20 März 2006

von Sturmtief am 20.3.: kleine Antwort auf nicht gestellte Fragen

an FrauPost:
Hallo Sine,


ein paar Kommentare zu Deinem letzten Beitrag.

> bei den bildbeschreibungen stand, dass es keine psychische hilfe gab und bla.
Ich habe mal von Untersuchungen gelesen, dass Opfer von traumatischen Erlebnissen (soweit ich weiß ging es ausschließlich um Unfälle und Krieg) ohne psychologische Hilfe schneller darüber hinwegkamen, als Opfer mit ebendieser Betreuung. Dies soll keine Kritik an der Betreuung sein, sie ist nur nicht immer hilfreich.
Doch weiter zur Frage, wie soll man mit einem weggeschossenen Gesicht klar kommen?
Eines der bittersten Film-Dokumente die ich mal gesehen habe, betraf einen Mann der nicht mal äußerlich verletzt war, er zitterte einfach nur unsäglich am ganzen Leib. Den Fachbegriff habe ich vergessen, hatte aber etwas mit dem Trommelfeuer zu tun, dem er ausgesetzt war. Dieser Mensch war einfach nur noch ein zitterndes Bündel, psychisch unerreichbar für die Umwelt.
Übersensible Menschen sollten sich solche Ausstellungen vielleicht nicht anschauen, das menschliche Leid ist grenzenlos und wer kein Talent im Verdrängen besitzt, sollte sich besser nicht damit im Detail auseinandersetzen.

> die psychologen seien eigentlich "neopriester" und die therapien seien heimliche religionen
Meine Ex macht gerade ihr Vordiplom in Psychologie, ich sollte sie mal darüber befragen. Ich würde diese Thesen nicht unbedingt Verneinen und ich denke, ich weiß durchaus wovon ich rede. Aber mit allgemeingültigen Aussagen dazu wäre ich mehr als vorsichtig, was dem Einen hilft, ist für den Anderen Humbug, wer heilt hat recht.

> mein therapeut hat mir "verboten", literatur zum thema zu konsumieren.
Ohne sehr ausführliche Begründung, wäre das für mich vollkommen unakzeptabel. Aber womöglich hat Dein Therapeut da ja berechtigte Gründe, ich würde soetwas nie akzeptieren. Kategorisch und ohne Ausnahme. Aber ich habe als Kind auch nie auf meine Mutter gehört ;)

> im heise-forum wurde ich angeschranzt[...] schreibt dieser eine forums-schreiber zurück
Trent ist soweit ich weiß eine Frau, eine sehr kluge dazu, sofern ich das nach 6 Jahren Telepolis-Forum hoffentlich realistisch einschätzen kann.

> ich würde ja auch lediglich den austausch der sichtweisen wollen! aber dieser austausch wäre leichter zu bekommen > in manchen dingen, wenn es respektvoller abginge.
Ich bitte Dich, Du bist im Telepolis-Forum, ein Ort für intellektuelle Spiegelfechtereien im Kettenhemd. Natürlich sind da unzählige menschliche Perlen, aber nicht mit der Einstellung eines blutigen Steaks im Haifischbecken.

> ich kann mich nicht erinnern, im leben sehr viele eigene worte gefunden zu haben.
Echt nicht? Ich erfinde ständig Worte, spiele mit alten Kombinationen herum und kreiere neue, aber so hat wohl jeder eigene Marotten.

> verlangt er von mir einen seelenstrip, der über meine nackte behauptung, es habe in meiner therapie keine
> gehirnwäsche gegeben sondern hilfe weit hinausginge?
Trent ist kein Troll, sie meint ernst was sie schreibt und eine Diskussion wäre sicherlich tiefschürfend. Aber ganz sicher nicht im öffentlichen Schlachtfeld des Forums, sowas geht höchstens mit Geschichten, mit denen man schon lange halbwegs abgeschlossen hat.

> ich denke manchmal, dass das weltbild vieler menschen nicht beeinflusst werden kann durch mich.
Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Allein schon im LK-Forum hast Du doch sicher schon unzählige beeinflußt. Du bekommst nur selten ein Feedback. Ich habe Dich jedenfalls sehr gut in Erinnerung und das ist gut zwei Jahre her, dass ich von Dir gelesen habe. Normalerweise bin ich froh, wenn ich noch weiß was ich am Vortag gelesen habe.

Zu meinem Musiktip noch ein Wort, ich wollte nicht missionieren, ging mir nur um ein Hallo und natürlich bin ich auch davon überzeugt, dass sie Dir gefallen würden, aber manche Beeinflussung wirkt wie schleichendes Gift, zuerst winkt man wohlwissend ab, aber irgedendwann siegt doch die Neugier und dann wird plötzlich vieles klar. Ich glaube nicht mehr wirklich an Zufälle, aber das ist eine anderes Thema.

Wenn ich die Zeit gefunden habe, Dein Blog durchzulesen, kommentiere ich das auch gerne noch sehr ausführlich, aber soweit muß ich erstmal aufhören. Wenn ich Blog-Konventionen oder dergleichen verletze oder mein Posten schlicht fehl am Platze ist, mußt Du mir das bitte mitteilen. Ich bin es nur gewohnt in Foren zu schreiben, die ja doch eine ganz andere Struktur aufweisen und mein letztes Anliegen wäre es Dein Blog vollzumüllen.

Liebe Grüße

alptraum und psychologie

montag morgen! ich hatte einen alptraum, wahrscheinlich habe ich einfach zu lange geschlafen. es ging - wie häufig in meinen alpis - um superdog und diesmal war ein krieg und mein 10-jahre-alter dackel eignete sich in den augen eines mannes hervorragend (noch) als suppeneinlage.

ich glaube, ich habe die fotoausstellung aus dem historischen museum in berlin mit diesem traum zu verarbeiten versucht. dort werden sehr eindrückliche bilder von kriegsversehrten gezeigt. es werden auch eine menge andere menschen, auch bekannte leute, abgebildet. aber die versehrtenfotos waren beinhart. dem einen mann fehlte von der luftröhre bis zur nase im vorderen gesichtsteil alles und die frische wunde klaffte auf dem foto. dem anderen mann war seine gesichtsverletzung zwar schon verheilt, aber von der seite im profil betrachtet fehlte ihm bis auf die augen alles aus seinem gesicht, wie ein nach der entnahme eines kuchenstücks war ein v-förmiges nichts geblieben.

es war furchtbar und es nötigt mir die frage ab, wie diese menschen sich fühlten und ob sie genau dieselben problemlösungsversuche angetrengt haben wie ich mit meinem weltschmerz...?

bei den bildbeschreibungen stand, dass es keine psychische hilfe gab und bla.

hm

im heise-forum wurde ich angeschranzt von einem fremdwort-fetischisten. das thema war ein artikel, in dem einerseits die rede davon war, dass psychische probleme auch genetisch bedingt sein können und provokant wurde vor allem wiedergegeben, dass es auch soziale phobien gebe.

es wurde dann im forum (d.h. in den beiträgen der leser) ziemlich gewütet gegen die psychologie im allgemeinen und behauptet, die psychologen seien eigentlich "neopriester" und die therapien seien heimliche religionen, die uns eigentlich nur zu einem "funktionieren" in der gesellschaft verpflichten sollen und die mit uns nichts anderes als... tja. hab ich nicht verstanden, ist im fremdwortgewusel untergegangen und / oder es war mir nicht einleuchtend.

ich habe einen beitrag gelesen, in dem gesagt wurde, psychologie ist eine empirische wissenschaft und keine naturwissenschaft (sinngemäß), aber dass es doch in ordnung sei und das psychologie dennoch einen sinn habe, da menschen auch geholfen würde.

dem stimme ich zu, aber vor allem bin ich überrascht, dass meinem therapeuten jemand unterstellt, er hätte mir eine art gehirnwasche verpassen wollen oder schon verpasst. ich weiß noch genau, wie ich selbst gedacht habe, dass "die" mich manipulieren wollen und dass ich "recht" habe und dass ich mich nicht verarschen lassen möchte, zumal dann ja sicher nach einer weile die dosis der gehirnwäsche nachlässt und ich noch döver dastehe als vorher...!

mein therapeut hat sich so gedrungen bis gar nicht geäußert, dass ich mühe hatte, ihn zu interpretieren. mein therapeut hat mir "verboten", literatur zum thema zu konsumieren. und mein therapeut hat MICH reden lassen, allenfalls ein paar worte meinerseits wiederholt oder die typische frage der reichschen psychotherapie abgesondert: "und was fühlen sie dabei???".

das war alles und mein gefühl ist das, dass ich nicht manipuliert wurde. ich habe geschrieben im forum und dort behauptet, dass ich in der therapie ganz im gegensatz zu den bisherigen behauptungen einen freiraum gefunden hätte zum "funktionieren-müssen" in der gesellschaft und bla.

schreibt dieser eine forums-schreiber zurück: ob mein begriff "angstbild" mein eigenes wort sei...?

ich kann mich nicht erinnern, im leben sehr viele eigene worte gefunden zu haben. sieht man mal von der babysprache ab. hm. ich habe damals meine hauptprobleme (also die probleme in den gedanklichen fragen, die mich damals beschäftigten) mit "herrn selbstzweifel" und "frau selbstliebe" bezeichnet. ob dieser rabiate forumsschreibern DAS meint? reagiert er nicht über auf die begriffe, die jeder kennt, und verlangt er von mir einen seelenstrip, der über meine nackte behauptung, es habe in meiner therapie keine gehirnwäsche gegeben sondern hilfe weit hinausginge?

nun

ich bin ja selten um worte verlegen, aber das möchte ich einfach nicht leisten.

ich denke manchmal, dass das weltbild vieler menschen nicht beeinflusst werden kann durch mich. ich würde ja auch lediglich den austausch der sichtweisen wollen! aber dieser austausch wäre leichter zu bekommen in manchen dingen, wenn es respektvoller abginge.

ich selbst habe im lk-forum dafür plädiert, dass man verbal die "klingen kreuzen" darf. aber zugegeben: manchmal ist mir danach nicht.

ich schiebe meinen alptraum heute morgen primär übrigens auf andere dinge als diese foto-ausstellung. ich erinnere mich an die letzte woche, in der ich mich ewig gefürchtet habe vor den terminen mit meiner abwicklerin. ich denke an die tage, in denen ich mir eingestanden habe, dass meine selbständigkeit als schreibbüro immer noch nicht geschafft ist. ich denke an die akte, in der abermals jemand behauptet, ich hätte zu viel geld eingenommen (es geht "nur" um 350 €, die aber nunmehr verjährt sind aus meiner perspektive, nicht aber aus seiner... *nerv*). ich denke einfach, dass im moment die kanzlei ihre klauen wieder ausgestreckt hat und ich vll. auch die eine woche, in der ich mich aus dem studium ausgeklinkt hatte (und "siedler" gespielt hatte auf'm compi), dass diese woche mir gleich ein bissle die bodenhaftung gekostet hat.

sehr schwer ist es jetzt diese tage AUCH gewesen, mich erneut auf's lernen einzuschwören. ich finde keinen einstieg. ich sitze vor den unterlagen und es sind böhmische dörfer. ich habe den eindruck, dass ich es aber schon noch schaffen werde. irgendwie muss es klappen und es hat ja auch schonmal geklappt...

das ist auch hart, aber es ist MEIN ding und es ist gut.

ich habe jedenfalls heute morgen beschlossen, mich nicht in den missmut abrutschen zu lassen. so lange es etwas zu bestaunen und zum freuen gibt, bestaune ich (meine vwl-unterlagen zum beispiel... ;-) ) und freue ich mich (dass ich gleich zu meinem angenehmen job gehe).

hey der job macht mir immer noch spaß! kohle ist lächerlich, aber sonst ist dort alles sehr (SEHR!!!) nett.

gruß

s.

18 März 2006

@sturmtief und @matilda und @para und @fromm und ne 1.7

@sturmtief: hi ho, nett, dass du dich meldest!

mit musiktipps bin ich allerdings nur sehr schwer "hinterm ofen" vorzuholen, weil ich nunmal meinen eigenen geschmack hab und auf mittelalterrock noch nie besonders abgefahren bin. aber du hast es ja schon beschrieben...:

die arroganz der hauptstädter macht blind für die wahren perlen.

*blind*

;-)

und taub! *gg*

und ehrlich gesagt ist mir einfach nicht danach. ich werde darauf zurückkommen, wenn ich mich entsprechend fühle, sonst kann es nichts damit werden, dass der funke überspringt. aber ich werde darauf zurückommen!

