe ist eben (auch) einmalig und ich kann meinen freund schon deshalb, weil ich ihn liebe, nicht vergleichen mit jemand anderem, außer dass mir halt natürlich so eigenschaften auffallen - dt ist zum beispiel hilfsbereit und das war ja sicher fast niemand zuvor, mit dem ich zusammen gewesen war (ausnahmen abgesehen - aber hilfe will auch gelernt sein! monsieur dt kann auch wirklich helfen, ich wüsste nicht, wie das vergleichbar ist mit den anderen lebenssituationen und partnern früher).

hm ja also lange rede...: ich dachte, es ist GANZ anders mit deinem aktuellen beziehungspartner, @matilda, weil ich es so erlebe und weil ich auch irgendwie denke, PROBLEME kehren immer wieder (und da kann man dann eben parallelen erkennen), aber richtige liebe ist schon einzig und bla. also das gute ist eben "neu" und die probleme sind immer "alt".

:-)

hm so

nun entlasse ich dich, @matilda, und euch alle aus meinem assoziativen wortgewusel und glotz mal, ob mir wieder jemand einen vertrag geschickt hat auf kapiland (dem von mir geschätzten browsergame).

cu!!!

gruß

sine

von Matilda am 14.11.: *hmpf

typisch: das vorstellungsgespräch, bei dem ich unlängst war, ist super gelaufen. die stelle war mir auf den leib geschneidert. und doch ist eine andere genommen worden: zehn jahre älter und mit abgeschlossener familienplanung. mein agent meinte erst als begründung, das englisch der anderen sei besser gewesen als meines. worauf ich mir den dezenten hinweis erlaubte, dass mein englisch gar nicht getestet worden war. worauf er dann, einigermassen in verlegenheit gebracht, mit der wahrheit rausrückte. worauf ich dann nicht wusste, ob ich laut lachen oder heulen sollte. worauf der abend dann gelaufen schien. wenn nicht...

... genau. wenn nicht ups gewesen wäre.

verlässlich sind sie schon, die von iunaited parsel sörwis. ich jedenfalls kann mich echt nicht beschweren. ich biege um die ecke meiner gasse, auf dem heimweg und ziemlich wütend und enttäuscht, da sehe ich diese leckere ausgabe von einem mann vor meiner haustür stehen. "was kochst du?", fragte er, und es ging mir schlagartig besser. wir haben gemeinsam gekocht und ich erzählte ihm von der vorstellungsgesprächsmisere. er findet es toll, dass ich noch nicht 40 bin und mit der familienplanung abgeschlossen habe. er meinte, das sei einen popeligen job schon wert... fand ich schon süss, irgendwie.

letztes jahr um diese zeit war ich rettungslos verloren. der rothaarige prinz hatte sich (durch zu intensives küssen etwa?) in einen ekligen frosch verwandelt und war einfach so davon gehüpft. das tat sauweh. ich wage zu sagen, dass es noch nie vorher so sauweh getan hatte. aber noch etwas war anders als sonst. anstatt mich mit fragen zu quälen, und den schmerz irgendwie loswerden zu wollen, und meine gefühle für diesen mann in etwas umschlagen zu sehen, das mit liebe beim besten willen nichts zu tun hat, habe ich einfach die realität als einzige antwort akzeptiert, den schmerz über mich hinweg rollen lassen wie eine dampfwalze, und die gefühle sind gut geblieben, echt und für lange zeit auch sehr tief, bis sie im laufe des wunderbaren sommers in der sonne ein wenig verblasst sind, einfach so, ohne mein zutun.

warum verliebt man sich? hormone? gemeinsame interessen? spielt die optik eine rolle? oder doch die seele? der intellekt? was man am tag vorher gegessen hat? ich weiss es immer noch nicht. aber ahnen tu ich es: ich verliebe mich in männer, die mich zum lachen bringen.

ups.

noch bin ich nicht verliebt. nur verrückt danach, wie er mein gesicht in seinen händen hält, wenn er mich küsst *seufz*

matilda, die ohne herzklopfen wohl anscheinend einfach nicht leben kann ;-)



...

10 November 2006

von Isabel am 10.11.: Lebensqualität

Hallo!

Schön wieder mehr von euch zu lesen und das Forum ist ein unerschöpfliches Thema - meine Sozialstudien funktionieren dort wesentlich besser als im realen Leben ;-)
obwohl diese User selbstverständlich nicht eine repräsentative Mehrheit darstellen, aber einen spezifischen und interessanten Ausschnitt machen sie jedenfalls aus, finde ich.

Sehr oft halte ich mich dort mit meiner Meinung zurück - sie wäre noch viel krasser als die ungeliebten, ungefragten und unerhofften (und so oft ignorierten) Kommentare, die ich dort lasse. Es sind eben alles Menschen in Ausnahmesituationen.
Und genauso funktionieren auch ihre Meinungsäußerungen: Wunschdenken, dahingesagt, was real nie ausgesprochen werden würde, unreflektiert, unrealistisch, zum Scheitern verurteilt.
Und so oft ist eine Endlosschleife abzusehen, die man - aus der Distanz - ja auch nur mit Gelassenheit betrachten kann.

@matilda! Dass du das so siehst

ich fühle mich keinesfalls gefeit vor erneutem liebeskummer. ich habe nur verstanden, wie ich besser mit dieser facette des lebens umgehen kann.

finde ich toll und frage mich, ob ich das für mich auch so sagen könnte?
Vermutlich nicht.

Zum Thema Arbeitsumfeld und den Umgang miteinander, ob Kollegen und Chefs, wünsche ich euch beiden sehr, ihr gebt die Suche nicht auf nach einer besseren Welt.
Ich halte es für so wichtig, gerade hier einen angenehmen, friedlichen, freundlichen Umgang zu finden, hält man sich doch auf Arbeit meist länger auf als sonst wo.

Ich kenne viele, die sich mit unbefriedigenden Arbeitssituationen abgefunden haben und bei denen mache ich mich nicht beliebt, wenn ich leidenschaftlich erkläre, wie überlebenswichtig doch ein freundliches Umfeld wäre.
Aber es zu suchen, zu hoffen, davon zu träumen und dabei sehr kritisch vorzugehen, ist es wert, es ist ein Stückchen Lebensqualität.
Ist Lebensqualität Luxus? Wenn ja, dann haben wir das auch verdient!

Wünsche euch alles Beste, lieben Gruß von Isabel!

von Matilda am 10.11.: erfahrung ist teuer, in jeder hinsicht

liebe sine,

nein, du hast mich nicht verloren und es gibt immer noch unendlich viel zu sagen... meine abwesenheit hier in deinem virtuellen wohnzimmer war nicht wirklich beabsichtigt.

was das lk-forum betrifft, gibt es eigentlich nicht viel mehr zu sagen. ich fühle mich keinesfalls gefeit vor erneutem liebeskummer. ich habe nur verstanden, wie ich besser mit dieser facette des lebens umgehen kann. jahrelang hatte ich an meinen zahlreichen komplexen zu kauen wie an einem besonders zähen stück fleisch, trotz vieler erfolge und auch nicht gerade unangenehmem äusseren (was ja anscheinend das leben enorm erleichtern soll, n'est-çe pas?). eben genau aus dem grund, aus dem dir dein scheduled meeting aufstösst: die schlechten erfahrungen scheinen mehr zu wiegen als die guten.

ich zum beispiel bin wieder, oder immer noch, auf jobsuche. es ist eine sehr selektive suche, weil ich ja arbeit habe, nur eben nicht die, die ich will. luxuriös eigentlich, meine freiheit, angebote zu bewerten, ehe ich annehme... wie auch immer, ich war erst kürzlich bei einem gespräch, das sehr gut verlaufen ist (sagt mir meine erfahrung, und auf die komme ich nachher noch); in den zwei wochen seither habe ich keine rückmeldung erhalten. ich weiss, dass der verantwortliche eine dieser zwei wochen ausser landes war auf geschäftsreise. irgendwie habe ich das gefühl, dass ich bald eine absage kriege. obwohl ich eigentlich bisher bei allen persönlichen vorstellungsgesprächen ausser zweien in 10 jahren genommen worden bin (bzw. wäre, manchmal hab' ich dann abgesagt), also eine gute erfolgsrate habe.

mir geht es also wie dir: ein gespräch wird scheduled, bei dem du das "opfer" bist. und obwohl du eine erfolgreiche frau mit herz und hirn bist und bestimmt keiner ernsthaft deine arbeit, dein auftreten usw. kritisieren kann, hast du irgendwie ein komisches gefühl. ich habe keinen weisen rat auf lager, disbezüglich. nicht dass du einen brauchen würdest...

was die erfahrung betrifft, zumindest im professionellen bereich: ich finde sie wertvoll, sie erleichtert den berufsalltag ungemein. das mit der berufserfahrung ist ein bisschen wie mit den zähnen, finde ich. sie kriegen tut weh, es gibt keinen weg drumherum, man braucht sie, um sich durchzubeissen, manche dinge aber kann man einfach nicht zerbeissen - und sie ist schweineteuer. bosse wollen erfahrene leute. aber dafür zahlen wollen sie am liebsten nicht.
vielleicht ist das mit der erfahrung in herzensdingen ja genau so, bis auf einen wesentlichen unterschied: man ist nicht auf den anderen angewiesen...

nein, mit dem rothaarigen prinzen hat diese geschichte nicht das geringste zu tun. es ist auch nicht wirklich eine geschichte, jedenfalls noch nicht, und ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht, dass es eine werden kann. aber dazu ein andermal mehr.

feste umarmung

matilda


...