@matilda:

ich bin ja sehr froh, dass dein arbeitsdingens jetzt mal gut ist! und glückwunsch, dass du erfolgreich warst!!!

weißt du (auch @paragraefin...): es ist komisch, dass ihr so ernsthaft auf mein klamotten-trauma einsteigt. ich habe sehr lange jahre über dieses thema gesprochen und KEINER hat je etwas anderes zu erwidern gewußt als "so schlimm war es doch nicht".

ja, ich denke auch, dass meine mutter nur in ihrem rahmen versucht hat, etwas "richtig" zu machen. die fähigkeit (und bereitschaft) zur selbstkritik ist vll. auch ein phänomen der menschen, die in den 80er jahren in der pubertät waren und die null-bock-phase etc. kennen. ich weiß jedenfalls noch, dass in den 80ern die erwachsenen fassungslos waren, dass der ganze reichtum von der jugend nicht angenommen wurde und statt dessen punk und popper einen äußerst anderen umgang mit dem "geschafften" hatten, als die nachkriegsgeneration sich das überhaupt hatte vorstellen können (und wollen). ich persönlich sehe in dieser entwicklung meiner generation eine orientierungslosigkeit, die in der not der nachkriegsjahre nicht so platz griff.

will sagen: die generation vor uns reflektiert sich nicht selbst, und wir sind es ein stück weit (auch noch) gewohnt, es "lieber nicht" zu tun.

hm

ich lese mal wieder erich fromm, "furcht vor der freiheit". er schimpft ja schon lange in seinen büchern (fromm ist 1980 gestorben) über die moderne / industrialisierung. ich denke, die probleme, die herr fromm beschreibt, SIND es auch heute noch (verwechselung von gesellschaftlicher anpassung mit eigenem empfinden und eigenem wünschen meine ich zum beispiel).

o.k., schnell ein zitat von herrn fromm für euch (muss nämlich gleich abzischen zu meiner komilitonin, *seufz*, lernen), es stammt allerdings aus einem anderen buch von herrn fromm: "authentisch leben":

"[...] kurze Diskussion der Begriffe 'neurotisch' und 'normal' oder 'gesund' [...].

Man kann den Begriff 'normal' oder 'gesund' auf zweiterlei Weise definieren. Erstens kann man vom Standpunkt einer funktionierenden Gesellschaft aus den als normal oder gesund bezeichnen, der imstande ist, die ihm zufallende Rolle in der betreffenden Gesellschaft zu erfüllen. Konkreter ausgedrückt bedeutet das, daß er in der Lage ist, so zu arbeiten, wie es in der betreffenden Gesellschaft erforderlich ist, und daß er außerdem an ihrem Fortbestand mitwirken, das heißt, eine Familie gründen kann. Zweitens verstehen wir vom Standpunkt des Individuums aus unter Gesundheit und Normalität ein Optimum an Wachstum und Glück.

Wenn eine bestimmte Gesellschaft so strukturiert wäre, daß sie dem einzelnen eine optimale Möglichkeit zu seinem Glück böte, so würden beide Standpunkte sich decken. In den meisten uns bekannten Gesellschaften - einschließlich unserer eigenen - ist dies jedoch nicht der Falls [Einschub: er meint die u.s.-amerikanische Gesellschaft]. Wenn sie sich auch hinsichtliche des Grads, in dem sie dem individuellen Wachstum förderlich sind, unterscheiden, so besteht doch immer eine Diskrepanz zwischen den Zielen einer reibungslos funktionierenden Gesellschaft und der vollen Entfaltung des Individuums. [...]

Wenn wir die beiden Begriffe 'normal' und 'neurotisch' einander gegenüberstellen, so kommen wir zu folgendem Schluß: Der gut angepaßte, normale Mensch ist im Hinblick auf die menschlichen Werte oft weniger gesund als der neurotisch. Oft ist er nur deshalb so gut angepaßt, weil er sein Selbst aufgegeben hat, um mehr oder weniger so zu werden, wie man es von ihm erwartet. [...] Andererseits kann man den Neurotiker als einen Menschen cahrakterisieren, der nicht bereit ist, im Kampf um sein Selbst völlig die Waffen zu strecken. Sicherlich war sein Versuch, das individuelle Selbst zu retten, nicht von Erfolg gekrönt, und anstatt sein Selbst produktiv zum Ausdruck zu bringen, suchte er sein Heil darin, daß er neurotische Symptome entwickelte und sich in ein Phantasieleben zurückzog. Trotzdem ist er vom Standpunkt der menshclien WErte aus weniger verkrüppelt als der Normale, der seine Individualität völlig eingebüßt hat. Selbstverständlich gibt es auch Menschen, die keine Neurotiker sind und deren Individualität trotzdem nicht im Anpassungsprozeß untergegangen ist. [...] Aber weil der Begriff 'neurotisch' so oft angewandt wird, um eine mangelhaftes Funktionieren in der Gesellschaft zu bezeichnen, möchte ich lieber statt von einer neurotischen Gesellschaft von einer solchen sprechen, die dem Glück und der Selbstverwirklichung des Menschen im Wege steht.

[...] Fluchtmechanismen, die aus der Unsicherheit des isolierten Einzelmenschen resultieren.

Nachdem er die primären Bindungen, die ihm Sicherheit gaben, durchtrennt hat und der Welt als völlig separate Größe gegenübersteht, bleiben ihm zwei Möglichkeiten, den unterträglichen Zustand seiner Ohnmacht und Einsamkeit zu überwinden. Der eine Weg führt in die 'positive Freiheit'. Der Mensch hat die Möglichkeit, spontan in Liebe und Arbeit mit der Welt in Beziehung zu treten und auf diese Weise seinen emotionalen, sinnlichen und intellektuellen Fähigkeiten einen echten Ausdruck zu verleihen. [...] Der andere Weg, der ihm offensteht, ist zu regredieren, seine Freiheit aufzugeben und den Versuch zu machen, seine Einsamkeit dadurch zu überwinden, daß er die Kluft, die sich zwischen seinem Selbst und der Welt aufgetan hat, beseitigt. Dieser zweite Weg kann niemals zu einer solchen Einheit mit der Welt führen, wie sie war, bevor der Mensch zum 'Individuum' wurde, denn seine Lostrennung läßt sich nicht rückgängig machen. [...]"


gell

hach eine gute nachricht noch: ich habe eine 1.7 im handelsrecht geschrieben. das ist meine allererste note im neuen studium. die klausur war meine erste klausur und ich hatte zeitnot. ich bin äußerst froh, dass sie trotzdem ein gutes ergebnis gezeitigt hat!

cu

s.

17 März 2006

irgendwann kommt alles ans licht

liebe sine,
und auch liebe paragraefin,
mit euren beiden mutter-trauma-kindheitsposts habt ihr mir zutiefst aus der seele gesprochen, und das ist auch der grund dafuer, warum ich mich nach so langer funkstille wieder einmal zu wort melde. ich war in den vergangenen wochen schon ein paar mal stille mitleserin, meine finger waren allerdings zu langsam fuer meine gedanken und was immer ich euch schreiben wollte klang am ende einfach nicht wie etwas, das irgend jemand gerne lesen wuerde, und fiel demnach der loeschtaste zum opfer.
heute allerdings habt ihr einen wunden punkt in mir getroffen, von dessen existenz ich selbst erst seit ein paar monaten weiss. auch ich hatte eine sogenannte "bilderbuchkindheit" auf dem land, -zig spielkameraden in der nachbarschaft, mit denen ich sommer wie winter ueber die wiesen und durch die waelder stuermte. vom baumhaus ueber den glitschigen geheimpfad unter den wasserfall, von tief verschneiten pisten ueber sommerlich lagerfeuer - alles hat es da gegeben, wie im film, irgendwie fehlte echt oft nur lassie.
erst seit einigen monaten, seit ich mich aufgrund schwerwiegender ereignisse in meinem eigenen leben (ist das nicht oft so?) intensiv mit allen aspekten meiner aengste und traumata auseinandersetze, entdecke ich, woher ich bestimmte narben habe, warum ich mich in meinen beziehungen immer zum opfer mache -jaja, von wegen toughe karrierefrau, im job vielleicht, im privatleben doch nicht!
meine mutter sagt immer, mein hang zu ausgepraegt maedchenhafter kleidung sei unertraeglich gewesen, vor allem im winter haette es unendlich viel muehe gekostet, mich zum tragen von hosen und stiefeln zu ueberreden. an fasching wollte ich jedes jahr wieder ein feenkostuem, das ich nie bekam. ich war stattdessen schornsteinfeger, indianer, fliegenpilz, chinese, clown (besonders letzteres fand ich alles andere als lustig).
ich habe ein instrument lernen duerfen. ich habe jahrelang ungluecklich klarinette getutet, waehrend ich neidisch auf die trompeter schielte. denn nein, das instrument habe ich nicht aussuchen duerfen.
mir fallen noch hunderttausend dinge ein, von denen viele euch bestimmt bekannt vorkommen wuerden, aber ich erspare euch die liste. ich weiss heute, meine eltern woll(t)en immer nur mein bestes, auf ihre art versuch(t)en sie nur, mich gluecklich zu machen. das erkenne ich durchaus an. was ich daran nicht richtig finde ist: mich fragt keiner, was MEINER MEINUNG NACH mein bestes ist, was MICH gluecklich macht.
zuletzt an weihnachten gab es die ewige, leidige diskussion wieder, dabei kann ich es echt nicht mehr hoeren: "kind, sei froh, dass deine (6jaehrige) beziehung vorbei ist, du hast etwas besseres verdient... ich hoffe *seufz* dass du dich nicht wieder auf so einen versager einlaesst"
das ist nur eines von vielen beispielen.
worauf ich hinaus will: meine eltern wollten mir alles geben, was ich laut ihrer auffassung vom eltern-sein brauchte, aber selbstbewusstsein, glauben an meine faehigkeiten und mut waren nicht dabei. ich hatte immer das gefuehl, nicht gut genug zu sein, den erwartungen nicht gerecht zu werden, wieder enttaeuscht zu haben. das zieht sich durch mein leben wie ein roter faden. mein erfolg im beruf widerlegt das nur zum teil - in meinen beziehungen naemlich leide ich unter entsetzlicher verlustangst. was zur folge hat, dass ich mich erniedrige, einsam fuehle, negativ werde und so manchen tollen mann im handumdrehen in die flucht schlage.
im moment bin ich in der nicht gerade beneidenswerten situation, beruflich mal wieder vollkommen in der luft zu haengen. das grosse projekt, in das ich zwei jahre meines lebens investiert hatte, ist als extrem erfolgreich in die geschichtsbuecher eingegangen und ich brauche einen neuen horizont, ein neues ziel, eine neue herausforderung.
nachts wache ich manchmal schweissgebadet aus traeumen auf, in denen ich meinen vater um die miete anpumpen muss.
tagsueber schaeme ich mich fast, mal eine stunde laenger im cafè an der ecke in der sonne zu sitzen und zeitung zu lesen.
dabei habe ich zwei jahre lang wie ein neger gearbeitet. und habe mir eine verschnaufpause redlich verdient. und irgendetwas findet man immer. und sowieso.
warum habe ich dauernd das gefuehl, mich rechtfertigen zu muessen, und warum denke ich, jemand hat mich nicht mehr lieb, bloss weil er mich nicht alle 3 minuten anruft???

ich bin so verkorkst, leute, und ich bin so froh, dass ich das hier bei euch mal loswerden darf und dass ich nicht die einzige bin, die sich in der tiefe ihrer kinderseele nicht verstanden und daraufhin in eine endlose reihe von kompromissen und rechtfertigungen gedraengt gefuehlt hat.

mut tut gut!
matilda

16 März 2006

von sturmtief am 17.3.: hallo und etwas musik

huhu sine,
ein begrüssungsposting.
bevor ich mich nicht in den untiefen deines blogs verlesen habe, gibt es nur einen banalen musiktip von mir. gerade als exil-berliner in münchen steht mir das imho zu, denn gerade die arroganz der hauptstädter macht blind für die wahren perlen.
mein tip wäre faun, gibt es auch in der wikipädia, als gute zusammenfassung. sie haben unter faune.de natürlich auch ihre eigene präsenz. als live-event ein echtes ereignis und der besonderer joke, sie spielen 2006 nicht mal in berlin. es handelt sich um eine art mittelalter-folk, mein tip wäre das album "renaissance" und die Titel "königin" und "loibere risen".
und diese werbung kommt von herzen, eine der besten live-acts die ich seit jahren gesehen habe. doch genug davon, ich lese mich erst einmal ein.
liebe grüße :)

15 März 2006

romantik und authentisches leben mit und ohne klamotten

ach mensch para, ich hatte eigentlich den wunsch, du würdest mal dick deine geschichte mit der arbeit und so weiter erläutern. naja, der blog hat die unter-überschrift "eine problemlösungshilfe". da steht doch nicht "Meine (!) problemlösungshilfe"!

:-)

also

nagut, erstmal aber das für mich derzeit auf einmal etwas tricky erscheinende thema liebe.

"romantische liebe" ist für mich ein begriff, den ich in dieselbe kategorie einordne wie du, wobei aber "vom winde verweht" eine (für mich) nicht lebenswerte überstarke romantik darstellt. aber die schublade ist dieselbe.

es ist die schublade mit... ups! meine romantik-schublade ist verdammt leer...! *gg*

monsieur und ich witzeln immer, wir seien soooo romantisch. *lach* da wir uns teilweise mit äußerst weltlichen themen wie unseren gegenseitigen befindlichkeiten und körperlichen wehwehchen (und gelüsten) beschäftigen, würden wir aber entweder (teilweise natürlich nur... *hüstel*) vom wortschatz unserer häufigsten gespräche her in eine schulklasse voller kleiner rowdies passen (die ja meiner erinnerung nach ebenfalls ausgiebig von pupsen und ähnlichem herumerzählen). das ist zwar sicher nur eine phase und wird einfach einer neuen phase weichen eines tages, aber bisher ist es witzig und dann darf es auch witzig SEIN.

ganz am anfang (o.k., also bestimmt das erste halbe jahr oder so) haben wir uns auch sehr rational mit gedanken über unsere gefühle und unsere erfahrungen befasst. ich hatte ja noch einige bücher am wickel (bieri, pierrakos, fromm...) und monsieur hatte ja alle 13 bücher (oder wieviele...?) von herrn fromm gelesen und war nach wie vor mit deren einordnung und deutung beschäftigt teilweise. damals haben wir uns scherzhaft "intellektuell" genannt.

ich glaube fast, das romantisch an dieser beziehung ist, dass wir es mit humor nehmen. dieser humor ist also die romantik. damit meine ich, dass alles getragen ist von einer übereinstimmung (fast: gewissheit), dass sich alles entwickelt und dass alles auch sehr ernst und auch gerne anders als erwartet sein kann, unsere beziehung ist von güte getragen, würde ich sagen.

Die Romantik hingegen, sich bei einem Sonnenuntergang (dem ich sehr gerne zusehe) mit gegenseitig mit Dackelblick stundenlange Liebesbeteuerungen zukommen zu lassen, ist allerdings nicht mein Ding.


hmm... doch. ich habe allerdings eine romantik in mir, die ich auch ohne dackelblick empfinde. damit meine ich, dass ich bei einem sonnenuntergang am meer (*schmelz*) genauso romantisch "einraste", wenn ich alleine (brr... oder sogar in gesellschaft meiner mutter) bin wie wenn ich dort mit monsieur wäre.

mein monsieur hat auch so phasen, da ist er ganz ernst und sagt mir, dass er mich liebt. er schaut mir dann in die augen, und sein blick erscheint mir immer so, als würder er durch meine augen hindurch sehen. was er da sieht... *gg* ... weiß ich natürlich nicht. ich finde, es ist erlaubt, dass es solche undefinierbaren momente gibt und ich betrachte sie als etwas gutes. ich selbst habe "liebesanfälle". da stürze ich mich auf ihn und verkündige dann zwischendurch, dass ich einen solchen liebesanfall hätte. dann hab ich narrenfreiheit und monsieur spielt gerne mit, und das finde ich sehr romantisch.

hm

Ich empfinde es als einen sehr großen Vorteil des Älterwerdens, dass sich Dinge relativieren. Dazu gehört auch die Vorstellung, die man über die Liebe hat.


ja da hast du vollkommen recht. die absolutheit des kummers FRÜHER war eingebildet und hing natürlich damit zusammen, dass erfahrung fehlte. ich tue meinen teenagerschmerz nicht ab, ich versuche im gegenteil mir immer vor augen zu halten, dass ich es nicht besser wissen konnte damals und automatisch bin ich dann ungefähr so erleichtert wie du, dass es vermutlich so schlimm nicht mehr werden wird.

aber meine letzte ohnmächtige verzweiflung hatte ich vor 2 1/2 jahren mit kand. 1. und davor hatte ich ehrlich gesagt auch teilweise mit mir und mit meinem leben manchmal abgeschlossen. für mich bedeutet älterwerden auch, dass man in "unbekannte gewässer" segelt und darin umkommen kann. unsere - oder zumindest meine - feinde heißen nicht mehr 'unwissenheit' (wobei dieser feind noch auftaucht manchmal, aber er ist kleiner und unwichtiger geworden), sondern 'depression', 'finanzielle not', 'irrtum' und 'falsch verstandene loyalität' (bzw. 'unauthentisches leben').

mit letzterem meine ich zum beispiel die schwarzen stellen auf meiner seele, die mich in meiner therapie beschäftigt haben (und davor und danach natürlich auch...).

hey, ich sitz jetzt schon den dritten tag mal wieder an meinen kanzlei-sachen. und immer mehr frage ich mich, wie unendlich schwierig mir die arbeit damals immer gefallen ist und welcher kleine teufel mir immer die sporen gegeben hat, sie trotzdem zu tun!

ich hatte mir so sehr gewünscht, meine kanzlei- (und sonstige) arbeit ohne zwang zu tun. das führt dazu, dass ich JETZT auch nicht so rasig einfach einen zugang zu der arbeit finde. sie geht mir intellektuell teilweise immer noch gut von der hand, aber im herzen sträubt sich einiges! und jetzt sind es eben auch die erinnerungen, die trostlosen morgende, die ich dann irgendwie zur selbstmotivation benutzt habe (sonst wäre ich ja nie los zur arbeit gegangen), der angstanfall, der mir jeden bitteren morgen mein herz ins rasen gebracht hat. dem steht JETZT gegenüber, dass ich mich selbst abwickle. ich tue alles, was ich für die kanzlei tue, u.a. auch, damit ich es beenden kann.

es gibt noch andere dinge, die ich gleichzeitig mit dem beenden erledige bzw. zu erledigen versuche, wenn ich meine kanzlei-arbeit mache.

und dazu gehört eben besagtes "nicht-zwingen" und "authentisch-leben".

back to the psychotherapie-topic... *gg*: ich denke jetzt, ich habe mich gottverdammt TIERISCH angepasst, als ich juristin war. und zwar nicht, wie meine mutter ja immer in mich reinoktriniert hatte, an die gesellschaft und an das erwachsensein, sondern... ich hatte mich an IHRE denke angepasst!

es gabe vorgestern ein gespräch mit monsieur, das eigentlich eine art frust-abladen hätte sein können. er hat mir erzählt, dass seine mom ihm einmal zu fasching ein clowns-kostüm angezogen hatte, das er nicht wollte. er meinte, dass es damals psychische not für ihn bedeutet hätte, damit auf der kinderfaschingsparty aufzutauchen und dass es für ihn in bleibender erinnerung sei, wie er sich damals gefühlt hatte.

ich konnte da prima einstimmen, denn ich hatte immer als indianer - kompromisshalber auch als cowboy - gehen wollen, aber meine mom hat mir alles mögliche angezogen, nur das nicht! als höhepunkt meiner gefühle durfte ich als squaw gehen, da war ich schon recht "alt" für die kinderparties am fasching.

beim reden habe ich dann auch den bogen geschlagen zu markenklamottenfetischismus und kinderbekleidung generell. ich habe erzählt, dass meine mom mir immer sachen in rot gekauft hat. ich habe seit meinem 2. lebensjahr von meiner mutter kindersachen in rot bekommen, damals mit vorliebe mit riesigen karos drauf. ich habe später aus trotz, damit ich gottverdammt nicht schon wieder eine rotkarierte hose bekomme, meine eigentliche lieblingsfarbe (worte meiner mutter: "deine lieblingsfarbe ist doch rot?!") in blau umgeändert.

wir haben uns unterhalten und so kam ich auch zu dem dauernden problem mit meiner mom, dass sie mir sachen kaufte, die ich dann nicht anzog. tja. und dass sie dann schließlich hin und wieder auch sachen kaufte, die ich wollte. wobei natürlich (!) keine markensachen angeschafft wurden. aber immerhin wurde auch mal etwas aus jeans-stoff gekauft (wahnsinn gell), auch wenn ich dann immer noch aussah wie ein clown (es gab eine gelbe "jeans"-jacke mit schnallenverschlüssen im michael-jackson-stil... naja, aber immerhin nicht in rot und aus jeansstoff! *seufz*).

ich erzählte, der witz dabei war, dass meine mutter immer meinte, ich sei so schwierig und undankbar. sie würde mir "so schöne sachen" gekauft haben und ich sei aber aus trotz und eigensinn nicht dankbar und würde "die schönen sachen" gar nicht anziehen.

ernsthaft! meine mutter sagte immer "die SCHÖNEN sachen", es gab keine sachen, die ich besaß, die nicht "schön" waren (es sei denn, ich hatte sie selbst ausgesucht oder versucht, etwas kompromisshaft durchzusetzen).

so ging es weiter, steigerte ich mich assoziativ in dem gespräch empor... und schließlich hat mich mein therapeut gefragt, welches erlebnis ich woll noch wüsste, in dem meine mutter oder ein anderes eltern- oder familienteil mir suggeriert hätte, meine meinung sei unwichtig und ich könne "gar nichts".

mir fiel nichts ein in der therapie. nur mit mühe erinnerte ich mich an die vitasprint-geschichte (meine mom hatte mir vor dem abitur vitasprint-b12-präparate aus der apotheke gekauft mit den worten, dass das "sehr teuer" sei und ich aber so mein abi schaffen würde, ich würde ja sonst "dauernd krank" werden, mit vorliebe zu klausurterminen).

aber jetzt in dem gespräch mit monsieur sagte mir monsieur, dass das ja ein dauerhaftes problem zwischen mir und meiner mutter (manchmal aber auch mit meinem vater, aber nur selten und in dem rahmen, in dem man es natürlich auch als pure misstimmigkeit verbuchen kann) gewesen sei und dass das ja ein viel größeres problem gewesen sei als in seinem leben das clownskostüm.

naja

ich selbst weiß es eigentlich nicht so ganz. ist meine kindheit furchtbar gewesen? meine eltern selbst sagten immer und mit (echter) überzeugung, meine kindheit sei "doch schön" gewesen. beim therapeuten habe ich ebenfalls gesagt, meine kindheit sei unbeschwert gewesen und ohne probleme. komischerweise hatte ich aber als abiturientin keinen größeren wunsch als abstand zu bekommen und ich bezeichnete jahrelang, auch noch als twen bis an meine dreißiger heran, meine erziehung als "psychoterror".

ich konnte es selbst nie ganz erklären und vermutete, meine eltern hätten recht: ich bin ein undankbares verzogenes gör.

:-((

monsieur kriegt immer, wenn in einer geschichte die frage von dankbarkeit anklingt, den blick eines stieres, der ein rotes tuch vor augen wedeln sieht.

es ist nicht authentisch, meint er, dass "dank" erwartet wird und (wenn ich richtig verstanden habe) verkümmert die gefühle zwischen schenker und beschenktem.

tja, also das thema "dankbarkeit" war in meiner familie GANZ GROß.

aber mal auf mein eigenes thema ("psychoterror") zurückgeschaut, dann denke ich: wow. es war nicht einfach, meinen freiraum zu finden in meiner kindheit. und bis heute (oder bis letztes jahr) habe ich mich verantwortlich gefühlt, dankbarkeit zu zeigen und aus dem, was mir "glücklicherweise" in die wiege gelegt worden ist, "etwas" zu machen.

punkt 1.: WAS ist mir in die wiege gelegt gewesen? das, was meine eltern mir eingeredet haben...?

punkt 2.: wenn es mich so unglücklich gemacht hat und mir sooo anstrengend war, wie kann es dann das richtige (also: "etwas") gewesen sein?

dieses gespräch mit monsieur hat mich dann länger bewegt, als ich es sonst kenne. meine klagen über meiner dominante mutter äußere ich eigentlich nicht mehr, seitdem ich mich nicht mehr mit ihr reibe und wir jetzt vernünftig miteinander auskommen (sei etwa einem jahr also). und schon immer habe ich nie einen sinn darin gesehen, zu klagen. und einen konstruktiven zugang zu meiner kindheit habe ich mir auch nicht mehr wirklich zugetraut (mein therapeut dazu: "viele erlebnisse haben wir längst verdrängt").

also:

noch ein grund mehr, die kanzlei abzuwickeln. jede akte, die ich in die hand nehme, nehme ich auch ohne dass ich groß nachdenke mit einem anderen gefühl in die hand als damals, als ich noch die verantwortung als anwältin trug. das ist schonmal fakt! aber die deutung meiner jetzigen situation hätte auch zum ergebnis haben können, dass ich traurig und bedrückt bin. vielleicht das versagensgefühl... vielleicht auch der innere schweinehund, der bei nicht-mehr-aktuellen sachen besonders gut im wege steht?

nein, ich mache es jetzt eigentlich lieber. ich mache es dennoch seltener. es ist genau so in ordnung.

weil es eine abwicklung meiner "kindheit" und deren "früchte" sind. weil es ohne zwang (also ohne den inneren zwang "du musst aber doch...") sein soll.

heute nachmittag bin ich mit meiner abwicklerin verabredet. ich fühle mich absolut beschissen damit. aber ich werde es versuchen.

ich bin krank. gestern lag ich den tag über im bett. heute ist es auch scheisse, vermutlich sogar mit fieber. also kann ich gut und gerne den termin mit meiner abwicklerin absagen! wir werden sehen. ich werde mich aber schon noch damit befassen.

nein... wie heißt die RICHTIGE formulierung (wunsch-technisch): ich BEFASSE mich heute damit!

:-)

gruß

s.

12 März 2006

lieben lernen

ein paar worte...