09 November 2006

erfahrung hilft, aber aus der vergangenheit lernen hilft nicht - oder?

hallo matilda!!!

mensch ich dachte schon, ich hätte dich verloren und es gibt nichts mehr zu "besprechen" oder anders formuliert: nicht mehr zu lesen und schreiben.

dass du findest, dass ich den nagel auf den kopf getroffen habe, amüsiert mich, denn ich selbst hab gedacht, dass meine schreibe jetzt keiner nachvollziehen kann und schon gar nicht einer, der weiß, dass ich selbst mal lange zeit im lk-forum gepostet habe wie eine weltmeisterin.

deshalb war ich auch selbst ein bissle überrascht von meiner eigenen genervtheit, aber wieder andererseits war ich dann doch der meinung, dass man auch ruhig mal diese seite des liebeskummers benennen darf, zumal es für mich eben auch komisch ist, das ganze SO distanziert zu erleben im moment, war ich doch noch 2 jahre zuvor das mitleid in person und fühlte mich in einer nische, die ich damals auch dringend brauchte und auch jedem anderen mehr als gegönnt habe.

ich denke, dass diese phasen, in denen man den blick für viele dinge schlicht verliert und in denen man eben gerade mal das eigene leid erkennt, aber keine lösung und keinen lichtblick, aber vermutlich auch irgendwie immer mal im leben auf's neue vorkommen können. naja, aber das ist kein grund, nicht auch mal festzustellen, dass es aus einer anderen perspektive schon eine idiotie ist!

;-)

hey matilda, das ist ja superdupermegaschön, wenn du glücklich geworden bist mit dem freundlichen herrn! wenn du magst, erzähl mal von ihm. verbindet diese bekanntschaft etwas mit der sehnsuchtsvollen geschichte mit dem rothaarigen prinzen? ich rate mal: nein, tut sie nicht. ich sag dir auch gerne, warum ich "nein" raten würde, aber erstmal will ich horchen, was du (vielleicht) sagst.

hm

zu der geschichte mit der liebesbekümmerten freundin von dir, die dann dauernd 250 km zu ihrem ex fährt, kann ich nur sagen, dass ich denke, dass ihr ex ganz schön peinlich berührt sein dürfte! natürlich fällt mir auch ein, dass das ganze unter "stalking" fallen könnte, aber herrje ich bin auch manchmal hunderte von kilometern gefahren zu meiner sogenannten "großen liebe", obwohl wir längst auseinander waren. diese frage, warum man nicht liebenswert ist, habe ich mir persönlich in vielen fällen früher auch gestellt - aber ich wäre nie auf die idee gekommen, sie meinem ex zu stellen! pah wieso der hat halt nein zu mir gesagt, und was ich damit anfange, ist mein privatproblem und keine angelegenheit, die ich mit dem ex ausdiskutieren könnte! also bitte...!

meinst du wirklich, dass menschen die würde vergessen? die titel aus dem lk-forum, die du genannt hast, sind WIRKLICH blöd, stimmt. so platt und eben so kochrezept-gläubig...! ach aber man wünscht sich in dem kummer ja, dass es mit einem trick wieder gut wird. frag mich bitte nicht, aber bis spät in meine zwanziger jahre hinein GAB es das durchaus! ich hatte einen tag den riesenkummer, am nächsten tag war alles anders.

hm hm

woran das lag, dass es doch wieder "alles gut" war, ich weiß es nicht! im nachhinein vielleicht belächelnswert, aber vor allem lag es bei mir mit daran, dass ich neue dinge zu glauben begonnen hatte. manchmal aber sprang mir auch ganz ohne mein bewusstsein mein herz wieder auf und das leben war so reich und toll, ach ja. psychologen mögen eine these habe, weshalb das so ist (brrr, und die thesen von psychologen sind nicht immer angenehm zu hören! *g*), ich hingegen weiß es nicht und kann nur zu bedenken geben, dass es das, wonach die leute im lk-forum in vielen fällen suchen - das glück ohne veränderung der eigenen situation - tatsächlich mal in meinem leben existierte. es tauchte auf und verschwand und eigentlich hatte ich bei jedem kleinen problem nur darauf gewartet, dass es von selbst verschwand und dann geglaubt, ich hätte etwas "daraus" gelernt, obwohl es doch letzten ende die leichtigkeit des seins gewesen war, die mich von meinem kummer erlöst hatte und weniger eine einsicht oder ein vertrauen oder ein glaube.

ähm

wenn ich so drüber nachdenke, erscheint es mir jetzt fast ein wenig so, als wenn vielleicht auch unsere distanz nur einbildung ist. also damit will ich sagen: das versinken im leid und das hoffen auf "kochrezepte", die liebe und glück produzieren, ist der eine "irrtum", aber genauso kann es auch ein irrtum sein, wenn man das gefühl hat, dass alles schon gut enden wird und der glaube an einen selbst / die zukunft / die würde / [zutreffendes bitte einsetzen, unzutreffendes bitte streichen] doch alles ist, wessen es bedarf, um wieder glücklich sein zu können...

hm

naja

aber trotzdem: schön, dass wir beide unseren kleinen hassanfall dem lk-forum gegenüber zeitgleich erleben. ;-))

tja!

und danke für deine worte wegen meines jobs. ich habe heute einen termin "scheduled" bekommen und das hat mich dann DOCH irritiert. es handelt sich um einen termin, an dem mein manager und meine chefin mir ein "praktikanten-feedback" geben wollen. naja ich bin die einzige praktikantin, das bedeutet, viel mehr opfer als mich selbst gibt es bei dem termin nicht. man man man, das geht manchmal flott mit dem herrn selbstzweifel! eben noch habe ich einen großen max gemacht und schon schlägt es um und heraus lugt die schlechte erfahrung mit ähnlichen terminen, ja obwohl ich auch schon viele solche termine hatte, die wohl erfolgreich waren, schlägt die SCHLECHTE erfahrung durch - was auch immer eigentlich eine "schlechte" erfahrung genau sein mag.

du hast recht, obwohl ich der ansicht bin, keine vergleiche mit vergangenen situationen ziehen zu sollen (weil ich sonst mit meinen - vielleicht sogar negativen - erwartungen so vieles kaputt mache), tut erfahrung dann komischerweise DOCH einen guten dienst. ich frage mich, was erfahrung denn dann eigentlich ist - eine rückschau ist es irgendwie ja nicht (nur). hm.

so leutz

ham wa wieder viel geschrieben!

ich sage schonmal gute nacht, da ich mal wieder meiner nicht enden wollenden müdigkeit in stuggitown (= stuttgart) tribut zollen werde in der nächsten stunde und mich bis dahin geistig meist kaum noch rege. *grins*

cu

sine

08 November 2006

von Matilda am 8.11.: ups - i did it!

liebe sine,

auch ich hatte in der vergangenen woche derart langeweile auf arbeit, dass ich mal wieder ins lk-forum gestolpert bin - wo ich es allerdings nicht lange ausgehalten habe. du triffst mal wieder den nagel auf den kopf: mit verlusten umzugehen hat nicht jedermann im überlebens-repertoire, obwohl es da unbedingt hinein gehört. viele beiträge lesen sich so als hätten andere nicht das recht, eigenständig zu entscheiden, wem sie denn ihr herz geben wollen (nur selber behält sich eben dieses recht jeder vor). "gehen lassen oder kämpfen?" ist nur einer der slogans, über die ich mich schon mehr als einmal gewundert habe, "wie kann ich ihn/sie zurück gewinnen" ein weiterer. weiss denn keiner mehr, was würde ist???

in meinem freundeskreis gab es kürzlich so eine geschichte life zu sehen, ganz nach dem gute-zeiten-schlechte-zeiten-prinzip in handliche episoden zerteilt. alles in einem wäre diese farce vollkommen unverdaulich gewesen. so löst sie allenfalls kopfschütteln aus. zusammengefasst: junges paar bricht nach fast zwei jahren auseinander. er macht schluss mit ihr, nachdem er ihr monatelang gesagt hat, dass er nicht mehr verliebt ist, dass er nicht mehr an eine gemeinsame zukunft glaubt, und dass er beider verschiedene ansichten zwecks urlaub, freunde, freizeitgestaltung, sport, arbeit und andere wesentliche und unwesentliche themen nicht mehr länger ertragen kann ecc. sie hingegen wollte immer "noch eine chance", sich "zu ändern", es "besser" zu machen, oder anders, oder was auch immer; nun sind sie seit fast zwei monaten getrennt und sie taucht in regelmässigen abständen vor seiner haustür auf, will noch einmal über alles reden, hat ihm noch soooo viel zu sagen, kann nicht glauben, dass er sie wirklich nicht mehr liebt, will wissen, was an ihr so unliebenswert sei, und dergleichen unsinn mehr. ah, ich vergass fast dazu zu sagen: um vor seiner tür zu stehen, fährt sie ca. 250km. lieben tat er sie ja schon eine weile nicht mehr. sie hat es glücklich hinbekommen, dass nun nach seiner liebe auch seine achtung dahin ist. fasst das einer? jedes mal, wenn ich eine neue episode mitkriege, verstehe ich ein bisschen besser, warum männer sagen, wir frauen könnten mit klaren ansagen nicht umgehen und müssten alles zu brei zerquatschen: wer das sagt, hat solche mädels erlebt.

*örks

aber was ich eigentlich erzählen wollte... weisst du noch, mein posting vom ups-jüngling letzten sommer? ich habe ihn natürlich dazu gebracht, mit mir aus zu gehen. das ist mittlerweile schon ein paar wochen her. und es hat sich gelohnt ;-)

lass dich nicht unterkriegen auf arbeit, du machst das schon richtig, erfahrung ist gold wert (jede erfahrung, auch bzw. vielleicht sogar vor allem unangenehme) -

matilda




...

07 November 2006

rezepte gibt es keine oder: ich weiß, dass ich nichts weiß

hallo

ich habe heute abend zwei, drei threads im liebeskummer-forum angelesen und bin erstaunt, was menschen für tricks und "kochrezepte" für ihre beziehungen anwenden... ich habe oft mitleid mit den dramatischen schreiben und bin doch der ansicht, dass alles kochrezepte immer nur ablenkung sind vom eigentlich problem. wo die probleme liegen, ist schwierig zu sagen, aber wenn ich lese, was menschen sich ausdenken, wie beziehungen angeblich funktionieren, dann erahne ich anhand dieser ideen zuallererst, dass da nicht nur ich lange jahre vor mir selbst "davongelaufen" bin, sondern dass das leiden am "unrichtigen" verhalten anderer volkssport ist und nicht viele die kure kriegen und mal den gedanken gebären (und großziehen), dass das leben ein geben und nehmen ist. verlust gehört dazu, aber vieles wäre vielleicht gar nicht als der ganz absolute verlust zu verstehen, wenn man sich auch mit dem verlust angefreundet hätte und darauf vertrauen würde, dass die meisten dinge irgendwie seine richtigkeit haben.

es gibt doch diesen poesie-alben-spruch

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.


*gg* der eine schreibt den spruch einem herrn öttinger zu, der andere schreibt ihn schopenhauer zu. *gacker*

naja aber der spruch selbst ist nicht übel!

will sagen: ich glaube, wenn man nicht so damit beschäftigt ist, sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen, dann verpasst man einfach dauernd den "einsatz", also den zeitpunkt, an dem man etwas hätte lernen müssen (oder zumindest können). man jagt verzweifelt dingen nach, und für die wirklichen fragen hat man keine kraft, keine zeit und natürlich sieht man sie auch nimmer unter all den netzen und kissen, die man sich zwecks vermeidung von misserfolgen gestrickt hat und überall hingestopft hat.

was, man kann im leben hart landen? oh nein oh nein wie schrecklich und schon wird ein psychisches anti-schmerz-system kreiert inclusive psychotherapie und dem irrsinn zu glauben, man kann aus der vergangenheit schlüsse für die zukunft ziehen.

ich meine ja auch, dass man nachdenken muss, aber etwas dubios finde ich jetzt ehrlich gesagt im moment, wenn man mit nachdenken beginnt und dafür auch wieder rackert und macht und tut und dann steht man vor der tür und muss sie nur noch aufstoßen zu der besseren welt, in der man A) seine probleme löst und B) sich glücklich fühlen darf ohne die erfüllung irgendwelcher patentrezepte, und dann bleiben ALLE stehen, absolut alle und irgendwie merke ich (so glaube ich) schon, wie es den leuten irgendwie besser geht, aber besser ist halt schon ganz gut und bevor man das loslässt, was einem so gut bekannt ist, tut man den letzten schritt dann doch nicht und wundert sich dann nur wieder mit großem gegackere und flügelschlagen, wieso die MENSCHEN, denen man dann begegnet, so unaussprechlich gemein zu einem sind und wieso man trotz aller mühen und dem versuch, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, nun doch wieder metertief in der scheisse landet.

ich bin der ansicht, dass ich selbst auch viele dinge nicht begreife. und es wäre natürlich vermessen zu behaupten, dass ich keine probleme habe. gerade die letzten wochen waren im endeffekt keine leichte sache, denn einerseits hatte mich ja MAL WIEDER das alles vernichtende "mutter-thema" am wickel und andererseits war die "see" nur ganz kurze zeit ruhig (ja genau, auch ich hatte mir eingebildet, etwas zu verstehen... das rächt sich aber eigentlich immer irgendwann! und in diesem fall natürlich auch!) auf arbeit und schon verschlang sie mich dann so endgültig, bis ich mir gedacht habe, dass ich hier nichts zu denken habe und das einzige, woran ich mich erinnern sollte, der gedanke ist: ich mach es so gut, wie ich kann und mehr kann ich nicht begreifen.

ja genau ich hatte auf arbeit nämlich etwas "verstanden"! ich hatte gedacht, ha, ist ja alles immer schema "f" und was ich dort erlebe, habe ich eigentlich unter anderem etikett schon als anwältin erlebt. so... aha ja weiß nicht, kann sein, aber etwas an diesem gedanken "kenn ich allet längst" war GANZ ÜBEL: ich "kannte" nicht nur alles schon, nein ich hab auch begonnen, einiges "wieder" zu erleben, was ich schon erlebt hatte!

naja nach meinem prinzip, wonach einem ein problem so lange treu bleibt, bis man es gelöst hat, war ich jetzt noch nicht mal geschockt sondern erstmal bloß erfreut, dass das dämliche problem so lange ruhe gegeben hatte (nämlich etwa 1 jahr lang ruhe). das problem lautet:

sadismus

:-)

ja ok vielleicht heißt das problem auch anders, k.a. aber was ich damit meine, ist die immer verdammt ähnlich erscheinende situation: alle sind erwachsen, jeder schmiedet seine eisen und kocht seine süppchen, aber das fällt unter "erwachsen-sein" und was weiss ich. und DANN kommt der störfaktor in form persönlicher angriffe und unartigen verhaltens auf den plan (hier meine chefin, die dem schicksal zur unterhaltung irgendwie an meine mom erinnerte) und nervt so abartig. die eigene suppe wird umgeschüttet, und alle eisen, die man eben noch geschmiedet haben, werden als unbrauchbar dargestellt und einem aus der hand geschlagen.

ja hab ich gedacht, da muss man kämpfen! hab mich aufgemuskelt - und ich muss im nachhinein sagen: ja war schon nicht übel und gehört auch dazu, wenn man keine fehler macht, merkt ja keiner, wenn man es richtig macht.

aber dann hab ich es sein lassen mit dem kämpfen und bin jetzt offen wie ein buch. ich entdecke, dass ich erstaunlich ich selbst bin bei dieser haltung. es ist für mich selbst sogar unterhaltsam, wie manchmal so die pfeilspitzen aus mir herausgeschossen kommen und ich meine chefin damit piekse, aber ich kann auch drüber lachen (manchmal mehr, meistens noch nur wenig, aber immerhin) und - trommelwirbel jetzt bitte! - UND...: ich kann gut schlafen. ich nehme es nicht mit in meine gedanken, wenn ich frei habe, zugleich bin ich auch nicht zu, äh ja.

also:

es gehört dazu, alles aufgeben zu können. das kann man auch positiv formulieren und sagen: es gehört dazu, bei situationen, die von dem erwarteten abweichen, auf sich zu vertrauen.

äh

ich glaube, man kann jetzt net verstehen, was ich meine. also anders erklärt: ich fühle mich gut und kann mir selbst zuschauen, wie ich es schaffe auf arbeit, mit meiner chefin und mit allen anderen klarzukommen. was ich nämlich erwartet hätte, ist, dass es verluste gibt bei den reibereien mit meiner aktuellen chefin, also zum beispiel dass ich jemanden ungerecht behandle oder whatsoever. aber (bisher) geht es gut und ich sehe auch, dass ich zurecht komme, und dieses "sich-von-außen-zusehen-können" erstaunt mich zwar, ist aber wohl ein teil dieses laid-back-dingens. mein gott ich überlege nimmer, sondern ich bin. wenn etwas aufkommt an "situationen", dann handle ich oder nicht, das mache ich aus dem bauch raus und mach mir nicht die gedanken, weder vorher noch nachher.

heute hat mich unser manager angeblitzt und der blick war meiner ansicht nach bewundernd. leutz, ich bin DIE PRAKTIKANTIN und nicht mehr die anwältin oder irgendwer sonst. und mein chef spürt, das ich es schaffe, und er akzeptiert das und bewundert es anscheinend sogar manchmal. naja er hat selbst probs mit der anerkennung, und meine chefin ist einer der größten fallstricke für seine karriere und er weiß partout nicht, wie er sie anpacken soll. nun ich auch nicht also lebe ich einfach mein leben und schaue, wie es läuft.