... es ist etwas. ich bin der ansicht, ich bin eventuell nicht besonders gut beraten, dieses "etwas" zu besprechen. ich weiß aber, dass ich nicht weiterkomme, wenn ich nicht darüber nachdenken kann.

das bedeutet natürlich, dass ich es nicht zerreden oder sogar (im gegenteil) aufbauschen möchte.

es ist nur etwas.

ich glaube, ich bin gefangen in mustern, vielleicht ist es aber auch etwas anderes.

es ist doch eine ziemlich große "geschichte", im leben nochmal von vorne anzufangen. einfach (*gg* "einfach"...) nochmal zu studieren, es ist vielleicht auch das. die dinge nochmal durch die "brille" zu sehen, die einem nicht mehr passt. die dinge aus der perspektive eines menschen zu sehen, der noch "nicht fertig" ist. der seine skills erst noch ausprägen wird. ein mensch, der auch noch nicht für sich selbst einstehen muss und naja. was sind studenten eigentlich noch alles für menschen?

ich weiß es nicht, denn sicherlich habe ich seit meinen ganzen gedanken zum thema "englisch-aufbaustudium" im letzten jahr nicht mehr über dieses thema bewußt nachgedacht. aber meine freundin konfrontiert mich mit sprüchen wie "alle in meiner altersgruppe machen den eindruck, mit irgendetwas nicht zurechtzukommen".

ich finde das interessant, denn vor 1 oder 2 jahren war ich diejenige, die am ende einer "straße" angekommen war und die sich entschied, das nicht zu akzeptieren. es gibt aber menschen, die noch in ihre persönliche sackgasse hineinlaufen oder aber in ihr drinstecken und nicht mehr bereit und vielleicht auch nicht fähig sind, einen weg aus der sackgasse hinaus (in die freiheit) zu finden.

es ist aber eben auch dieses ding mit den mustern. ich lebe endlich in dem gedanken, dass meine beziehung mit monsieur trägt. ich glaube nicht an die beziehung in dem sinne, dass wir "angekommen" sind oder so. aber ich glaube, dass wir es zusammen versuchen, und dass ich immer willkommen bin. ein gefühl, dass ich grundsätzlich niemandem "aufbürde". jaja, ich bin doch so eine bereicherung. sagt doch sogar mein tarot *grins*...

aber ich bin einfach nicht der typ, der seine sorgen teilt. klingt komisch, gell. ich schreibe hier seit mehr als einem jahr im forum und jetzt im blog über meine sorgen, natürlich scheine ich sie zumindest MITzuteilen... aber in wahrheit möchte ich niemandem mein "päckle" aufschnüren. ihr dürft mir gern (sehr gern) hinter meine fassade blicken, no problem. aber mehr geht nicht. zu meinem eigenen besten geht nicht mehr! ich möchte und muss meine angelegenheiten selbst lösen. und dennoch, ich bin nicht mehr allein.

ich begreife irgendwie nicht, was das heißt.

ich sehe mich, wie ich meinen monsieur anfahre und glaube, dass ich jetzt an einem punkt angekommen bin, an dem ich meine eltern nachäffe. ich glaube aber auch, dass dieses tor zu einem kleinen meiner seelengräber aufgegangen ist, weil ich etwas entriegelt habe, vor dem ich angst hatte und durch dessen pforte ich in meinem leben noch nie ganz durchgegangen bin.

boah

ich bin MÜDE

gut noch ein paar sätze.

ich möchte gern etwas sagen. nicht, weil es so angenehm wäre, es los zu werden, sondern weil es in meinem fühlen und denken herumwabert und geradezu störend ist in seiner art... ich glaube, es stört mich so, weil ich mich weigere, es zu aktzeptieren ich möchte es nicht zulassen!

aber das festhalten an einer situation ist auch tödlich. also augen zu und...

...

hmpf

genau

diese tarot-karte "der tod"... ich habe den erläuternden text zu der karte ehrlich gesagt nicht geschnallt. aber wenn ich jetzt irgendwie versuchen soll zu beschreiben, was denn nun los ist, dann ist sie eine gute "brücke" zu dem gebiet, in das ich nicht hinein will.

also, es hat damit zu tun, dass ich etwas hinter mir lasse, was vielleicht nicht verdient, bewahrt zu werden, aber etwas zu verlassen (hinter sich zu lassen) ist ein abschied, und es ist irgendwie leichter, den abschied hinauszuzögern, als ihn dann endlich mal zu vollziehen.

und die tarot-karte ist ja auch ein symbol für einen abschied. der tod...

o.k

und WAS ist es, was ich verlieren werde?

ja

ich werde den glauben an die romantische liebe "verlieren", bzw.: ich setze den glauben an die romantische liebe auf's spiel. ich bin nämlich an einem punkt, wo ich mich frage, wie ich mit meiner kleinen horrorshow klarkommen soll, die ich von meiner kindheit und von dem miterleben der ehe meiner eltern herrühren sehe.

vielleicht ist es das: dass ich merke, ich MUSS etwas machen. es kommt jetzt doch mal der verstand in's spiel bei monsieur und mir.

nicht in dem sinne, dass ich "ernüchtert" wäre. sondern in dem sinne, dass meine seele mal wieder eine macke in sich emporsteigen lassen hat und ich berufen bin, mich um meine macke zu kümmern.

*tätschelt die olle macke*

;-)

tjach

und was mir dazu nämlich einfällt, ist, dass monsieur gelesen hat, liebe ist "erlernbar". ach du schreck...! zum glück hat das ein mein vertrauen genießender autor geschrieben: herr fromm.

jetzt MÜSSTE ich vielleicht mal das buch lesen. ach, aber auf meinem nachttisch liegen noch bücher von freiheit und sie sind VIIIIIEL interessanter als wenn ich jetzt meine macke betrachte und mich dem thema "ist liebe erlernbar?" auseinandersetze.

*brummel*

überhaupt ist alles "interessanter", ich bin geradezu unfähig, mich zu konzentrieren. denn in dem moment, wo ich von der einen sache ablasse, um mich mit der "interessanteren" sache zu befassen, ist sie schon zu anstrengend und die nächste sache (ggf. auch die alte sache) ist besser / interessanter.

ich bin ein unstetes wesen irgendwie, gleichzeitig habe ich die produktivität einer schlaftablette.

so

nun hoffe ich, dass ich das "problem" erkannt habe. vielleicht ist es auch etwas anderes, oder vielleicht ist das, was ich hier zu orten versucht habe, nur ein ausschnitt des ganzen, who knows.

jetzt bettchen

*freu*

gruß

s.

tarot am 12.3.06















karte 1 ("darum geht es")

der tod: -- vergehen und neubeginn, transformataion und starke energie -- phönix aus der asche, das könnte das symbol für diese karte sein. um neues möglich zu machen, muss altes sterben. verabschiede dich davon, dass du die notwendigen veränderungen beginnen kannst. akzeptiere, dass das nicht leicht ist und vertraue deiner kraft.

karte 2 ("das ist förderlich")

königin der kelche: -- emotionale offenheit, mutterschaft, weisheit -- du musst offen zu deinen gefühlen und wünschen stehen und dich nicht fragen, ob man das versteht. deine spirituelle weisheit verlangt danach, gelebt zu werden und ist bereichernd für alle, die damit in berührung kommen.

karte 3 (eigentlich: "das steht entgegen")

der magier: -- altes wissen, kräfte des unterbewußten, zugang zur ur-energie und zu magischen riten -- deine kommunikation mit bewußtem und unbewußtem fließt dir leicht zu. teile dein wissen mit anderen. suche dir den richtigen rahmen, um für dich und andere segensreich zu wirken.

09 März 2006

südsee und sicherheit

sicherheit und südsee...

jaja

vielleicht passt das ja zusammen. und nicht nur durch den ersten buchstaben (aliteration-mäßig...)!

ich bin ja nicht unglücklich mit meinem leben. es ist schon manchmal seltsam, dass man sich dann aber doch hin und wieder das berühmt-berüchtigte "was-wäre-wenn" denkt.

ich war am wochenende bei meiner mom in braunschweig und habe plötzlich gedacht: ich hätte SO SCHÖN friseuse werden können.

vielleicht wäre ich dann jetzt so komplexüberladen wie @chancie im forum. aber ehrlich gesagt: jedem seine persönliche macke! ich denke, weniger komplexe als andere habe ich ja nun trotz (oder wegen...?) allem dennoch nicht.

;-)

sooo

was ich noch sagen will:

@dt: mein süsser. ich bin sehr froh, was von dir zum thema zu lesen. der grund, weshalb ich darüber froh bin, trägt aber sehr viel weiter, als man meinen könnte... *lächel*. es hat schon auch einen tieferen grund, weshalb ich heute den link auf das gedicht von khilal gibran zum thema "liebe" reingestellt habe (@zitrönchen: habe ich natürlich aus dem forum... aus dem thread von @elefantenherz).

naja

da schreibe ich mal in ruhe drüber, denke ich. vorab aber erstmal: jawoll. das ist schonmal gut, dass du den "widerspruch" oder diese hmmmmmm-gezögere wegen umziehen und so aufgelöst hast. ich habe ehrlich gesagt gar nicht darüber nachgedacht, aber ein kleines zwischenfazit hatte ich durchaus: ich dachte, du denkst einfach nicht so weit. für mich ist im moment (!) die situation nicht notwendig so, dass ich darüber nachdenken müsste. aber ich würde gerne. eine antwort zu dieser frage (umziehen nach brandenburg oder niedersachsen) habe ich nur als "nein" von dir erhalten, ich aber bin eine frau (gell) und denke halt ein bissle in die zukunft. zumal für mich so gedanken wie "ich könnte auch in braunschweig leben" gar nicht so unschön wären.

soso, ich bin also ein extrem freier geist? tsss... *gg* das meinst du jetzt aber nicht in intellektueller hinsicht (allein), oder?

naja

muss schaffe!

greetz

s.

von Deep_Thought am 9.3.: Huhu MädelZ!

Also zuerst einmal ein sich kaputtlachender Smilie für Para:
oder die einfache Variante:

Du kannst Bilder mit dem img-Tag von html einfügen, wobei Du Deinen Blogpost über "Edit Html" erstellen mußt. Dazu mußt du das Bild auf irgendeinen Webspace hochladen und dann den Pfad dazu im Tag angeben:
img src="http://www.meinwebspace.de/pfad/unterpfad/doofes_Bild.gif"
Vor img gehört noch das Kleiner-Als-Zeichen "<", und hinter das letzte Anführungszeichen hinter gif kommt das Größer-Als-Zeichen ">". Damit öffnest und schließt Du das Image-Tag. Ich kann das hier nur nicht hintereinander ausschreiben, weil das sonst als html interpretiert und nicht ausgeschrieben werden würde.

Ich finde es ja erstaunlich, daß Du laut darüber nachgedacht hast, mit Deinem Freund nach Australien auszuwandern. Wir träumen ja auch manchmal von sowas, wobei ich aber viel lieber nach Neuseeland ziehen würde. Dazu habe ich neulich eine Website gefunden: www.gotonz.de.
Darauf heißt es, daß die vier wichtigsten dort gesuchten Berufsgruppen unter anderem IT-ler beinhalten und bei denen wiederum Java-Spezialisten gesucht sind. Hey, da könnte ich mir ja direkt gute Chancen ausrechnen! Doof nur, daß ich erstmal fertig studieren muß. :-)
Sine und ich hatten überlegt, ob wir vielleicht auslandssemestermäßig zuerst einmal ein halbes Jahr dort reinschnuppern könnten. Aber es stimmt, ich habe diesbezüglich noch keinen Finger krumm gemacht. Irgendwie weiß ich noch nicht, wie ich das am besten deichseln könnte.

Was ich an alledem komisch finde: Ich würde niemals irgendwoandershin nach Deutschland ziehen wollen, aber mal eben kurz um den halben Erdball - Null Problemo. Die Diskussion kam ja bei uns auf, als ich keinen Job hatte und Sines Mama meinte, sie könnte uns sicherlich was besorgen. In Niedersachsen. *würg* Ich denke, es liegt daran, daß ich dann viel aufgeben würde, Familie, Freunde, den Ort, an dem ich aufgewachsen bin, nur um in einer ähnlichen Umgebung von vorn anzufangen.
In Neuseeland aber wäre es eine völlig andere Welt, für die es sich vielleicht lohnt, all das Bekannte aufzugeben. Naja, und außerdem bin ich ein großer Fan von Sonne und Meer, das gibts net so übermäßig in Niedersachsen. Zugegeben, in Berlin auch net, aber hier gehts scho. :-)

Ähm... ja, was will ich eigentlich sagen? Ich finde es völlig ok, daß Du daran denkst, diesem Land und seiner Mentalität den Rücken zu kehren. Ich finde es auch völlig ok, daß Du Dich auf Deinen Freund verlassen willst, wenn Du selber mal gerade nicht für Deine soziale Sicherung sorgen kannst.
Seit ich meinen tollen Job habe, versuche ich auch immer so a bisserl den verantwortungsvollen Macker heraushängen zu lassen, aber Madame Sine ist ein sehr unabhängiger Geist.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

rinjehauen

hallöchen para,

nein, die klausuren habe ich noch nicht hinter mir. zwei fehlen noch. drei habe ich schon geschrieben. das ist also sozusagen "überm-berg-sein", aber noch kein wirklicher feierabend.

apropos "feierabend"... das sind ja keine scherze, was du da von deinem job geschrieben hast! weißt du, para, ich bin irgendwie der einzige mohikaner in diesem land, dem soziale sicherheit am arsch vorbeigeht. vermutlich - so könnte man zumindest annehmen - weil ich selbst kaum solche soziale sicherheit besitze. aber auch, weil ich mich schon vor einigen jahren aktiv für die selbständigkeit mit den dazugehörigen risiken entschieden habe und manchmal einfach die sichtweise eines arbeitnehmers vielleicht deshalb nicht verstehe, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie ICH es als arbeitgeberin schaffen sollte, die vielfältigen wünsche meiner arbeitnehmer zu erfüllen und der meinung bin, es ist schon eine tolle leistung, wenn man einen betrieb überhaupt so führt, dass dann einige menschen in brot und lohn stehen. aber irgendwann ist auch mal schluss.

wie im privaten leben verändern sich die umstände. dass sich die umstände in der wirtschaft in grausamer art und weise ändern, ist wahr. ich glaube also schon, dass die ängste um job und überstunden (allgemein) schlicht und einfach existentiell sein können (KÖNNEN! müssen aber nicht).

tja

also kannst du schon ahnen, dass ich keine großen worte auf das kündigungsansinnen deines arbeitgebers verwenden werde. manchmal denke ich, vielleicht habe ich meinen fatalismus doch noch nicht (ganz) abgelegt. ich bin jedenfalls die letzte, die es so wahnsinnig klar findet, dass man sich aufregen muss über berufliche veränderungen.