äh

und mit meinen kollegen habe ich ausgerechnet mit den ex-juristen dicke "freundschaft" geschlossen. naja, freundschaft mit kollegen bedeutet für mich, dass man sich AUF ARBEIT gut unterhält und sich freut, wenn man sich sieht. das ist der fall, und weil eine ex-juristin mit mir in einem boot sitzt, weil sie auch von meiner chefin runtergeputzt wurde 2 wochen am stück, ist der kontakt auch persönlich. ich glaube, so etwas vergisst man nicht und ich frage mich zum allerersten mal, was ich eigentlich tue, wenn ich weg bin.

denn bisher war es ein job für mich, mein gott ich habe schon mehr von meinem leben aufgegeben, um etwas zu arbeiten als jetzt. aber ich frage mich zum ersten mal seit vielleicht 10 jahren, ob ich und wie ich zu diesen netten kollegen kontakt halten sollte.

ach ja

ich hatte ja das posting mit der these begonnen, dass ich mich wundere, wieso man sich so viele dinge fragt und warum man nicht alles aktzeptiert und auf sich zukommen lässt.

ich lasse es auf mich zukommen!!!

:-))

bis zum 28. februar 2007 werde ich schon wissen, was ich will.

so

ich will jetzt bald schlafen.

gute nacht von mir!

gruß

sine

02 November 2006

projizieren

*arrrgh*

du sollst nicht schreiben "projezieren", sondern "projizieren"!!!!!!

ist doch ein rechtschreibfehler...!

sorry ich werd immer komischer in sachen rechtschreibung.

:-/

die bitterböse chefin bei ei

hallo!

erstmal zum bloggen etwas vorneweg:

ich habe euch befreit von dem nervigen spam-schutz. das waren diese komischen buchstabenkombinationen, herrje, nun werden wir ja sehen, ob hier viagra-werbung und ähnliches massenposts reinspamt oder nicht.

sooo...

@isabel:

och wie du siehst, ist die schreibwut immer noch auf sparflamme.

ja morgen bekommt meine mom das bundesverdienstkreuz verliehen, ich weiß nun sogar, wofür - meiner ansicht nach jetzt keine großtat, aber mich wundert halt nichts in der politik - und ich bin nicht da. sonst wäre ich nämlich heute schon hingefahren!

ha.

ich glaube, es gibt eine verbindung zwischen dem, was in der zwischenzeit alles auf arbeit (also in meinem praktikum) geschehen ist und dem neverending thema mit meiner mom: meine (neue!) vorgesetzte ist so ähnlich wie meine mutter! impulsiv, schroff bis verletzend, ungerecht und unfähig, in ihrem gegenüber etwas anderes zu erkennen als das, was sie selbst schon hineinprojeziert hat.

äh

und damit ist schon die geschichte von der bösen vorgesetzten ausreichend erzählt und wir kommen gleich zur moral von der geschichte!!!

:-))

nachdem ich an meinem letzten arbeitstage mal wieder was "falsch" gemacht hatte - diesmal hatte ich mich in einer e-mail in einer weise ausgedrückt, wie "die ei" es nicht tun würde mit ihren lieferanten -, ist bei mir der groschen gefallen und ich habe begriffen, dass ich in wahrheit hier fehler machen kann oder nicht, es spielt keine rolle. ich werde hier angebrüllt und mit vorliebe vor anderen abgekanzelt und in anderen momenten in den himmel gelobt, so what, es hat offensichtlich nichts mit den tatsachen zu tun.

die e-mail war nämlich völligst in ordnung. meine kollegin hat sie nicht als unpassend empfunden und der addressat war offensichtlich auch ein riesenfan von mir durch unsere vielen telefonate an dem tag, denn er erzählte mir von seinem ehemaligen büro in berlin mit der 170qm außenterasse im daimlerbenzgebäude am potsi, aha soso, naja ich kam mir vor wie früher als anwältin, wenn mich ein türkischer mandant mal wieder mit einem orientalischen teppich zu bezahlen versuchte.

*gg* ich find es immer wieder spannend, wie mir leutz von ihren statussymbolen oder ihren ach so originellen besitztümern und arbeitsplätzen erzählen, denn für mich das spannende ist, dass ich es immer und immer wieder so spannend finde, wie wenn ich in einem bunten buch mit vielen bildern lese oder eine virtuelle welt im internet anschaue, aber mehr nicht. ich glaube, ich war zu sehr punk als dass mich das je vom hocker hauen wird, was einer angeblich schon alles geschafft und gekonnt hat im leben - zumindest wenn er es anhand solcher statussymbol-blablas zu erklären versucht! oder es liegt an meinem daddy und seinem jesus-gesülze, wonach die materiellen dinge ja unwichtig sind vor gott und blabla blupp blupp...

;-)

ja hm und dann war ich am DIENSTAG noch einmal so richtig gefrustet, weil meine chefin halt mal wieder ihren ausraster gehabt hatte und dabei war mal wieder kein grund dafür dagewesen. bis ich es dann gemerkt habe: ich habe irgendwann in den letzten monaten begonnen gehabt, mir nicht immer die hölle heiß zu machen. in diesem sinne habe ich mir auch vor "calls" wie diesem von meiner chefin, wo ich GANZ KURZ schon vorher eine winzige ahnung hatte, dass es um was unangenehmes gehen müsste, weil es nämlich sonst nichts zu besprechen gab... ^^ ... also in diesem sinne habe ich auch vor solchen situationen, in denen ich schon ganz kurz den herrn selbstzweifel heranschleichen merke, meine bereitschaft, mir vorzustellen, dass es alles gut ausgeht, angeknipst und dann war es zwar schlimm, aber ich war wenigstens ehrlich überrascht. UND: anschließend hab ich auch - für meine verhältnisse zumindest - sehr schnell aufgehört, nach einem fehler BEI MIR zu suchen.

nope



njet

ich war fertig und es kann sein, dass trotz meiner desillusion (gell @isabel... stichwort "desillusion") über diese chefin die eklats, die vielleicht noch kommen mögen, immer noch unangenehm und womöglich auch supertreibstoff für meine depris sein mögen. aber (und jetzt kommt's): ich habe begriffen, dass es nicht an mir liegt. es ist etwas geschehen! ich fange NICHT MEHR an, in allen winkel meines charakters herumzustochern und den sinnlosen worten meiner chefin einen sinn anzudichten. "irgendwas muss doch sein mit meiner e-mail! irgendwas mache ich sicher falsch!!! irgendwie reize ich sie, vielleicht bin ich zu anmaßend oder sie findet mich besserwisserisch! et cetera!!! pp.!!!!!!!" - solche gedanken konnte ich hegen, bis die erde wieder eine scheibe wird (oder wie soll ich sagen *grins*), aber in diesem fall nicht mehr!



so und wie hängt das nun mit meiner mom zusammen? ja, also ich hab jetzt zwei wochen am stück mit dieser neuen chefin kontakt und habe bereits um ein gespräch gebeten, damit wir über unsere kommunikation sprechen können. sie hat nämlich unser aller arbeit als "null, eine glatte null" bezeichnet, unser vorbringen (also mit "unser" meine ich unser team) als "geweine" und sie fällt einem dauernd ins wort und das nicht gerade in einem gesetzten tonfall. ich habe also gemerkt, dass ich das nicht akzeptiere und daran arbeiten möchte - ja genau, nämlich mit der HOFFNUNG, dass es ein problem gibt, das ICH lösen könnte (oder zu lösen helfen könnte).

nun

tja

diese hoffnung ist weg. es ist mir am dienstag klar geworden, dass es kein problem gibt. außer meine chefin produziert in ihrem zu heiß gebadeten hirn wieder eine tolle vision!

so

und ähm ja

wenn ich das bei meiner chefin kapiert habe, frage ich mich jetzt: wann kapiere ich es bei meiner ma.

ähm

@isabel: deine worte hab ich gelesen. die philosophische frage, was los ist, wenn man keine hoffnung mehr hat, interessiert mich auch. hab aber leider keine antwort! ich "schieße" mal eine these sozusagen "aus der hüfte": desillusion ist wie ein kleiner tod. hat man eine sache verloren (oder ist eine sache gestorben für einen), kommt durch die ewige erneuerung des lebens eben was neues auf's tapet.

in diesem sinne frage ich mich manchmal, ob die, die krampfhaft eine sterbende hoffnung am leben erhalten, diejenigen sind, die dem tod näher stehen als diejenigen, die akzeptieren, dass das verlieren von dingen (und von hoffnungen dann ggf. vielleicht auch) zum leben dazugehört.

*liebguck*

hoffe ich hab ein ei gelegt mit diesem hüftschuss, was uns weiterbringt. werde drüber nachrätseln!

gruß


sine

24 Oktober 2006

von Isabel am 24.10.: Desillusion

Huhu!

Na, ein wenig hab ich mich schon gewundert über das Nicht-Schreiben, mir aber nicht weiter viel dabei gedacht - es kann ja viele Gründe haben: Probleme mit der Technik, Stress auf ei zB oder einfach keine Lust und keine Laune.
Dass es aber dann doch ein belastendes Problem gibt, konnte ich nicht ahnen und es tut mir Leid.

Dabei frage ich mich, ob ich überhaupt mitreden kann. Hatte ich jemals das Gefühl, dass mir ein Mensch überlegen ist? Ja. Hatte ich jemals das Gefühl, dass er das ausnutzt? Nein. Es waren immer die Menschen, die mich weitergebracht haben, die freundlich waren und mich in irgendeiner Hinsicht fördern wollten. Es waren die mir wohl gesonnenen, ich hatte wohl Glück.

Dass es auch umgekehrt sein kann, dass Menschen ihre (vermeintliche) Überlegenheit ausspielen können - bewusst oder unbewusst ist gar nicht so wichtig für das, was sie anrichten - weiß ich ja nur aus Erzählungen und nicht wirklich aus eigener Erfahrung.

Ich kenne einige und manche sind gar seltsame Psychospiele um Macht und Ohnmacht, sehr oft ohne dass die Beteiligten die Auswirkungen abschätzen konnten, vor allem und besonders, wenn es um Kinder geht.

Eine dieser Geschichten habe ich hier vor Augen. Ich weiß nicht, ob es etwas bringt, sie zu erzählen, vll kann man etwas aus ihr sehen, lernen, assoziieren:

Eine der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen ist eine bereits pensionierte Assistentin, die immer lieb und freundlich ist, @sine würde sie unterwürfig nennen ;-)

Sie lebt sehr zurückgezogen und bescheiden und geht in ihrer (geringen) Beschäftigung völlig auf. Sie lebt für die Lehre und für die Studenten. Sie schreibt, sie reist, sie leitet Projekte, sie ist sehr aktiv und das mit Ende Sechzig. Sie ist geistig hellwach und sehr belesen.
Dabei sieht sie aus wie eine süße Omi. Mit grauem Dutt und Wollwestchen, es fehlen nur noch Schaukelstuhl und Märchenbuch.

Einmal kamen wir ins Gespräch über ihre ehemalige Chefin, eine Professorin, die sehr gefürchtet war. Sie war wissenschaftlich brillant und sehr kompetent, menschlich völlig daneben und führte ein strenges Patriarchat (Matriarchat?) in ihrem Institut.

Aus einer distanzierten Perspektive vll erklärlich, da sich eine Frau in der Wissenschaft früher wohl noch weniger durchsetzen konnte als heute. Aber menschlich waren die Aktionen der Unterdrückung nicht wirklich nachvollziehbar.

Jedenfalls arbeitete diese heute pensionierte Assistentin 40 Jahre unter der Fuchtel dieses Drachen, um es mal ganz respektlos auszudrücken. Sie konnte sich in dieser Zeit weder wissenschaftlich weiterentwickeln noch Projekte leiten, es war ihr nicht möglich, sich zu habilitieren, sie war nur der Handlanger für Mrs. Wissenschaft und litt still in deren Schatten. Als die Professorin erkrankte, kümmerte sie sich um sie, Tag und Nacht. Sie hatte keine eigene Familie, keine Karriere, keine Hobbies, kein Leben.

Letztes Jahr starb die alte Professorin und ihre inzwischen pensionierte Assistentin begann, ihr Leben nachzuholen. Besser spät als nie?
Ich fragte sie ganz unverschämt, warum sie ihr nie den Rücken gekehrt hatte und ihr Glück bei einem anderen Professor versuchte. Sie reagierte erstaunt und meinte, das wäre ihr nie in den Sinn gekommen, das war doch ihre Mutter.

Tja, äh, und die Moral daraus?

Sie hätte mir gezeigt, dass man selber noch so klug sein kann und talentiert, ausgestattet mit den besten und edelsten Eigenschaft und ein sagenhaftes Potential mit sich herumschleppen kann - es hilft alles nichts, wenn man es nicht schafft, sich denen zu entziehen, die einem schaden.

Aber andererseits: was bleibt, wenn die Hoffnung stirbt, dass eines Tages alles besser wird und harmonischer und einsichtiger und liebevoller? Welchen Wert hat die Desillusion?

Solche und ähnliche Fragen gehen mir heute durch den Kopf. Jetzt geh ich mal in die Vorlesung, vll komm ich ja mit haufenweise neuen Erkenntnissen zurück ;-)

Wünsch euch allen alles Beste, liebe Grüße von Isabel!

photocase hat ein foto von mir eingestellt

hallo!!!

seit langem schaue ich auf einer webseite fotos an, und eines meiner fotos habe ich dort angeboten und es wurde genommen:


foto auf photocase

*froi*

ist das nicht schön? ich heiße dort nickname-mäßig "entice". *gg*

Bis demnäx

sine

23 Oktober 2006

test mit konkret super neu blogging-tool "w.bloggar"

hallo

das ist jetzt ein posting, das mit dem im betreff genannten tool hergestellt wurde.

http://wbloggar.com/

naja ob das eine gute idee ist? schaun mer mal...

gruß

sine

21 Oktober 2006

mein problem: meine mutter.

hallo

ich weiß nimmer, ob ich mich äußern kann.

es ist so, dass ich lange zeit nimmer gepostet habe, weil ich kein internet zu hause in meiner wg in stuttgart hatte. aber mal ehrlich: ich habe auch die ganze zeit abends mit monsieur gechattet bisher und bin dann schlagkaputt ins bett gefallen. jaaa ich denke das ist auch ein schöner abend, aber ich empfand dann nach über einem monat unzufriedenheit, warum genau, kann ich ja nochmal ergründen, aber der größte faktor ist sicher, dass ich nichts sichtbares mehr schaffe. meine studi-webseite liegt brach, mein studium an sich liegt brach, und ich bin nach wie vor dauer-müde und falle zwischen 21 uhr und 0 uhr ins bett und stehe morgens um 7 auf, das ist alles, der rest ist arbeit.

also ich kann mir im moment kaum vorstellen, dass ich schreiben kann über meine belange, es ist versickert, habe ich das gefühl, und gleichzeitig denke ich, dass dieses "zumachen" vielleicht ein verharren ist, ein stehenbleiben und meine situation nur verlängert und verhärtet.

also ein thema soll schon verpostet werden, ich versuche es mal.

*überleg*

gott nein über meine mutter schreib ich nichts mehr, ich brüte zwar auf einem "ei" aber das wird irgendwann schlüpfen und dann weiß ich halt, wie ich mich verhalten werde, das ist dann alles. ich glaube, über meine mom zu schreiben, wiederholt den kummer und die dauernden mißverständnisse nur immer neu und es ist meine sache, die suppe, die meine mutter und ich uns immer einbrocken, auszulöffeln. genau DAS ist ja auch eigentlich das problem: ich habe immer die erwartung, dass endlich mal frieden einkehrt, nein, diese erwartung habe ich nicht, falsch... ich habe den WUNSCH, dass frieden einkehrt zwischen ihr und mir und dann tanzt sie wieder auf meinen nerven herum und stampft meine wünsche und meine würde in den boden und ich stehe da, genervt und unwillig, eine reaktion zu zeigen auf diese neuerliche attacke und frage mich sogar, ob ich es einfach mitspielen soll? aber dann merke ich, mitspielen ist für mich die größte gefahrenquelle, also muss ich, so schmerzhaft es ist, irgendwie raus aus ihrem einflussbereich, und ich kann mich vor lauter unwillen, mich von meiner mutter wieder wegbewegen zu müssen, kaum entschließen und habe auch viel gegen die üblichen kleinen geister in mir zu kämpfen, die mich als "schlechte tochter" beschimpfen und mir den zweifel einsäen, ob ich nicht eine falschspielerin bin und ob ich nicht glaube, dass mein umgang mit meiner mutter einen schlechten eindruck auf die person macht, die mich liebt und der gegenüber ich gerne mit tragfähigen entscheidungen glänzen würde...