:-)

aber für dich tut es mir leid, para!

es kostet eine anstrengung, sich über dinge gedanken zu machen.

du hast geschrieben, dass du gemerkt hast, dass die dinge auch ohne diesen herrlichen beruf (juristin zu sein also) einen für dich erstrebenswerten sinn machen könnten. ich glaube, in unserer sprache bedeutet es, dass man diesen gedanken ausspricht, bereits, dass man sich innerlich auf freiersfüßen mit einer anderen tätigkeit befindet.

ich finde es nicht so gut, dass du glaubst, deine ausgeglichenheit in deiner situation kommt daher, weil du "zu zweit" bist. wie sagte @zitro doch immer? 'du kannst dein leben ändern, wann immer du willst.' oder so ähnlich...

aus diesem sprüchlein entnehme ich, dass letztendlich wir es sind, die sich für ein gefühl "entscheiden". hm. damit will ich andeuten, dass es gefühle gibt, die AUCH in uns wohnen und die wir sonst zugedeckt haben oder nicht angenommen haben.

hach, die gefährdung deines arbeitsplatzes ist "dir wurscht", ja? nein, para, das darf man doch nicht sagen! geschweige denn denken!!!

;-)

naja, ich glaube (weiß es aber natürlich nicht... ich gehe nur von meiner eigenen entwicklung aus, da ich von dir ja nicht so genau weiß, wie du zu deiner "schaun-mer-mal-haltung" gekommen bist), dass du einfach in einer guten psychischen situation stehst. ich habe schon lange für mich die entscheidung getroffen, die erleichterung, dass etwas gar nicht sooo schlimm ist, nicht als "omen" dafür zu nehmen, dass ich den richtigen partner habe, das richtige auto oder die richtige frisur. *ggg* sorry, nicht, dass du das jetzt gesagt hättest, nein, das ist tatsächlich mehr so meine kleine welt des aberglaubens, die ich einst bewohnt hatte...

...sondern ich glaube einfach, dass es nunmal passiert. ja, das gibt es: das schlechte und das gute bietet sich mir in ein und derselben situation an und ich werde doch nicht so doof sein und dem schlechten (den sorgen, den ängsten und den zweifeln) die hand reichen und mich mit dieser haltung auch noch mit den worten zu rechtfertigen versuchen, dass das "vernünftig" sei! nö. jeder tag, der dir gefällt, ist ein guter tag, bumms aus fertig.

ich finde, dies gilt umso mehr, wenn du gerade in deinem leben aktiv die entscheidung für eine art "weggabelung" getroffen hast. ich meine jetzt, dass du heiraten willst.

weißt du, das (einzige), was ich an einer heirat wirklich bewundere, ist die idee und der glaube, der hinter dem ritual steht.

ich bin zwar irgendwie bisher (immer noch) der ansicht, man kann diese idee auch ohne dieses ritual (!) manifestieren (wenn man es will), denn es kann jedes selbst ausgedachte ritual das treue-versprechen und das liebesgefühl repräsentieren. oder man sieht liebe als prozess (was ich ehrlich gesagt für realistischer halte) und findet sich ein in die (andere) wahrheit, dass liebe jeden tag neu da ist. oder eben nicht...

äh

also zurück zu dir, para: dass du aber gerade mit deinem monsieur die ehe eingehen willst, ist nunmal eine sehr bewußte entscheidung, die deinen lebensweg bestimmen wird. manche menschen leben 50 jahre zusammen als paar und haben jeden tag geglaubt, dass es "morgen" vorbei sein mag. du und dein monsieur hingegen entscheiden sich dafür, dass es "tragen" soll.

das ist einfach gut, dass ihr euch diese bewußten gedanken erlaubt. eigentlich bist du (und dein monsieur vermutlich natürlich ebenfalls) auch verletzlicher im moment. EIGENTLICH kann jeder sich ein urteil über eure beziehung erlauben, EIGENTLICH erringt ihr auch gerade eine art status-symbol, EIGENTLICH schaut man, in welcher lebenssituation ihr gerade seid. ist zumindest meine meinung, dass die hochzeit diese besondere aufmerksamkeit für alles, auch für das privateste in deinem leben, in sich birgt.

*kurve-krieg*

tja und siehe, es ist nunmal im leben so und nicht anders. es gibt sachen, die flutschen durch wie schmitzkatze. und sachen, da denkt man: "schade eigentlich". dass immer alles zusammenfällt (und zusammenbleibt): also, dass man immer beruflich UND privat alle schäfchen im trockenen hat, das ist eher selten und ist für meinen geschmack mit einschränkungen auch ein bissle trügerisch.

was bleibt?

genau: du. DU bleibst. deine zeit, deine gefühle, deine befindlichkeiten: jeder tag ist DEIN leben.

lass dich also nicht wurmen, sondern mach weiter, para.

wir sehen uns dann in 10 jahren in der südsee, gell? zwei juristinnen, die ihren job EIGENTLICH nur national gebunden ausüben konnten, haben sich gesagt: 'scheiss drauf' und haben sich ein leben an einem anderen ort gesucht...

*chr chr*

damit spiele ich darauf an, dass mein monsieur immer davon redet, mal in die südsee zu kommen. leider tut er nichts dafür und ich (bisher) allerdings auch nicht allzuviel (hey, ich habe ein geo-heft zum thema gekauft, das ist manchmal wichtiger - dass man träumen kann - als jeder ausgetüftelte strategie-plan!).

tja

juristinnen, die keine mehr sein wollen.

hm

gibst du etwa zu schnell auf, para? also das wort "aufgeben" in deiner situation zu verwenden, gefällt mir nicht, aber immerhin würde etwas ENDEN, wenn du deinen beruf sausen lässt (also handelt es sich diesbezüglich um "aufgeben"). lass dich nicht schrecken von meiner geschichte, soweit du daran denkst. im forum gibt es eine weitere juristin (zumindest, soweit ich es bewußt mitbekommen habe), @djinny. an ihr siehst du in beruflicher hinsicht, dass es sie GIBT, die jobs. es ist nur eine frage, wie man die jobs erreicht.

ich hatte geschrieben, welche noten ich erreicht hatte in meinem examen. das reicht nicht (das nehme ich mit steigender realitätsnähe an, weil ich auch keine referendarstellen oder aushilfsjobs bei juristen und firmen bekomme, auf die ich mich als studentin ja nun schon diverse male beworben habe)!

aber was nicht passt, wird passend gemacht. klaro?!!!

hau rein, para!

gruß

s.

06 März 2006

wie geht es euch?

halli hallo

ich war am wochenende bei meiner mom. meine freundin ist mitgekommen. sie war früher schon manche male mit mir in bs, naja, die zeit vergeht... das letzte mal ist sicher auch schon über 2 jahre her!

insgesamt bin ich jetzt mit meiner freundin circa 10 jahre befreundet. mein gott, wir hatten wirklich viele auf's und ab's, und auch dieses wochenende hat sie wieder von der frankreich-reise gesprochen, die sie immer noch nicht verarbeitet hat und wo komischerweise meine sonst so eifrige selbstkritik absolut ruhig bleibt (schon seit 5 jahren...) und ich mir bloß denke, dass ich absolut die kleinere macke hatte auf der reise im vergleich und dass sie ruhig reden soll.

dennoch ist mir erst der atem gestockt und ich dachte, sie kommt entweder wieder mit der "ich-bin-halt-kein-mensch-wie-du-dir-eine-freundin-vorstellst-tour" oder mit der "du-kannst-manchmal-sehr-aufbrausende-sein-leier". aber dann habe ich an meine "therapie" mit meiner mom gedacht und mir gedacht: 'wenn ich mit meiner mom klar komme auf die art, dann auch mit meiner freundin!'

die "therapie" lautete darauf, dass ich mich nicht aufrege. grund 1: wenn es nicht zutrifft, was meine mom / freundin behauptet, dann kann es mir doch auch mal einfach wurscht bleiben. grund 2: es wird schon nicht so verletztend werden, wie ich mir manchmal so denke.

diese beiden denken und das prinzip, grundsätzlich erstmal dreimal gemächlich durchzuatmen und sich ruhig auch mal zeit mit der antwort zu lassen, hat mich auch bei meiner freundin zu dem ergebnis geraten lassen, dass es unsinn ist, was sie sagt und dass ich ihr das aber nicht notwendig sagen muss. ich ließ es bei einem stirnrunzeln und einem höflichen schweigen bewenden und tatsächlich war damit das reizthema "frankreich-reise" erledigt.

*puh*

;-)

ich war aber tatsächlich nicht mal halb so easy drauf, wie ich mich eigentlich zu fühlen glaubte... *häh*...?!

ich dachte nämlich, nach meiner klausur würde ich wieder runterkommen. bin ich auch... aber nicht so ganz. dann dachte ich, dass ich vll. doch mehr unter meinen tagen gelitten habe, als ich mir eingestehen will.

ich nehme doch eine hormonspirale. demnach dürfte ich GAR NICHT MEHR meine tage bekommen, aber das interessiert meinen körper überhaupt nicht und er blutet halt manchmal und ich hab auch so meine psychischen durchdreher in diesen tagen.

"durchdreher" ist jetzt irgendwie ein zu dramatisches wort, aber da ich nicht begreife, was da in mir abläuft, ist es so, als würde der motor "durchdrehen" und ich sitz am schaltknüppel aber ich bekomme keinen gang rein.

oder so.... ;-)

naja

wir waren insgesamt aber happy und sehr friedlich und es war RICHTIG schön in der wintersonne in braunschweig.

ich habe meiner mutter natürlich doch irgendwie alle meine geldsorgen erzählt. aber *huch* sie konnte sich einerseits nicht mehr daran erinnern, dass SIE die kosten des gewaltschutzverfahrens hatte tragen wollen (wundert mich dann aber auch nicht wirklich... typisch für meine impulsive mutter). und andererseits aber hat sie wohl (trotzdem) kurz nachgedacht, mit finanziell zu helfen, und sagte dann aber, sie hätte leider nichts.

aha

naja die gute nachricht: ich hab es vertreten, also ich bin zu meinen problemen gestanden.

die schlechte nachricht: das problem ist dadurch nicht wirklich gelöst worden, sondern ich muss weiter durch.

naja

schaun mer mal.

soooo habe heute auf arbeit wieder SEHR nett gequatscht mit meinen callcenter-kollegen. es ist ein bißchen sehr nett bei uns, aber wir alle leiden unter der wenigen kohle und werden uns sicher in den nächsten wochen verdünnisieren. 5 euro die stunde ist der hohn.

ich habe mal wieder für meinen schreibservice sachen abgecheckt und festgestellt, dass ich mit dem ämter-kram noch nicht durch bin. jeder gibt einem eine andere auskunft, aber naja, ich nehm den sicheren weg und latsche halt trotz gegenteiliger aussagen hin zu allen behörden bzw. schreibe und mache, damit ich es auch hinbekomme.

zum beispiel wäre ich doch fast in einen fettnapf gelatscht, der auch teuer hätte werden können, weil ich mit "buchhaltungshilfe" werben wollte. ich erinnerte mich dunkel, dass ich die flyer zu einer zeit in auftrag gegeben hatte, als ich noch anwältin war. damals hätte ich damit natürlich werben dürfen, doch JETZT nimmer. es muss ein klarstellender zusatz hinzu, den zu zitieren mir jetzt wirklich zu dröge ist. auf die flyer muss der zusatz natürlich auch (nicht nur auf meine website, die aber immer noch in überarbeitung ist...), also: noch nen stempel fertigen lassen mit der entsprechenden klarstellung.

naja

tjach...

dann werde ich mich morgen mal wieder kümmern um meinen schreibservice! von nix kommt nix

und wie geht es euch?

gruß

s.

02 März 2006

tarot und geld und prüfung und winter

hallo!

mein tarot war heute nett zu mir:




















karte 1 ("darum geht es")





karte 2 ("das ist förderlich")





karte 3 (eigentlich: "das steht entgegen")




ich hab gegrübelt, welchen "durchbruch" ich schon erreicht habe und bla und dachte (und denke es eigentlich noch immer), dass das tarot die morgige prüfung ins "jetzt" zu ziehen versucht. na, ist doch angenehm, was das tarot dazu meint.

dann habe ich meine e-mails gecheckt und ich bekomme doch meine anrufbeantworter-nachrichten per e-mail übersandt. angeklickt... dachte, es sind wieder meine knackis, die seit freitag probleme haben und wo ich montag und dienstag mit ihnen gemeinsam "am rad gedreht" habe (meine gefangenenzeitung... also *hüstel* nicht "meine", aber naja sinngemäß). war doch die anwältin vom insolvenzrechtsanwaltsbüro. ich soll 2.500 € bezahlen und gut ist. falls ich noch was von der trude einnehme, die die gesamtsumme EIGENTLICH schuldet, soll ich es weiterleiten (find ich richtig so). sonst aber: vergleich, fertig.

puh

nächste geldproblematik: das gewaltschutzverfahren kostet auch knaster. hatte gestern nachgefragt... genauer summe aber derzeit noch unbekannt. es sind 5 streitwerte in höhe zwischen 3.500 und 500 €. so what. meine ma hat behauptet, DIE kosten übernimmt sie. ausrufezeichen war aus ihren worten ebenfalls herauszuhören. na, das werd ich ihr dann eben schonend beibringen, dass das langsam mal aktuell wird.

ach so, für die juristen unter uns... *gg*: es wurden die kosten gegeneinander aufgehoben. also "unentschieden". jeder zahlt die hälfte der gerichtskosten, fertig.

sooo

und NUN bekommt das tarot für mich noch mehr drive: ja. ich habe die "prüfung" bestanden, mich um meinen eigenen kram zu kümmern. meine abwicklerin / freundin ging (und geht) mir zwar schon auf den sender, weil ich langsam finde, das zumindest nicht perfekt, was sie da macht. aber ich habe mir gesagt: 'wenn du das mit ihr zusammen durchstehst, dann stehst du alles berufliche durch mit dieser frau. lass es drauf ankommen, vielleicht wird alles gut.'

nun

jetzt bin ich optimistischer. der vergleich hat zwar nichts mit ihr zutun direkt, aber es ist eine belastung, die mich gerade beim kontakt mit IHR gequält hat. die 2.500 bekomme ich zusammen irgendwie. und dann ist mal wieder sense mit urlaub und so. aber das wahr eh klar seit zwei wochen. zu hause ist es auch ganz nett...!

@para:

ja, ich finde den winter auch lang. ist zwar normal, dass im februar noch die kälte herrscht. man leidet komischerweise immer unter diesen kältesten monaten januar und februar. alte leute sterben mit vorliebe in diesen monaten... so zumindest die "statistik" (nee, gab keine statistik. aber lebenserfahrung) meines vaters, der ja auch beerdigungen machte.

tjach

da fällt mir ein, dass mich dauernd ein kommilitone vollblubbert, dass die kirchensteuer "so hoch" sei. na klar. "na 10%, ist das nicht viel...???" sagt er immer. find ich nicht. hab mir jetzt aber begonnen, gedanken darüber zu machen. mir fällt ein: dann finde mal jemanden, der beerdigungen macht und darüber keine statistik zu führen braucht. ist doch ethischer als der scheiss-kommerz bis ins grab.

gruß

s.

28 Februar 2006

kürbisprinzessin

@para:

hey... mein monsieur hat mich auch mit essen betört! oder sagen wir passender: essen war bei uns auch der "offizielle" anlass für weitergehende geständnisse!

die genaue liebesgeschichte überlasse ich monsieur. *kicher* damit will ich sagen, ich kann sie gerade nicht herauswürgen.

seit tagen bin ich launisch, anfangs dachte ich, es liegt an der beliebten umsatzsteuervoranmeldung, die ich ja am wochenende dann aber doch nachgeholt habe unter tatkräftiger unterstützung von monieur. seit sonntag 24 h ist sie aber elstermäßig erklärt und ich keife immer noch herum. ich glaube, ich stehe unter druck wegen der klausuren.

es ist nicht richtig, dann das erzählen von romantischen und schönen dingen zu "verschieben". manchmal muss man dem frust aktiv entgegenwirken!

aber ich kann halt nicht einfach auf "romantik" umswitchen und nutze mein angespanntsein lieber erstmal konstruktiv, wie ich hoffe: zum lernen. ehrlich gesagt glaube ich, meine schlechte laune hat eigentlich fast keinen sinn, aber WENN sie einen sinn hätte, dann für's lernen.

wer das versteht, hat vermutlich auch manchmal schlechte laune, ohne es selbst so ganz nachvollziehen zu können... oder so.

;-)

gruß

s.

27 Februar 2006

allet jute, para... und: alles wird besser!

hallo para! ja alles gute von mir!!!

*top-aktion... hihi*

ich bin ja kein freund vom heiraten. aber so, wie du es beschreibst, kann ich es noch am ehesten nachvollziehen, glaube ich! wo und wie hast du denn diesen deinen künftigen ehemann aufgegabelt, para? na komm... erzähl mal deine geschichte! zeit für FETTE LIEBESGESCHICHTE VON PARA, klaro!???!!!!

*gg*

hm

und danke, deine worte haben mir gut getan. mich als "gutmütig" (wenn ich es richtig gedeutet habe, was du geschrieben hast) darzustellen, tut mir mal ganz gut. ob ich dir in deiner betrachtung so ganz folge, weiß ich momentan noch nicht, aber immerhin gibt es mir ein stück distanz zurück, die mich einfach stärkt.

hey

ich habe noch was zu erzählen... ich habe MEIN ERSTES PHP-SKRIPT auf reihe gebracht!!!

*freu* *freu* *freu* *freu* *freu* *freu* *freu* *freu* *freu* *freu*

hm naja ist jetzt vll. nicht für jeden nachvollziehbar, was daran toll ist... versuche es kurz zu erläutern (auch auf die gefahr hin, dass dann immer noch nicht ganz klar ist, was nun tatsächlich SO TOLL ist daran... *gg*): ich war vom forum fasziniert, weil man dort so super texte online schreiben kann. und checkboxen und formulare haben mich ebenfalls schon immer begeistert, fand ich immer heiss!

nu hab ich gleich zwei php-sachen geschafft... ein mail-dingens und einen wahr-falsch-test in bwl! juhuuuu!!!

habe schon das gefühl, bald meine dicken php-bücher, die ich seit weihnachten sporadisch benutze und mit denen mir gestern der "durchbruch" gelungen ist, in die ecke feuern zu können und wie eine besengte herumzuprogrammieren! nächstes gedankliches ziel ist der aufbau einer ganzen website (also: das einspielen der inhalte) über php, anschließend das erstellen von bildern mit hilfe von php!

boah

geil!

so

also ein tag zum freuen.

hm naja, meine geldprobs hab ich auf morgen verschoben. aber heute: alles supi.

gruß

s.

ps: hmmmm sn gimignano... ist aber vermutlich etwas kühl um diese jahreszeit (auch dort), oder? *lach*

25 Februar 2006

ich hab doch schulden.

hallo

ich habe einiges hinter mir bzw. stecke noch mitten drin. ich habe dennoch das gefühl, dass ich es "hinter" mir habe, vielleicht, weil ich mich nicht mehr darüber aufrege.

es geht darum, dass ich mein fremdgeld ausgekehrt habe ende januar 2006. keine woche später hat der insolvenzverwalter, der denjenigen, für den ich das fremdgeld verwahrt habe, gemeint "ach übrigens, außer den bezahlten 3.000 € hätte ich gern noch 4.700 €". ich hab mich geärgert und bin nach einiger aufregung zunächst zu dem schluss gekommen, dass er in den wald gehen kann mit seinen 4.700 €.

aber dann kam es so: meine abwicklerin und freundin hat erstmal die anwaltskammer angerufen. jaaa, auf meinem fremdgeldkonto sei ja nichts mehr drauf und ob sie überhaupt zuständig sei. die anwaltskammer meinte dann, nee, ist der ehemaligen anwältin ihr persönliches problem und schönen gruß.

ich verstehe natürlich nur, dass meine abwicklerin mir nach 2 monaten unbearbeitet eine akte zurückgibt, in der zu vollstrecken gewesen wäre! nämlich der betrag von 4.700 €!!! gegen die frau, mit der ich eine schuldübernahme vereinbart hatte!

*kreisch*

am donnerstag (also vorgestern) war ich dann da bei meiner abwicklerin / freundin. für mich bedeutet die geschichte mit den 4.700 €, dass mein einziges tatsächlich lukratives mandat mir nun auch noch zu einer nullrunde zusammenschrumpft. mehr als 4.700 € habe ich NIE bekommen in einem einzigen mandat!

vor dem treffen am donnerstag hatte ich mich aufgerafft und mir in der bibliothek angeschaut, ob der insolvenzverwalter vielleicht DOCH recht haben könnte. hat er. meiner ansicht nach ist § 414 BGB zu 100% (also: faust-auf's-auge-mäßig) erfüllt. das heißt, ich habe an dem tag, an dem mir diese frau, die jetzt einen auf offenbarungseid gemacht hat (obwohl sie noch eigentümerin eines grundstücks ist, das im offenbarungseid aber komischerweise ^^ nicht genannt wurde), die schuldübernahme unterschrieben hat, meinen gebührenanspruch gegen meinen eigentlichen mandanten verloren.

naja

o.k.

also muss ich die kohle bezahlen, auch wenn ich dachte, ich hätte ZWEI schuldner (sogenannte gesamtschuldner). aber nein, ich habe äpfel gegen birnen eingetauscht, und die birnen sind halt noch ärmer als die äpfel. so zumindest ist der derzeitige status quo. ich werde gegen die "birnen" aber nun vorgehen, wenn meine abwicklerin nicht mitspielt, muss ich eben selbst schreiben. ist ja alles mein problem, sagt die anwaltskammer. na ja.

ich habe jetzt in zweierlei beziehung schiss:

1. ich habe das geld nicht und müsste betteln gehen: bei wem? ah ja richtig... bei meiner mom und bei meiner tante! :-(( toll. das fällt mir bei gott nicht leicht. aber der gedanke, dass meine kanzleitätigkeit nur eine teuere freizeitbeschäftigung war und ich es nicht geschafft habe, aus der sache ohne schulden rauszukommen, hat mich jetzt 7 tage am stück aufgeregt und komischerweise seinen schrecken dann aber verloren. so what. also gut, dann denken eben alle, frau sine hat es überhaupt gar nicht im griff gehabt. aaaaber... ich muss betteln. so nach dem motto: "du mama, ich hab schulden in höhe von 5.000 € (zinsen halt auch noch). machst du mal bitte dein portemonnaie auf? sonst muss ich eine hypothek auf mein eigentum aufnehmen... gell!!!" und bei meiner tante ebenso...

schiss nr. 2:

zeigt der insolvenzverwalter mich jetzt posthum noch zur anwaltskammer an? weil das fremdgeld fehlt??? und kriege ich ein unterschlagungsverfahren an die backe...?

komischerweise ist seit meiner geschichte mit kand. 2 meine angst vor einem strafverfahren nicht mehr so maximal wie einst. aber es bleibt fakt, dass ich keines haben will!

...

auch schon, bevor mir die rechtslage deutlicher geworden ist, hatte ich gedacht, dass ich um gottes willen bezahlen möchte. ich habe keine lust, diese sache mit mir herumzuschleppen.

aber... wie denn?

wie bezahlen? ich werde also jetzt wacker verhandeln, aber schiss 1 und schiss 2 bleiben mir leider erstmal erhalten.

hm ja

also bei meiner abwicklerin am donnerstag war es dann eben zwar nett, aber anstrengend. sie hat eben in diesem monat zum ersten mal meine akten überhaupt betrachtet und hat jetzt gemeint, sie würde die akten ganz anders führen und bla. außerdem sei bisher kein einziger pfennig geld reingekommen und so hätte sie sich das ja nicht vorgestellt.

wir sind jetzt öfter verabredet, ich habe ihr ja auch versprochen, ihr schreibdienste zu leisten und ihre website zu machen. in der website übrigens meldet sie sich null. ich beziehe das aber jetzt mal schlicht nicht auf mich. sie kann von mir aus die sache mit der website schleifen lassen. es gibt aus meiner sicht dazu keinen grund, also muss der grund bei ihr liegen.

aber von allen angeboten, die ich ihr gemacht habe, hat sie nur angenommen, dass ich vielleicht in zukunft einmal die woche vorbeikomme. und dann soll ich meine eigenen akten machen!