naja jetzt hab ich doch viel geschrieben über meine mom. sorry, sehr verworren, wenn man bloß andeutungen macht, stimmt, also ein sorry und doch noch ein satz oder zwei, was vorgefallen ist:

meine mom war (IST) zu besuch (sie fährt aber heute wieder und wir sehen uns nicht nochmal heute). ich hab sie also während der woche - von dienstag bis gestern - erlebt und ich hatte zugleich seit montag dieser woche auf arbeit einen orkan am toben. meine mom hat ernsthaft alle meine aktuellen probleme als normal empfunden und geglaubt, dass ich den job eh bald verliere. auf arbeit hab ich sie zu meinem arbeitsplatz geführt und sie hat einen meiner kollegen getroffen, der mich wegen meiner juristischen ergüsse besonders ernst nimmt und dauernd lobt und meine nähe schätzt *bla* und der lobt mich und sie lacht, weil sie denkt, er macht witze. dann stellt er es klar und sie glaubt es immer noch nicht, dass es mit der frau s. so eine gute zusammenarbeit gebe und sie wirklich stolz sein könne auf ihre tochter.

so ging das, naja, kann man drüber lachen eigentlich, aber es ging dann leider noch ums geld, und das thema "geld" hat dann doch bewirkt, dass ich es mir genau angehört habe, was sie denkt und es mir anscheinend auch (zu sehr?) zu herzen genommen habe. sie hat mir für die zeit in stuttgart 300 euro extra-geld pro monat angeboten. dazu hat sie mich angerufen, bevor wir in urlaub gefahren waren, und mir in diesem anruf nichts anderes erzählt als dass sie mir diese extra-unterstützung gewährt. super, gell. jetzt nimmt sie ihr angebot zurück, und zwar so salamitaktikmäßig. ich möchte die details nicht erzählen, denn der oberwitz ist, dass sie mir nun das geld DOCH geben wird bis zum februar 2007. der weg zu dieser zusage war steinig, denn sie hat mir gezeigt, dass sie mal wieder alles an mir in zweifel zieht und argumente ins feld führt, die wieder mal bezeugen, dass sie mich nicht erkennt und nicht versteht und vor allem, dass sie KEIN VERTRAUEN in mich hat, weder in mich vom charakter her, noch in meine fähigkeiten.

kennt ihr das? wenn einer zwar eine andere wahrnehmung besitzt und man akzeptiert das, aber der andere MERKT noch nicht mal, dass ER mich nicht akzeptiert, sondern er setzt seine sicht wie ein gewicht auf alles, was ich bin (mein aussehen, meine tätigkeiten, meine beziehung, meine wohnung, meine ziele...) und beklagt sich sogar am ende noch, dass ich schlucken muss, um erstmal irgendwie mit dieser last umgehen zu können?

es gibt also die möglichkeit, mich ihrem einfluss zu entziehen, der lacher, denn ich habe gerade urlaub beantragt, um sie besuchen zu kommen. jetzt möchte ich den gedanken, den ich seit gestern habe, reifen lassen. nämlich den gedanken, sie nicht zu besuchen. ich weiß nicht, ob ich ihr direkt sagen soll, dass ich nicht komme, weil ich mich so unwohl fühle in ihrer gegenwart. das würde sie nicht verstehen, als pubertäre verletzung einstufen und im zweifelsfall vielleicht eine zornesfalte mehr in ihrem gesicht bekommen, denn das bestätigt vermutlich nur, dass ich eine ungezogene gör bin (wie sie anscheinend glaubt) und ihr neuerdings nur das geld aus der tasche ziehen möchte, sonst nichts. das, was ich damit bezwecke: offenheit, auch: schocktherapie, werde ich wohl nicht erreichen.

also besteht die möglichkeit zu behaupten, der urlaub sei nicht genehmigt worden von meinem manager. und an DER stelle geht in meinem kopf das gesülze los, das meine "kleinen geister" veranstalten: ja sine, genau, du selbst kannst nicht zu dir stehen, weil du dich auch wirklich zu schämen hast, dass du das geld überhaupt noch brauchst und dann nicht die höflichkeit hast, deiner mutter gegenüber gehorsam zu zeigen. so zeugs sagen meine inneren stimmen, und um mir angst zu machen und mich mich nicht nur schlecht fühlen zu lassen, behaupten sie noch, wenn ich schon frei habe, aber meiner mutter keinen besuch abstatte unter dem vorwand, mein chef hätte den urlaub nicht genehmigt, dann würde ich ja die perversion besitzen, über die schöne zeit ohne meine mutter nachzudenken.

schlussendlich kommt bei meinem gewirre bisher heraus, dass ich vermutlich hierbleibe, aber meiner mom nichts sage, und die freien tage aber nicht verplane aus achtung vor meiner mom. dann wird die kunst sein, einen mittelweg zwischen büßerhaltung und seelen-befreiung zu suchen in diesen tagen, und meine lieben kleinen inneren stimmen sagen: na, wenn du eh dann die zeit mit grübeln verbringst und dich als lügnerin fühlst, dann kannst du auch zu deiner mutter fahren und dich als die unartige tochter bezeichnen lassen, die nur dank der nicht enden wollenden güte und unterstützung der mutter halbwegs den rechten pfad beschreitet, zumindest im moment... man weiß ja nicht, wie lange das gut geht.

aha nun ist es ein mutter-posting geworden, na kein wunder, dass ich nimmer schreiben mag im blog. dieses thema ist zäh und haltsam wie kleister und ich glaube, ich lasse es jetzt bleiben, mir einen flug zu besorgen für den 2. november und dann ist auch gut.

nochmal die wahrheit, die ich empfinde: meine mutter hat mich so schlecht gemacht, mich so enttäuscht mit den ewigen unterstellungen mir gegenüber, dass ich am freitag so geschwächt war, dass mir die beine geschwankt haben und ich mich ABSOLUT arbeitsunfähig gefühlt habe. ich habe probleme gehabt am montag und dienstag auf arbeit, aber am freitag - dem tag, nachdem ich das gespräch über das geldproblem hatte mit meiner mutter - war ich psychisch echt am boden: weinerlich, ohnmächtig, unglücklich und meine perspektive war einfach nur weg. denn jede perspektive beinhaltet, dass diese frau wieder ihre idiotische weltsicht auf mich abfärben wird und dann war es alles nur ein hängen und würgen und ich bin ja so ein schwaches pflänzchen ach herrjeherrjeherrje achgott.

hey diese irrungen und wirrungen, die meine mutter immer so folgenschwer an mich absondert, sind sogar so kurzschlüssig, dass es noch nichtmal eine perspektive wäre, die unterstützung meiner mutter auf 0 zu reduzieren! das würde bei ihr nicht den mindesten effekt haben, denke ich. das wäre dann plötzlich selbstverständlich und sie würde sich ein anderes gebiet suchen, mich wieder (wie immer schon) an die kandarre zu nehmen.

oder nicht?

*denk*

ich halte diese frau im moment echt nicht aus.

aha

dann lass ich das mit dem besuch. mein manager muss dafür herhalten und wenn ich behaupte, auf arbeit gab es "wieder ärger", wird sie es mir 100 pro glauben. dann kann sie wieder seufzen und sich ja solche sorgen machen, sich als retterin der ärmsten fühlen und 4 wochen später mitteilen, dass sie im nachheinein auch nimmer wüsste, was sie in ihrer gutmütigkeit eigentlich gedacht hat und alles, was sie in dieser "güte" verströmt hat, wieder einsammeln. nur wäre ich dann ausnahmsweise mal in meinem schneckenloch geblieben und sie kann mir nichts mehr wegnehmen.

hoff ich zumindest, man weiß es ja nicht.

so

das ist also mein problem.

gruß

sine

05 Oktober 2006

von Isabel am 5.10.: Übers studieren

Grüß euch!

Über das Studieren an sich und über Enttäuschungen und über das Realisieren von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten möchte ich heute philosophieren und das was

@sine schrieb
ich sehe nur, dass ich nicht meinen eigenen wünschen gefolgt bin. ich sehe aber nicht, dass mir alles leichter gefallen wäre, wenn ich meine lebensroute frei und meinem herzen folgend bestimmt hätte.

noch nicht relativieren. Denn es kommt - meine ich - auf die Bewertung an, aber jetzt nicht auf die objektive, sondern auf die individuelle.

Das soll vor allem heißen, dass mir zB eine Notenskala an Stellen vorbeigeht, die ich ohne Spiegel gar nicht sehen kann. Nun ist es ja so, dass man auch in ungeliebten Fächern einen bestimmten Prozentsatz des Stoffes brav vor sich hingeplappert haben muss oder zumindest SO wiedergegeben haben muss, wie sich das Fr. und Hr. Prof. so vorstellen, sonst wollen sie einem wieder sehen.