*weinz*

natürlich hat das auch vorteile. ich meine, die sache mit den 4.700 € zum beispiel lag aus meiner sicht jetzt einfach 2 monate untätig bei ihr. ich hätte eigentlich erwartet, dass sie gegen die schuldnerin, die ICH habe, vollstreckt bzw. strafanzeige erstattet wegen falsch abgelegten offenbarungseides. mir wurscht, hauptsache, da wird mal was gemacht!

aber nö

es ist für mich aber bei gott nicht so, dass ich sage 'o.k., dann mach ich es eben selbst.' mir ist mein seelenfrieden, den ich komischerweise ziemlich einfach gefunden habe, nachdem meine kanzlei zu war, so viel wichtiger als die prinzipien, die ich einst unter finanzieller selbstaufgabe lange jahre als anwältin vertreten habe (bzw. zu vertreten versucht habe).

es ist mir alles so wurscht.

hm

so nun muss ich mal das wochenende bewältigen, auf das ich mir ziemlich ausschließlich kanzlei-arbeit gelegt habe. selbst wenn ich keine probleme hätte, müsste ich hier akten vorbereiten, die zu meiner abwicklerin gehen und akten archivieren, die von dort zurückkommen bzw. die schon verjährt sind.

außerdem habe ich meine letzte umsatzsteuervoranmeldung versäumt. frist war eigtl. bis spätestens 10. februar. nun habe ich eine nachfrist bis 27.2. äh ja.

*seufz*

frisch an's werk, wie immer!

ach übrigens... ich stecke ja eigentlich gerade in meinen klausuren. eine klausur habe ich aber schon abgesagt (von 6 stück). da kam ich mir schon etwas feige vor.

im nachhinein habe ich erfahren, dass eine frau, die alles mitgeschrieben hat (und auch die klausur mitschreiben wird, die ich abgesagt habe aktuell), schon zweimal nicht erschienen ist. das gibt automatisch eine 5 (d.h. sie ist durchgefallen) und maluspunkte.

vll. ist es doch besser, seine schwäche zu akzeptieren und damit umzugehen, als einfach mit voller karriere gegen die wand zu fahren. wie die dame, die schon zweimal gekniffen hat...

hoffe ich bescheiss mich nicht selbst!

naja

lernen läuft halbwegs. man denkt immer, es geht GAR NICHT. und dann geht es doch.

gruß

s.

11 Februar 2006

kand. 2

hallo

manchmal denke ich noch an meinen "kandidaten nr. 2". immer mal geht mir etwas, was ich an ihm als charakteristisch empfunden habe, durch den kopf und ich versuche nach wie vor dann irgendwie, bei dieser spontanen gelegenheit der "sache" endlich mal auf den grund zu kommen, was wie und warum ich damals so begeistert von ihm war.

ich verstehe nicht, wie man sich bei einem menschen sehr wohl fühlen kann und am ende war es bloße projektion.

hm

es kann ja das berühmte "kleine quentchen" gewesen sein, das gefehlt hat, um für mich alles in normalen bahnen fließen zu lassen. damit meine ich, dass ich sicher nicht notwendig mit ihm zusammen sein musste. sondern damit meine ich, dass ich irgendwie verstehen möchte, warum in dreiherrgottsnamen das alles so komisch geendet hat und ob es nicht vielleicht mehr gibt als "hatte keinen bock mehr" oder irgendein gespenst, das uns nun dahin gebracht hat, dass wir null kontakt haben.

dieser null-kontakt ist eingetreten, seit ich ihm geschrieben habe, ich würde lieber statt abends weg mal lieber mit ihm nachmittags kaffee trinken gehen. außerdem hatte ich ihm gesagt, dass ich einen freund hätte und dass es mit ihm "klappen" würde bisher.

ich muss sagen, es war vermutlich falsch, dazu irgendeinen comment abzusondern. ich dachte, es klingt lustig, wenn ich etwas dazu schreibe, daber vermutlich klang es furchtbar gemein.

wenn ich an das lk-forum denke, dann wundere ich mich doch immer wieder, wie unterschiedlich ein und dieselbe sache von den betroffenen empfunden und verstanden wird.

es gibt keinen grund, sich zu grämen. ich bin auch nicht sonderlich verletzt davon, dass kand. 2 in der versenkung verschwunden ist. manchmal, wenn ich jetzt so häufig mit der bvg fahre (was ja früher, als ich noch full price zahlen musste, urst selten gewesen war), dann frage ich mich, was ich mache, wenn ich ihn mal wieder sehe.

ich habe in meinem leben schon hunderte von begegnungen gehabt, die ich eigentlich eher schockierend empfunden habe. früher bin ich allerdings auch vor unglaublich vielen menschen und situationen "weggerannt".

vielleicht ist ein überbleibsel aus dieser "wegrenn-zeit" noch, dass ich ja mit exen nichts am hut habe grundsätzlich.

ich denke, ihm wäre es PEINLICH, mich nochmal zu treffen. ich glaube nicht, dass ich ihm peinlich wäre, sondern dass er sich für etwas schämt, dass er in seiner sphäre liegen sieht.

ich glaube, diese distanz von einem jahr, die seit dem letzten kontakt mit kand. 2 in zeitlicher hinsicht eingetreten ist, hat mich enttäuscht und mein vertrauen in ihn beseitigt. ich vertraue ihm jetzt nur noch auf der ebene, auf der ich eigentlich fast jedem vertraue, den ich kenne und wo ich halt in etwa weiß, was er für themen mag und wo er empfindlich ist... also ich vertraue ihm genauso viel / wenig wie einem arbeitskollegen oder einem kommilitonen.

es ist NICHT so einfach, den schritt zurück zu machen in richtung freundschaft, wenn man schonmal verknallt gewesen ist ineinander.

ich habe es jetzt einmal verkackt, richtig. oder ER hat es verkackt, k. a.

das ist natürlich kein grund, für immer freundschaften mit exen für unerreichbar zu halten. komischerweise hat mich der ganze hickhack nach kand. 2 auch davon überzeugt, dass eine freundschaft mit dem ex nicht ganz unmöglich ist.

aber ich denke, ich bin durchaus recht aufmerksam, was menschliches verhalten angeht und interpretiere manchmal nicht völlig an der wahrheit vorbei. deshalb glaube ich, dass man eher oberflächlicher denken muss, wenn man mit dem ex befreundet sein will, als ich es tue.

das klingt jetzt so, als wäre ich die "gute" und die anderen alles "seichte charaktere". nope. ich denke nicht, dass es nur für gefühle im engeren sinne gilt, dass jeder anders empfindet. es gilt auch für begriffe, die mit gefühlen zu tun haben: freundschaft ist wohl bei jedem menschen anders und wird bestimmt auch innerlich von jedem menschen ein bissle verschieden verstanden.

manchmal denke ich, er ärgert sich die platze, dass er so ein schönes leben führt (tolle wohnung, er findet sich selbst ziemlich hipp, er liebt sein schräges leben...) und trotzdem nicht glücklich sein kann. denn er wünscht sich zu seinem glück eine frau. deshalb habe ich ja auch die gedachte lücke in seinem leben ausgefüllt für kurze zeit.

er kann sein eigenes rätsel nicht lösen, das denke ich.

eines tages wird er von seinen "ansprüchen" an sich und von seinen vorstellungen von einem "glücklichen leben" mal runterkommen. nicht, weil sie grundsätzlich falsch sind. sondern weil er so verbissen danach strebt, ohne wirklich im jetzt zu leben. der mann lebt in der zukunft und kann mit der gegenwart nichts anfangen.

tja

gruß

s.

09 Februar 2006

schlafattacken

@matilda:

hupsala, da hatten wir ja beide erlebt, wie stark das schlafbedürfnis sich äußern kann. ich persönlich hab allerdings die ahnung, dass es schon immer in meinem leben situationen gab, wo mein körper irgendetwas wollte (von mir) bzw. gebraucht hat. ich war aber früher so weit "entfernt" von mir, dass ich es auch dann unterdrücken konnte, wenn es eigentlich akut war.

aus dieser zeit habe ich noch meine zweifel, ob mein schmerzempfinden eigentlich noch funktioniert.

will sagen:

der schlaf unter der dusche oder der schlaf im grellen licht sind beide nicht unbedingt NUR alarmierend.

ein bissle steckt aber AUCH mit in unserem schlafproblem die erkenntnis, dass es SO nicht ewig weitergehen kann, gell

gruß

s.

von Matilda am 9.2.: work overload

da bin ich und weiss nicht mehr, wo mir der kopf steht. die muedigkeit ist ueberwaeltigend. so ueberwaeltigend, dass ich gestern abend im stehen unter der dusche eingeschlafen bin.
ich fuehle mich wie durch den fleischwolf gedreht. vollkommen durch den wind.
die arbeit ist theoretisch auf mich und meine kollegen mehr oder weniger gleichmaessig verteilt. wenn jeder seinen anteil macht, geht es uns allen gut.
theoretisch.
praktisch sieht es so aus: die haelfte meiner kollegen ist entweder faul, oder dumm wie brot, oder beides. die wenigen, die weder das eine noch das andere sind, arbeiten doppelt so viel. und das ist bei einem job, der eh schon kaum in eine 50-stunden-woche passt, wohl doch ein bisschen viel. die folgen davon sind:
- ich schlafe im stehen unter der dusche ein
- ich habe keinen appetit mehr
- ich treffe einen nahezu unwiderstehlichen mann nach fast einem jahr wieder und bin zu muede zum reden

*hm

dreh ich jetzt durch?

matilda

bald semesterferien

letz work

ich habe nun langsam nicht mehr viel übrig vom ersten semester bwl. noch eine woche! und am montag beginnen die klausuren, d.h. so RICHTIG studieren ist das jetzt eh nimmer.

ich habe den eindruck, dass ich die klausuren viell. hinbekomme. ich schreibe zwar auch jetzt gleich schon eine von DEN KLAUSUREN, die ich überhaupt nicht kann. die meisten von den "blinder-fleck-klausuren" habe ich auf den zweiten termin geschoben... bis dahin sind ja semesterferien, und so werde ich (hoffentlich) den monat bis zum termin der klausuren in der zweiten runde noch gut lernen können.

aber eine klausur, die ich nicht kann, hab ich gleich jetzt in 14 tagen zu schreiben... ich merke aber, dass sich jedenfalls in MATHE (mein horror-fach)langsam mal was tut. ich kann mir also, nachdem in mathe langsam mal das verstehen beginnt, gar nicht vorstellen, dass ich die anderen fächer nicht auch irgendwie schaffe.

hm

es ist für mich irgendwie seitdem ich meinen zeitplan gemacht habe (*hüstel* der immer noch nicht vollständig ist) ruhe eingekehrt. monsieur meinte zwar, ich sei halt schon arg im stress und ich sehe auch an meinen aktuellen marotten, dass ich scheinbar schon ein bissle tille. ich bin zum beispiel gestern glatt auf dem sofa mitten unter der sofa-lampe (also im hellsten licht) eingepennt und habe mich nur im halbschlaf noch ins bett bewegen können. ich hab sozusage durchgepennt von 21.30 uhr bis 7 uhr. gut und in der uni selbst fange ich an, komisch draufzukommen. meine freundin i. nervt mich seit zwei tagen plötzlich. und ich bin auch irgendwie leichter zu nerven von meinen kommilitonen allgemein.

ich habe mich plötzlich erinnert, dass ich DAS in meinem ersten studium viel öfter erlebt hatte, und ein bissle meine ich, dass damals eben auch alles sehr viel anders war als jetzt. vor allem hatte ich VIEL MEHR stress als jetzt!

insofern leuchtet es mir ja auch etwas ein, dass ich gerade so ein bissle einschnappe und aggro bin. ich hab halt vermutlich DOCH stress (prüfungsstress), und soooo ausgeglichen und im gleichgewicht bin ich dann eben doch nicht mehr wirklich. und so kommt die alte "frau post" alias sine (alias...) wieder zum vorschein.

es irritiert mich aber ganz schön!

ich hatte diese aggressive frau, die ich einst scheinbar täglich war, irgendwie vergessen.

will sagen: ich sehe jetzt, dass ich eigentlich verdammt nett zu mir war die ganzen vergangenen monate. ich habe mir für jedes problem zeit genommen, ich habe mich aktiv von dingen wegbewegt, die mich belastet haben. das ganze hatte auch seine früchte gebracht, nämlich inneren frieden. das war mir gar nicht bewußt gewesen!

ich hab im gegenteil gemerkt, dass ich richtig glücklich war und auch GLÜCK HATTE (verrückt, glück zieht glück an...). aber dass ich auch "meine ruhe" hatte, das war mir gar nicht bewußt geworden.

und jetzt ist die ruhe halt manchmal perdü.

ich hab es gestern dann auch gleich i. gebeichtet... dass mich diese erstsemester nerven und dass ich mich fast irrational nach der zukunft sehne und auch jetzt schon bei älteren semestern richtig aufatme. sie meinte dann, sie versteht mich, aber das fand ich unglaubwürdig... herrje, ich war doch auch mal 20!

ich hab gestern hinter zweien gesessen, die sich NICHT die ganze zeit unterhalten haben. ich hab es SO genossen. sie hatten diese studenten-ausstrahlung... eine mischung aus langeweile, pflichtbewußtsein und "dranbleiben-wollen"...