Das ist schon lästig, zugegeben. Man kann auch versuchen, unangenehm aufzufallen in der Hoffnung, der will einem auf gar keinen Fall wieder sehen, das funktioniert aber leider nur in den seltensten Fällen.
Meine Noten sind selten gut. Vor allem in den einführenden Veranstaltungen lerne ich nur das, was mich interessiert und wenn ich Glück habe, komm ich damit durch ;-)

Will sagen: wichtig ist mir, was ich dadurch lerne, indem ich lerne. Und zwar, wenn möglich, nur das, was ich spannend finde, aber und vor allem, indem ich mich mit diesen Menschen beschäftige und mich von ihnen inspirieren lasse. Und sie dann auch einteile in "Freund" und "Feind"? Hmm …

Zumindest bemühe ich mich, anzunehmen und von ihnen zu lernen. Und wenn mir das, was sie zu sagen haben, so gar nicht gefällt, ignoriere ich sie und hoffe, der Studienplan lässt diese Exzentrik zu.
Aber wenn sie etwas zu sagen haben, das mir gefällt, das mich zum nachdenken anregt, mich weiterbringt, das mich selbst auf neue Ideen bringt, dann habe ich etwas für mich gewonnen, etwas Sinnvolles gelernt.
Ob mir das leicht fällt? Sicher gibt es Rätsel, aber diesmal ist es eine Freude nach der Lösung zu suchen. Ob nun auch diese Menschen zu den magischen zählen? Bin mit Fromm noch nicht weitergekommen.

Das klingt jetzt vll etwas respektlos den Wissenschaftern gegenüber. Seit ich einige persönlich kennen gelernt habe, habe ich diesen Autoritätshype schon einigermaßen abgelegt. Aber einige darf ich noch immer bewundern, weil sie beeindruckend sind.

Daher: Ich meine, dass nicht alles, was ein Studium zu bieten hat, jedem gefallen kann. Das gibt’s meiner Meinung nach gar nicht. Aber es enthält die Option etwas zu finden, das gefallen könnte und hier hake ich ein und finde (oder fand bisher), dass man gut sein kann in seinem Fach, wenn man sich damit identifizieren kann. Und nur dann! So dachte ich zumindest immer.

Daher will ich noch immer daran glauben, dass man ganz von selbst gut ist in den Dingen, die man kann, weil man sie gern tut - das schließt ein, dass man in den Dingen nicht gut sein kann, die man nicht gern tut.

Was jetzt aber nicht mehr stimmen kann, wie mir dein Beispiel zeigt. Schon wieder was gelernt: Ich muss mir neue Thesen zimmern, die alten werden brüchig.

Noch hapert es am Vorstellungsvermögen, muss wohl noch viel lesen, hören, erkennen, um zu verstehen ...

kryptografiert oder kryptografisch?

hallo @isabel...

*smile*

tja also die theorie mit der unterforderung und dem bollwerk eines riesenproblems, was ein studium, das man gegen den eigenen willen unternimmt, sein mag, find ich persönlich nicht zutreffend.

ich muss schon zugeben, dass ich selbst auch schonmal versucht habe, alles genau spiegelverkehrt zu betrachten. das gehört ja auch dazu, wenn man über dinge nachdenkt, dass man sich mal irgendwie bemüht, einen andere blickwinkel einzunehmen. für mich selbst war der konträre blickwinkel zu dem, was ich tagtäglich gedacht habe, dann die tolle übung, die aber keinen schritt weitergeführt hat (außer vielleicht zu der allgemeinen erkenntnis, dass alles auch ganz anders sein könnte, als man selbst es sich vorstellt, sogar das eigene leben könnte ganz anders zu beleuchten und verstehen sein... und es IST auch oft jahre später anders zu verstehen als in der konkreten situation, in der man sich gerade befunden hat).

will sagen: mag sein, dass ich mir tatsächlich permanent und in vieler hinsicht auch erfolgreich einbilde, dass ich dinge nicht kann, dass ich schwierigkeiten habe und bla. kann sein, dass ich mir das einerseits eben nur einrede, dass andererseits noch die dauerzweifel meiner mom in mir zu hause sind, dass ich etwas gebacken kriege, kann auch gut sein, dass ich mir nur einfach so heimisch vorkomme im unglück, dass ich es dann eben doch (!) kultiviere, weil ich sonst vll. nichts mehr zum jammern hätte.

*schief guck*

mein argument, was dagegen spricht, dass ich so ein verdammter überflieger bin, der nur durch innere hemmungen noch irgendwie im mittelmaß verwurzelt bleibt *gg*, ist eigentlich nur, dass ich selbst mich anders fühle. das ist kein argument, wie jeder weiß, der zu viel im liebeskummerforum rumgehangen hat wie wir... *lach*. es ist kein argument unter der bedingung, dass es mir möglich wäre, mich und mein leben objektiv und unter rationalisierung von gefühlen zu betrachten. nun objektivität ist eventuell schon nicht zu erlangen, aber gefühlsfreiheit ist definitiv nicht möglich, es sei denn, man hat sich weggemacht oder ist bereits innerlich gestorben.

ja es stimmt, man kann aber seine wahrnehmung und dadurch auch indirekt seine gefühlswelt verändern. das ist das, was man "den blick öffnen" oder "über den tellerrand hinwegschauen" nennt.

du isabel, ich sehe nur, dass ich nicht meinen eigenen wünschen gefolgt bin. ich sehe aber nicht, dass mir alles leichter gefallen wäre, wenn ich meine lebensroute frei und meinem herzen folgend bestimmt hätte.

ehrlich gesagt: als ich mein zweitstudium begann, dachte ich einen etwas ähnlichen gedanken doch. *fällt mir jetzt wieder ein*

ich hab tatsächlich gedacht: "diesmal wird alles besser und ich bringe leistung, ohne mich selbst zu boden zu drücken". es war auch eine psychische strapaze gewesen, dann zensurenmäßig nicht in die regionen aufgestiegen zu sein, in denen ich mich imaginär schon gewähnt hatte! stimmt jetzt wo ich drüber nachdenke: ja doch dieses EINE MAL hatte ich mir den gedanken auch gegönnt, ich wäre nun frei und damit automatisch intelligenter und leistungsstärker.

ich habe den gedanken aufgeben müssen. man sitzt vor den eigenen phäigkeiten ^^ und versteht sich nicht in allen punkten. es ist wie eine weissagung durch das orakel von delphi. eben ist man noch froh, dass man einen teilaspekt kapiert hat, und kaum wendet man das wissen an, steht man vor dem nächsten rätsel.

oder so ählich *gg*

gruß

die rätselhafte (oder total verrätselte)

sine

04 Oktober 2006

von Isabel am 4.10.: von Disziplin und Unterforderung

Ein Huhu und einen guten Abend!

Der Hinweis auf Fromm klingt ja interessant. Zwar kenne ich einiges von ihm, aber bei weitem nicht alles. Und das, was ich schon nach dem Titel interessant finde - also etwas, das man sofort in die Hand nehmen und darin blättern würde, wenn es ins Auge springt - kenne ich nicht.

So frage ich mich, ob das meine generelle Gesinnung ist: von überall ein bisschen wissen, aber nichts so richtig? Klingt ganz schön oberflächlich ...

@sine, deine Schilderung von ei erinnert mich an ein begabtes Kind in einer normalen Schule, das sich täglich fragt, was es hier eigentlich machen soll und sich verloren fühlt.

Doch dass du dich nicht mit dem Unternehmen identifizieren kannst, wenn du weißt, nur kurze Zeit hier zu sein, und auch weil deine Kenntnisse und Erfahrungen in deinem Bereich nicht einsetzbar sind, scheint mir nachvollziehbar und gehört für mich in die Lehrjahre einer erfahrenen Studentin.

Was wir lernen ist so konträr zu dem, was die Kids begeistert, wenn ich das mal so allgemein formulieren darf. Vll ist es auch die jugendliche Begeisterung über alltägliche Dinge, an die man sich wieder erinnern sollte - vll ist das die Lektion?

Du hast etwas zu s. im lk (man beachte die gekonnt eingesetzten Abkürzungen ) geschrieben, das bei mir den Mechanismus der Kinnlade außer Kraft setzte:

@sine schrieb:

zum beispiel hatte ich mein jurastudium auf wunsch meiner ellies gemacht

Das fand ich bemerkenswert und fragte mich, wie es sein kann, etwas völlig (?) gegen den eigenen Willen und dann auch noch mit gutem Erfolg durchzuziehen, nur weil es verlangt, erwartet, vorausgesetzt wurde.

Das zeigt ein enormes Ausmaß an Disziplin und ich frage mich, ob es nicht wirklich Unterforderung (auch bei anderem als ei?) wäre, die dir manchmal zusetzt? Kann das sein?

Ich selbst sehe mich gänzlich außerstande etwas zu tun - zumindest für längere Zeit - was mir höchst zuwider ist, nur um jemanden einen Gefallen zu tun. Das schließt auch die Menschen ein, die mir etwas bedeuten. Wie wäre es dann mit Menschen, die mir nicht so viel bedeuten?

Mein Studium machte ich gegen den Willen meiner Mama. Ich hoffe, nicht nur, aber es war ein starkes Motiv. Meine Mutter hatte große Vorurteile gegen Akademiker, das schon eine Ursache hatte, was ich aber in jungen Jahren weder sehen noch begreifen wollte.
Mir war hoffentlich wichtig, dass ich etwas tat, was ich wollte, aber ich tat es auch im Wissen, dass sie es nicht wollte.

Ein Revoluzzer, der das Leben schwer machen kann: stur, uneinsichtig und schwer verdaulich, ja ja - letzteres war schon bekannt, nicht wahr? ;-)

Lieben Gruß und Gute Nacht!

03 Oktober 2006

kein überraschungs-ei

hallo!

es hat eine lange zeit in anspruch genommen, aber nach all meinem erstaunen über die verhältnisse in einem so großen unternehmen wie ei habe ich nun irgendwie den berg überwunden, den ich verständnismäßig ums verrecken nicht bis zum gipfel erreichen konnte / wollte zu vor.

ich habe jedenfalls seit einigen tagen gemerkt, dass ich ruhig geworden bin. ich erwarte nichts mehr von ei, was ei nicht erfüllen kann, und doch hat es weh getan, diese resignation zuzulassen. nein es ist keine gelassenheit und es ist eben auch keine zufriedenheit, nö, es ist einfach resignation.

es fällt mir nicht so leicht es zu beschreiben, aber ich versuche es mal:

ja doch es stimmt: ei ist anders und bla. aber der knast ist auch "anders", mein elternhaus ist auch "anders" und wenn ich etwas neues gelernt habe, dann nur die tatsache, dass es parallelwelten gibt und dass bei jedem die uhren etwas verschieden ticken je nachdem aus welcher parallelwelt er gerade kommt.

;-)

was ich NICHT gefunden habe bei ei, ist ein ziel, wonach es sich zu streben lohnt. ich habe ernsthaft - eher unbewusst und daher von mir auch nicht ganz realisiert! - geglaubt, bei ei würde ich irgendetwas finden, was sich zu erstreben lohnt und was so bunt leuchtet und mich so anrührt wie zum beispiel eine besonders schöne webseite oder eine herrliche geschichte *abschweif* ja oder wie eine schöne landschaft irgendwas halt, wo mein herz "ja" zu sagt.

es war schon hart für mich zu realisieren, dass ich alles, was es bei ei gibt, schon kenne. es ist zum beispiel hart für mich zu verstehen, dass die einkäufer bei ei letzten endes auch nur jeden tag eine rolle spielen und dass sie - wie ein anwalt doch auch - nur in besprechungen zu gewinnen versuchen, in projekten menschen zum tätigwerden anleiten wollen und wie vermutlich absolut JEDER berufstätige spielen sie ja auch bloß mit der dosierten weitergabe von wissen und unterteilen die welt in "freund" und "feind".

ich nehme an, das ist jetzt komisch, was ich geschrieben habe, aber das ist der punkt: es gibt keinen punkt. es gibt keinen anlass zu kritik an dem job und es gibt auch nichts, was mich dorthin zieht.

und das hat mich traurig gemacht. ich fühlte mich verlassen! ich dachte, dass es doch lächerlich ist, dass ich mich von meinem anstrengenden und missliebigen rechtsanwaltsjob freigemacht habe, nur um in einer neuen parallelwelt zu landen, in der die menschen NICHT freier sind als meine anwaltskollegen, in der man bestimmt in vielen dingen ein anderes selbstverständnis hat, aber in der ich nichts wirklich neues finde, sondern nur wiedererkenne.

ich muss zugeben, ich habe gleich den bogen gezogen zu meinem studium an sich und bin ehrlich etwas entsetzt, dass ich plötzlich noch mehr scheinwissenschaft entdecke als in meinem juristischen studium. es ist für mich GANZ erschreckend argwöhnen zu müssen, ob es nicht vielleicht ein noch größerer unsinn ist, den die bwler da verzapfen als das, was juristen sich gegenseitig einzubilden versuchen. meine fähigkeit bzw. meine oft auch sehr schädliche neigung zum globalisieren mag der grund sein.

naja ich hab mich den einen abend elementar mit monsieur über diese ernüchterung ausgetauscht. an dem abend hatte ich mit einem ehemaligen praktikanten gesprochen und ich hatte noch nicht verstanden, wieso ich in dreiherrgottsnamen nicht auch so begeistert sein kann von ei wie dieser praktikant. ein kleines puzzlestück habe ich wieder geschenkt bekommen durch dieses gespräch (oder sagen wir lieber: die aneinanderreihung von mißverständnissen *g*), und das puzzlestück war: schon wieder einer, der total begeistert ist, bei vertragsverhandlungen mal dabei sein zu dürfen und das total aufregend und beeindruckend findet.

ich hab also an demselben abend mit monsieur irgendetwas im chat diskutiert. ich kann mich heute nicht mehr erinnern, was es war. irgendwas mit einer passage auf dem fromm-buch "furcht vor der freiheit" war mit dabei. am nächsten tag ging es mir besser und mittlerweile stelle ich fest, dass ich seit diesem abend nimmer nachgedacht habe über ei. es ist mir egal geworden oder vielleicht ist es mir auch einfach nur verständlich geworden und ich hab es in derselben sekunde als faktum abgehakt, keine ahnung.

was mir verständlich geworden ist, ist jedenfalls, dass ei mir nichts zu bieten hat, solange ich in meinem inneren mir nicht ein ziel selbst ersinne und dann danach strebe.

äh also wirklich in dem sinne, dass ich träume oder phantasiere und dann sage: ja, genau das will ich.

alles andere GIBT ES NICHT. niemand anders kann mir ein lebensziel bestimmen. ich habe also realisiert, dass ei noch ein recht massives restpotenzial aktiviert hat, mich anzupassen, irgend etwas jetzt mal "richtig" zu machen und der ganze übliche kram. aber es gibt nichts richtig zu machen und nichts falsch zu machen.

weder hat es mich wirklich beflügelt, dass ich alle mir bisher bei ei aufgetragenen aufgaben mit links gemeistert habe und auch kein problem hätte, die aufgaben meines managers oder auch meiner teamleiterin, die ja die ach so aufregenden vertragsverhandlungen macht, zu erledigen. das hat mich nicht erfreut, also natürlich hat es mir so etwas wie ein gefühl von sicherheit gegeben, aber gefreut...? nein. denn dahinter stand, dass ich hier kein ziel hatte, dass ich ein studium machte, dass nur ein sieb für menschen ist und keine wirklichen qualifikationen und werte vermittelt, dass ich nie irgendwo hinwollen und nie irgendwo ankommen kann, wenn ich selbst es mir nicht konkret wünsche und erträume.

ei ist also einfach eine bürogemeinschaft für mich und meine kollegen sind nimmer juristen, sondern halt einkäufer. that's it. noch ein paar verschiebungen in den hierarchien, aber sonst: alles beim alten.

ich habe auch aufgehört, meine kleinen sozialstudien über meine kollegen zu unternehmen. nein ich frage mich nimmer, wie man den ganzen tag herumsitzen kann. es ist mir egal. ich habe mittlerweile mehrere quellen, aus denen ich mir arbeit saugen kann und dann schütte ich mich mit irgendwelchen sachen zu, bei denen ich nur einmal am tag kurz daran denke, dass ich als anwältin für diese ausführlichkeit, mit der ich meine arbeit erledige, NIEMALS zeit gehabt hätte, und dann arbeite ich bis 18.30 uhr oder 19.00 uhr und dann bin ich froh, auf meinem fahrrad zu sitzen und endlich frei zu sein - eigentlich genau wie als anwältin.

genau gleich ist auch, dass es leute gibt, die mir sofort vertrauen, mir dinge auch zutrauen, und dass es auch leute gibt, die ohne grund von beginn an gar nichts von mir halten. mir ist es zum glück egaler als früher als anwältin, aber dennoch fühle ich mich erinnert an damals.

naja

ich geh mal spazieren.

ein etwas anderes thema ist, dass ich mich mit meiner vermieterin über mein fahrrad gestritten habe (o.k. es waren ihrerseits 5 sätze und ich habe immer "nein, so ist es doch gar nicht" gesagt, aber da sie mir mit meiner kündigung gedroht hat, sortiere ich diese 5 sätze mal als zerwürfnis ein).

und ein noch ganz anderes thema ist, dass ich mich plötzlich frage, wie ich noch satte 5 monate hier bleiben soll ohne monsieur. letzteres ist übrigens akut geworden, seitdem ich mich von meinen klausuren, die ich eigentlich nächste woche in berlin an meiner uni hatte schreiben wollen, abgemeldet habe. seitdem langweile ich mich ehrlich gesagt und erforsche, ob ich mich nicht mit dingen beschäftigen kann ohne druck. ja kann ich aber zugegeben: die kleinen depri-gedanken haben größere chancen als bisher.

abwiegelnd kann ich behaupten, dass es ja nun auch über 1 monat her ist, seitdem ich monsieur in meine arme geschlossen habe... und dass es manchmal sehr zeckt, wenn monsieur sagt, dass er traurig ist, weil ich nicht da bin... natürlich ist auch einfach mal eine zeit vergangen und es wird schön sein - und ist auch nötig, @para! *gg* - ihn wiederzusehen.

hach es regnet. ich geh trotzdem spazieren. ich komme hier bloß auf dumme ideen sonst.

grüßle

von eurer sine