bei den kiddies aus MEINEM semester hingegen kommen noch die sätze wie "was, du hast dich vorbereitet" und man drängelt sich auf teufel komm raus durch die sitzreihen, aus welchen motiven weiß der herrgott...

ernsthaft: ich sitze in den pausen zwischen den vorlesungen lieber - und zwar WIRKLICH (!!!) viel lieber - mit meinem buch da als dass ich mich auch nur an einem der gespräche der anderen beteilige.

ich dachte bisher immer, das kommt alles von alleine. aber jetzt so gegen ende des semesters empfinde ich das alles als anstrengend.

zum glück bin ich dennoch ganz gut integriert. wie gesagt, meine "tarnung" ist weg und nun gab es mehrere tage, da gab es fast etwas wie einen kleinen "hype" auf mich. "die ist die mit der website...". eine frau saß neben mir, die starrte mich zweimal mehr als überhaupt nachvollziehbar an wie eine heilige.

ein anderer meinte, er hätte "genau dieselben antworten" mitgeschrieben und meine website sei "richtig". *haha* ich habe meine antworten mir selbst erarbeitet, und wenn er genau dasselbe "mitgeschrieben" hätte, dann wäre seine reaktion vielleicht doch eher gewesen "hey witzig, wir haben genau denselben text".

aber es war nur show, ein ehrgeizling, der halt nicht nach außen hin gelten lassen kann, dass ich eine website habe. ernsthaft! es war eigentlich nur ein projekt gewesen, mich selbst zum lernen anzuspornen. aber die leutz machen selbst (leider?!) keine eigenen websites. anscheinend hat sich mehrheitlich eine reaktion auf meine site gezeigt, die in richtung ehrfurcht oder neid geht... und der typ mit den "genau gleichen antworten" war dann sozusagen auch nur jemand aus dieser ecke von bekanntschaften.

will sagen: das war schon etwas strange die letzten tage.

aber sonst klappt die kommunikation. ich habe immer i. als stütze, zu ihr kann ich immer gehen. und die anderen sind nicht so mein ding.

ich habe lauter lerngruppen. es wird jetzt auch echt knapp...

hm

also fazit: komisch alles. ist grad ein bissle aus den fugen geraten, andererseits sehe ich jetzt auch mal wieder, wie anders - und teilweise dann doch gleich! - mein zweites studium im vergleich zu meinem ersten studium ist.

ich werde diese betrachtung nach möglichkeit nicht allzusehr auswalzen. ich möchte eigentlich nicht groß darüber nachdenken, wie ich zu meinen kommilitonen stehe... das hatte ich ja schon in meinem aufbaustudium gelernt, dass mir diese grübelei nichts bringt.

just do it

aber wenn ich so ungenießbar werde und /oder merke, wie ich komisch drauf komme... ich finde, das kann ich mir schon ein bissle zu herzen nehmen.

ich lechze jetzt nach den semesterferien.

gruß

s.

03 Februar 2006

ein wunder!

hallo nochmal von mir...

...ein wunder ist geschehen: meine mom zahlt mir mein studium!

ich habe ihr heute nochmal klipp und klar gesagt, dass ich es unmöglich finde, dass sie mir jeden monat 700 € rüberschiebt, ich aber von diesen 700 je 500 € für eine geldanlage für meine altersvorsorge bezahlen soll!!

mein gott... sie hat irgendwie am ende des gesprächs gesagt, ich soll die ganzen 700 für mein studium verwenden und die 3 x 500, die ich seit dezember 05 noch nicht weitergeleitet habe (habe erst in meinen semesterferien zeit - und lust -, den geldmenschen kommen zu lassen und in einen templeton-fonds einzuzahlen... monsieur will dabeisein bei dem gespräch und ich habe nur an einem einzigen tag tagsüber zeit: dienstag! an diesem tag arbeitet monsieur aber und bringt geld heim!!! also geht es erst in den ferien, wenn ich flexibler bin...), also 1.500 eier auch behalten!

halleluja

ich habe gestern i. mein herz ausgeschüttet und ihr meine angst erzählt, dass ich am wochenende meine tante anpumpen wollte...

bei der gelegenheit habe ich ihr in einem etwas groß geratenem bogen auch gleich von kandidat nr. 1 erzählt und überhaupt mal kurz meine familienverhältnisse skizziert, weil ich das gefühl hatte, es war nicht recht plausibel, wieso ich solche angst hatte, meine tante um geld zu bitten...

mit i. habe ich gesprochen, weil ich gepumpt habe wie ein maikäfer, um mich aufzuschwingen zu meiner schwierigen "aufgabe", mich um (finanzielle) hilfe für mein studium zu bemühen. ich erzähle es, ich mache es dann hoffentlich auch... so mein gedanke!

hm naja

und als dann meine mom heute anrief, habe ich gleichmal erzählt, dass ich mir fest vorgenommen habe, meine tante morgen (oder übermorgen... weiß noch nicht genau, WANN wir uns nun treffen) um geld anzuflehen (dabei habe ich mich schon wieder umentschieden und wollte meine tante nur noch anflehen, meine mom auf die pelle zu rücken... weil sie 700 € ausgibt für mich jeden monat, ich aber nur 200 € behalten darf... so'n QUATSCH!).

naja

das soll ich AUCH noch machen... aber gesprächsergebnis ist, wie gesagt, eh schon, dass ich finanziell klarkomme!

juhuuuu!!! juhu juhu juhu!!!!

fucking hell geld-problem is over... ;-)

ich kann es gar nicht glauben. das einzige, woran ich glaube, ist, dass dieses WÜNSCHEN eine ganz hervorragende angelegenheit ist! ich habe das auch monsieur gesagt, und jetzt haben wir einfach schon den nächsten wunsch formuliert: urlaub.

*lach* und *freu*

ein wunder. MEINE mutter macht mit.

das gespräch zu skizzieren, würde anstrengend werden, das dürft ihr mir glauben. es gab keinen roten faden, und ich weiß nicht 100%ig, was meine mutter denn nun umgestimmt hat. jedenfalls kamen ALLE bekannten argumente, ihre sichtweise, dass ich eigentlich bei ihrem verband anfangen könnte (als juristin) irgendwie und irgendwo (also sicher net in berlin...), kam natürlich auch (und war keine fiktion meinerseits...).

wir haben diesmal den kreis der finanziellen möglichkeiten aber weiter gezogen, ich habe sogar gesagt, ich würde bereit sein, das erbe meines vaters - 1/4 von der wohnung, in der meine mom ja wohnt - zu belasten... hab mich da aber in meiner verzweiflung so ungenau wie nur möglich ausgedrückt... oder wolltet ihr eurer mutter gerne ins gesicht sagen: "hey, ich verpfände dir dein haus unterm arsch weg"???

also hab ich es irgendwie als "hab ich schon drüber nachgedacht, auch das eigentum nicht unangetastet zu lassen" und dann habe ich eine verkaufsarie gesungen wie in meinen besten rechtsanwaltszeiten... diesmal aber nicht für einen mandanten, sondern für mich selbst!

ich war nicht sehr gut. für meine mandanten hatte ich schon einiges mehr zu bieten gehabt. pausen, netter / bedrohlicher / versöhnlicher tonfall, argumentationskette, beispiele aus der praxis, suggestionen...

ich hatte eine sehr unfreundliche (weil aufgeregte) stimme und es fiel mir SAUSCHWER.

ich habe jedenfalls gesagt, ich würde in drei jahren die verdammten 700 jeden einzelnen monat verdienen. ich würde nicht glauben, dass dieses studium in die hose geht! ich sei jetzt eine andere (oho) als bei meinem ersten studium. ich hätte, als ich zu anfang mit ihr über mein studium gesprochen hätte, nicht genau gewußt, wie es sein würde, aber jetzt würde ich meine lernerfolge deutlich spüren und hätte hoffnung! es sei bei gott nicht einfach aber es würde klappen! ich würde teilweise gute klausuren schreiben, andere wohl nur bestehen, aber ich würde sicher ein besseres studium hinlegen als mein jurastudium! und ich sei bereit, alles dafür zu investieren. es sei für mich - und dieser satz fiel mir eigentlich am allerschwersten - unverständlich, warum sie sagen würde, ich sei schon so alt und könne nicht bis zum sankt-nimmerleinstag studieren. ich würde ja schließlich studieren und nicht einfach nichts tun! und ich sei der festen überzeugung, dass das ganze eine lohnende idee ist.

irgendwie war ich in dieser hinsicht verschieden von meinen bisherigen gesprächen mit meiner mom. und wenn ich nicht das WÜNSCHEN gelernt hätte (bzw. mir erlaubt hätte), dann hätte ich diese worte vielleicht auch in meiner aufgeregtheit und scham nicht parat gehabt. aber so hatte ich schon viele viele male über mein studium gedacht, und so habe ich es ihr auch erklären können! weil ich eben wirklich dran glaube...

boah

bin sorgenfrei.

mein herr selbstzweifel hat schon angemeldet, jetzt müsste ich "nur noch" auf die klausuren lernen und seinen wohlbekannten äußerst zynischen grinsenden gesichtsausdruck gezeigt.

ich versuch, mich jetzt nicht in die nächste angst hineinfallen zu lassen.

meine geldsorge ist jedenfalls passé.

ein wahnsinn

gruß

s.

01 Februar 2006

meine studi-website amor.cms.hu-berlin.de/~schlieps

hallöchen

ach @matilda... ich wollte dir hier schon gestern einige beschwichtigende worte wegen @lostinmusic's komischem verhalten schreiben. aber dann habe ich es nicht geschafft, außerdem klingt es geschrieben immer pathetischer, als ich es eigentlich sagen möchte... und naja. letzten endes musst du selbst wissen, dass lost manchmal spinnt, ich kann es nur behaupten, aber helfen kann ich ja nicht wirklich!

ich finde es jedenfalls zum kotzen, dass lost einen immer anmacht (oder besser gesagt: anpisst), und da ich mich damals von ihm total verletzt gefühlt habe, habe ich vielleicht auch einen tuck "zu viel" sorge, dass er nochmal "zuschlägt" verbal.

aber wenn du heute fröhlich bist, gehe ich einfach mal davon aus, dass du dem zeitweiligen gerangel im lk-forum keinen gehobenen wert beimisst und dann ist es ja eh in ordnung alles!

dann mal ein paar takte zum hier und jetzt in famous berlin and the obscure life of mrs. s.:

;-)

also... meine tarnung ist aufgeflogen. naja, ich habe mich ja nicht versteckt eigentlich. aber meine studi-website ist halt ohne meinen richtigen namen online (weiß der henker, wie die uni das rechtlich hinbekommt... versteh ich auch nicht, warum es keine impressumspflicht gibt). und bis auf so ein paar leutz, denen meine freundin i. die url direkt gegeben hat, wußte niemand von meiner site.

sie tat und tut mir (trotzdem) treue dienste als prüfung und semi-beweis meiner anstrengungen, dieses bwl-studium irgendwie hinzubekommen.

gestern kam eine vietnesisch ausschauende studentin auf mich zu und fragte, ob "die website" von mir sei. sie hätte sich meine bgb-darstellung ergooglet... und als sie dann überlegt hat, wer es sein könnte, sei ihr eingefallen, dass ich gleich zu beginn der vorlesung so bücher gehabt hätte...

sie fragte mich einen riesenscheiss zu radbruch. k.a., wir hatten rechtsphilosophie nicht soooo dolle im studium und dass jetzt der dozent groß rumschwallt von der kantschen philosophie und noch ein paar namen - u.a. eben auch "radbruch" - fallen lässt, ist mir irgendwie eher suspekt als interessant.

ich muss sagen, mir gefällt die aufmerksamkeit nicht, ich bin aber ungeheuer neugierig geworden, ob sie noch kreise zieht und inwiefern...

so

habe nur eine halbe stunde an diesem rechner. gott echt crazy hier die computerausstattung an der humboldt-uni.

cu

gruß

s.

von Matilda am 30.1.: Schneegestoeber

Es hat lange gedauert, aber am Ende hat Frau Holle ein Einsehen gehabt... draussen scheint die Sonne vom makellos blauen Himmel auf glitzernde weisse Flaechen - ein Wintermaerchen!
Sogar das Auto freischaufeln wird zum Vergnuegen =)
Ich denke gar nicht mehr an das Sofa im Moment.
Allerdings spuere ich deutlich, ich bin keine 20 mehr... da mache ich mir nix vor, wenn ich mal eine Nacht lang tanze, dauert es Tage, bis ich mich von den Strapazen und vor allem vom Schlafmangel erhole.
Meine Sozialstudie bzgl. unserem feschen Juengling ist in eine weitere, konkretere Phase getreten, nachdem ich mich gestern abend bei der Tanzveranstaltung ausfuehrlich mit ihm unterhalten habe und dabei von den Blicken der anderen Maedels regelrecht erdolcht wurde.
Ich habe ihn ziemlich provoziert, seinen Ehrgeiz angestachelt, mal sehen, wie er darauf reagiert. Er ist schon ein Suesser, irgendwie.
Warum fasse ich immer ins Wespennest???

matilda